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Bio im Test

Nur Bio-Fleisch ist rundum gut

Die Stiftung Warentest hat Schweinenackensteaks untersucht. Ihr Fazit: „Guter Geschmack geht billig, Tierwohl kostet extra“. In beiden Kategorien schnitten nur die zwei Steaks aus dem Biofachhandel mit „gut“ ab.

24.06.2020 vonRedaktion

15 Nackensteaks hatte die Stiftung einkaufen, verkosten und untersuchen lassen. Zusätzlich besuchten die Tester die beteiligten Bauernhöfe und Schlachtbetriebe, soweit die Handelsketten Auskunft gaben. Überzeugend in beiden Tests waren die Steaks der Biometzgerei Pichler und von Dennree.

Bei der Fleischqualität war Pichler mit der Gesamtnote „gut (1,9)“ Testsieger, Dennree folgte knapp dahinter mit „gut (2,0)“. Ausschlaggebend war die bessere Sensoriknote von 1,5 für Pichler. Doch auch sechs konventionelle Steaks, darunter Discounterware für 5,70 Euro das Kilo, bewertete die Stiftung als „gut“. Die zwei Bio-Steaks von Rewe und Edeka waren dagegen aus Sicht der Tester nur „befriedigend“. Bei Rewe bemängelten sie die Sensorik („leicht knorpelig im Biss“); bei Edeka zogen ein „leicht säuerlicher Geruch“ und zu viele Keime das Ergebnis nach unten.

Bio: Weniger resistente Keime

Die Stiftung ließ auch nach antibiotikaresistenten Keimen suchen und wurde in zwei Dritteln der Steaks fündig, auch beim Bio-Fleisch von Edeka und Rewe. Die beiden Fachhandels-Produkte waren unbelastet. In einem Interview stellte ein Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung fest, dass antibiotikaresistente Keime auf Bio-Höfen tendenziell seltener seien. Bio-Bauern dürften Antibiotika nur in Ausnahmefällen nutzen. Allerdings könne es zu Kontaminationen im Schlachthof kommen, vor allem, wenn dort auch konventionelle Tiere geschlachtet würden.

Bio: Besser bei der Haltung

Deutlich kritisiert die Stiftung bei ihrem Tierwohltest die konventionellen Haltungsbedingungen und die Arbeitsbedingungen auf Großschlachthöfen. Die Verantwortung dafür weist sie den großen Handelsketten zu. „Mit ihrer Preispolitik – große Mengen für wenig Geld – halten sie Massentierhaltung und prekäre Arbeitsverhältnisse mit am Laufen“, schreibt die Stiftung. Bei der Bewertung der Haltungs- und Schlachtbedingungen bekamen Pichler und Dennree als einzige die Note „gut“. Rewe-Bio schnitt „befriedigend“ ab, die meisten konventionellen Anbieter kamen aus Sicht der Stiftung ihrer Unternehmensverantwortung nur „ausreichend“ nach. Da Edeka und Netto jede Auskunft verweigerten, wurden sie mit „mangelhaft“ bewertet. Auch das Bio-Steak.

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