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Agrarbündnis fordert regionalere Lieferketten

Die Vereinigung setzt sich dafür ein, dass Lieferketten und Verarbeitung im Lebensmittelhandwerk re-regionalisiert werden. Corona habe gezeigt, dass die stetige Konzentration in Handel und Verarbeitung nicht nachhaltig sei.

22.07.2020 vonLeo Frühschütz

Um noch vorhandene regionale Strukturen zu stärken und neue aufzubauen, braucht es aus Sicht des Agrarbündnisses finanzielle Förderung und den Abbau von Anforderungen, die auf die Verhältnisse großer Produzenten ausgerichtet seien und von kleinne Betrieben kaum noch erfüllt werden könnten.

Finanzielle Anreize brauche es „für den Bau kleinerer dezentraler Unternehmen, die den Anforderungen von Qualitätsprodukten gerecht werden“. Zu diesen Anforderungen zählt das Agrarbündnis etwa die Bio-Zertifizierung oder verbesserten Tierschutz in der Schlachtung. Zudem müssten die vorhandenen Investitionsförderungen über das EU-Programm ELER und über die regionale Wirtschaftsförderung für lokales Lebensmittelhandwerk geöffnet und offensiv angeboten werden.

Zulassungsvoraussetzungen und Dokumentationspflichten sollten an die Produktionsverfahren von Handwerk und Direktvermarktern angepasst werden, schreibt das Agrarbündnis. Es verweist auch auf „zahlreiche und sich ständig ändernde standardisierende und normativ wirkende Beschlüsse, wie beispielsweise DIN-Vorschriften“, die für kleine Betriebe oft kaum zu erfüllen seien.

Im Forderungskatalog des Bündnisses stehen auch verstärkte Forschung und Entwicklung für Handwerk und Kleinbetriebe sowie der Aufbau von Beratungsstrukturen. Zudem sollten „kooperative und partizipative Organisationsformen von Produzenten und Konsumenten“ unterstützt werden.“

In einem Diskussionspapier hat das Agrarbündnis die „Handelshemmnisse für die hofnahe Verarbeitung und die Direktvermarktung“ zusammengestellt.

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