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Jugendpolitisches Forum

Für eine nachhaltige Zukunft – was Jugendverbände fordern

Im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) trafen sich verschiedene Jugendorganisationen zum Jugendpolitischen Forum „Zukunftsfeste Agrar- und Ernährungssysteme". Ziel der Veranstaltung war es, junge Menschen am Bericht des Transformationsbereichs „Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme" zu beteiligen.

„Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat richtigerweise erkannt, dass junge Menschen eine wichtige Rolle in der Land- und Lebensmittelwirtschaft spielen", heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von BNN.Next, dem Netzwerk für junge Menschen im Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), Junges Bioland und Junges Naturland. „Diese Beteiligung ist notwendig und richtig. Sie sollte in der Zukunft unbedingt ausgebaut werden, um eine stärkere inhaltliche Beteiligung junger Menschen zu gewährleisten.“

Das Jugendpolitischen Forum habe gezeigt, dass Jungbäuerinnen und -bauern klare Vorstellungen haben, wie sie eine nachhaltige Zukunft mitgestalten können und was sie dafür brauchen. Die Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Jugendverbände stellten Forderungen auf, die aus ihrer Sicht für krisenfeste nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme notwendig sind. Wir stellen sie vor:

  • Deregulierung der Gentechnik stoppen:
    Der Vorschlag zur Deregulierung der Gentechnik stellt alle Nachhaltigkeitsziele, die sich die EU-Kommission mit der Farm-to-Fork Strategie gestellt hat, in Frage. Die Verbraucher:innen in der Europäischen Union müssen auch weiterhin wählen können, ob sie gentechnisch-veränderte Produkte kaufen wollen oder nicht.
  • Ökolandbau in Forschung und Bildung ausbauen:
    Nur wenn Jungbäuer:innen und -bauern sowie Auszubildende in Herstellung und Handel schon in ihrer Ausbildung Öko-Themen kontinuierlich vermittelt bekommen, kann der Weg zu 30 Prozent Öko-Landbau bereitet werden. Unverständlich für junge Öko-Bauern sowie Produzentinnen ist es daher, dass die Forschungsgelder für den Ökolandbau trotz anderer Erwartungen bei 2 Prozent der Mittel stocken. Wichtige Öko-Forschungsprojekte können dadurch nicht umgesetzt und entscheidende Zukunftspfade nicht ausgebaut werden.
  • 0 Prozent Mehrwertsteuer auf Bio:
    Bio ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, der einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leistet. Doch das bestehende System benachteiligt nachhaltig handelnde Unternehmen. Es werden Unternehmen subventioniert, die zu Lasten von Umwelt und Klima wirtschaften. Um der Marktverzerrung entgegenzuwirken und Verbraucher finanziell zu entlasten, wäre eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Bio-Produkte auf null Prozent sinnvoll.
  • Über den Tellerrand: Bio für Alle auch in der Außer-Haus-Verpflegung:
    Die Bundesregierung setzt sich verstärkt für die Förderung von Bio-Kantinen ein. Doch es braucht auch konkrete Umsetzungsmaßnahmen. Andere Länder in Europa haben gezeigt, dass die Förderung von Beratung sowie eine zeitweise Übernahme der Zertifizierungskosten ein wirksamer Hebel sind.
  • Geschlechtergerechtigkeit: Eine Bedingung für nachhaltige Ernährung:
    Um den Herausforderungen, vor die der Klimawandel die Land- und Lebensmittelwirtschaft stellt, bestmöglich begegnen zu können, müssen Frauen und Männer ihre Perspektiven gleichberechtigt einbringen und genauso gleichberechtigt nach Lösungen suchen können. (juk)

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