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Kinderschutz in der Werbung

AÖL fordert bessere Grundlage für Werbebeschränkung bei Junk-Food

Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AÖL) begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung, Kinder besser vor Werbung für ungesunde Lebensmittel zu schützen. Die Bemühungen im vergangenen Jahrzehnt, dies durch die freiwillige Selbstverpflichtung der Industrie zu erreichen, seien gescheitert, teilte der Verband am Mittwoch mit. Die AÖL verwies dabei auf eine Nielsen-Studie, wonach die Bruttowerbeaufwendungen für Süßwaren in Deutschland 2021 mit mehr als einer Milliarden Euro auf einem Rekordhoch gelegen haben.

Der Verband der Öko-Hersteller warnte gleichzeitig davor, Lebensmittel lediglich anhand einseitiger Nährwertprofile einzuordnen, wie es der aktuelle Vorschlag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vorsehe. Demnach soll auf Grundlage des Nährwertprofilmodells der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beurteilt werden, ob ein Lebensmittel einen hohen Zucker-, Fett- oder Salzgehalt aufweist. Auf Produktebene präferiert das BMEL die flächendeckende Einführung der umstrittenen Nährwertampel Nutri-Score.

„Erfahrungen mit Nährwertkennzeichnungen auf der Vorderseite der Verpackung zeigen, dass eine Bewertung von Lebensmitteln allein über Nährwertprofile zu mehr Zusatzstoffen und einem höheren Verarbeitungsgrad führt“, teilte die AÖL mit. Neben den Nährstoffen sei „vor allem die Qualität eines Lebensmittels ein essentieller Bestandteil bei der Beurteilung der physiologischen Wirkung und muss im Gesetzesentwurf berücksichtigt werden“, so der Verband. „Erst dann werden die Werbeverbote an den richtigen Stellen wirksam“, so Matthias Beuger, Referent für Ernährung und Politik in der AÖL. (mis)

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