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Naturkosmetik-Siegel

Natrue führt neue Kriterien ein

Der Naturkosmetikverband aktualisiert zum Jahreswechsel die Kriterien für sein Natur- und Biokosmetiksiegel. Was sich mit der Version 3.9. alles ändert.

11.11.2020 vonRedaktion

Der Naturkosmetikverband aktualisiert zum Jahreswechsel die Kriterien für sein Natur- und Biokosmetiksiegel. Was sich mit der Version 3.9. alles ändert.

Ab dem 1. Januar 2021 aktualisiert der Naturkosmetikverband Natrue die Kriterien für sein Natur- und Biokosmetiklabel. Dem Unternehmen zufolge „haben Hersteller nun die Möglichkeit, an neuer und innovativer Natur- und Biokosmetik zu arbeiten, ohne sich über die strengen Anforderungen des Labels hinwegzusetzen. Oberste Priorität ist dabei weiterhin, ein Maximum an Natur- und Biogehalt für jedes zertifizierte Produkt unter allen Produktkategorien zu gewährleisten und nachhaltige Formulierungen zu fördern."

Vereinheitlichung der Zertifizierungsstufen

Ab Januar gibt es bei Natrue nur noch zwei Zertifizierungsstufen: „natürlich“ und „biologisch“. Bisher konnten Produkte auch mit einer dritten Stufe, „Naturkosmetik mit Bio-Anteil”, ausgezeichnet werden. Produkte in dieser Kategorie bleiben weiterhin als „Naturkosmetik mit Bio-Anteil” auf dem Markt, allerdings müssen sie nach Ende des zweijährigen Zertifizierungszeitraums so umformuliert werden, dass sie entweder der Kategorie „Naturkosmetik” oder der Stufe „Biokosmetik” entsprechen.

„Biokosmetik” bleibt unverändert und wird weiterhin nur an Produkte vergeben, die zu mindestens 95 Prozent aus natürlichen Substanzen mit einem pflanzlichen oder tierischen Ursprung, aus einem kontrolliert biologischen Anbau oder aus Wildwuchs stammen. In welcher Kategorie ein Produkt zertifiziert ist, kann über die Datenbank auf der Natrue-Website eingesehen werden.

Kriterien für die Verwendung von Palmöl

Natürliche oder naturnahe Rohstoffe aus Palmöl und Palmkernöl müssen ab Januar 2021 vom Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) oder anderen zertifizierten nachhaltigen Lieferketten stammen. Inhaltsstoffe, die nicht über den RSPO oder andere nachweisbar nachhaltige Lieferketten (Minimum MB) verfügbar sind, sind nur dann erlaubt, wenn der Natrue-Standard eine Alternative mit Minimum MB vorsieht.

Verwendung von Inhaltsstoffen

Bei Rohstoffen wird künftig nur noch zwischen „zertifiziert” und „anerkannt” unterschieden. Bis Ende 2022 müssen alle Rohstoffe, die in Natrue-zertifizierten Produkten verwendet werden, vom Unternehmen zertifiziert oder anerkannt werden. Endprodukte, die das Siegel bereits tragen, müssen bis zum 31. Januar 2024 so umformuliert werden, dass nur noch Inhaltsstoffe mit dem Natrue-Label verwendet werden. Alternativ können die Hersteller bereits verwendeten Materialien anerkennen oder zertifizieren lassen.

Mehr Transparenz für Verbraucher

Produkte müssen eindeutig gekennzeichnet sein. Das gilt sowohl für den Artikel selbst, als auch für die Angaben auf der Verpackung. Auch die Kommunikation über die natürlichen und biologischen Eigenschaften eines Produkts muss aufeinander abgestimmt und klar sein, damit Verbraucher nicht in die Irre geführt werden.

Natrue ist ein internationaler, nicht gewinnorientierter Verband für Natur- und Biokosmetik mit Sitz in Brüssel, der 2007 gegründet wurde. Ziel des Verbands ist es, Natur- und Biokosmetik für das Wohl der Verbraucher weltweit zu fördern und zu schützen sowie ein Bewusstsein für Naturkosmetik zu schaffen. Laut Angaben des Verbands sind aktuell mehr als 7.000 Produkte von mehr als 300 Marken Natrue-zertifiziert. (mis)

Hier geht es zu den neuen Standards von Natrue.

Natrue-Standard 3.9.

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