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Kolumne

Greta-Momentum nutzen!

Wie „Bioniere“ von der Bewegung um Greta Thunberg profitieren können, kommentiert Jurek Voelkel.

07.06.2019 vonJurek Voelkel

Wie „Bioniere“ von der Bewegung um Greta Thunberg profitieren können, kommentiert Jurek Voelkel.

Bemerkt? Da draußen passiert gerade etwas. Wie bei einem Tsunami auf hoher See ist derzeit eine kräftige Dünung zu spüren. Die Welle formt sich langsam, sie wird aber gewaltig brechen. Greta Thunberg und die „Fridays for Future“- Demos sind nur der Anfang. Klimaschutz und verantwortungsvoller Konsum sind in der Generation Z Worte, die nicht mehr allein die Streber im Gemeinschaftskunde-Leistungskurs in den Mund nehmen, nein – sie sind cool und identitätsstiftend für eine ganze Generation geworden. Bio könnte dieses Momentum nutzen, wenn wir Hersteller und der Fachhandel weniger den Primärnutzen („ist gut für mich“) und mehr den Sekundärnutzen („ist gut für uns“) vermitteln würden. „Bodenschutz ist Klimaschutz“ ist eine Botschaft, die bislang selbst in aufgeklärten Kreisen nur bedingt bekannt ist. Hier liegt Auftrag aber auch Chance für uns Hersteller und den Fachhandel.

„Auftrag und Chance für Hersteller und Fachhandel.“

Denn Millennials sind extrem geübt darin, Produkte und deren Produktion schnell und intensiv zu googlen. Gesucht wird dabei echte Glaubwürdigkeit, denn Produkte sind heute immer auch Ausdruck und Aushängeschild der eigenen Identität. Kennerschaft ist einer der größten Treiber der jungen Konsumenten. Die als Bio gelabelte Massenware eines globalen Getränkekonzerns wird da schnell von der Peergroup erkannt und entsprechend kommentiert. Die „Bioniere“ könnten davon profitieren, wenn sie ihren Leistungsernst und den Effekt von Bio auf Klima und Artenvielfalt stärker kommunizieren würden. Aber auch für die Präsentation im Laden bedeuten Gretas Mitstreiter neue Anforderungen. Optisch ansprechend sollte sie sein, aber auch kurz und prägnant Inhalte vermitteln. Die Frage „wie gestalte ich meinen Laden instagrammable?“ klingt für viel Ladner sicher heute noch schrecklich, morgen wird sie jedoch wie in der erfolgreichen Gastronomie Normalität sein. Also – macht auf die Tür, das Tor macht weit. Die Gretas kommen!

Jurek Voelkel

Geschäftsführer bei der Voelkel GmbH, zuständig für Marketing und Vertrieb

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