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Bundesfinanzen

Klöckner kürzt Bio-Gelder

Das Bundeslandwirtschaftsministerium bekommt 2021 einen neuen Rekordhaushalt. Für den Ökolandbau fällt davon offenbar weniger ab als sonst.

06.10.2020 vonLeo Frühschütz

Julia Klöckner spricht bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Das Bundeslandwirtschaftsministerium bekommt 2021 einen neuen Rekordhaushalt. Für den Ökolandbau fällt davon offenbar weniger ab als sonst.

7,661 Milliarden Euro will Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner 2021 ausgeben, das sind 643 Millionen mehr als in diesem Jahr. Gleichzeitig kürzt die Ministerin die Mittel für das Bundesprogramm Ökolandbau.

Im Haushaltsentwurf stehen für 2021 nach Angaben des Bio-Dachverbandes BÖLW für das Bundesprogramm Ökolandbau 28,4 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind 450.000 Euro weniger als in diesem Jahr.

Auch werden aus diesem Topf etliche Maßnahmen außerhalb des Ökolandbaus gefördert. Als das Programm 2002 startete, standen in ersten Jahr 34,8 Millionen Euro zur Verfügung und im zweiten Jahr 36 Millionen Euro – nur für den Ökolandbau. Auch die Mittel der Eiweißpflanzenstrategie, von der viele Öko-Betriebe profitieren, sollen laut BÖLW gekürzt werden.

BÖLW macht Finanzierungsvorschlag

„Aktuell werden weniger als zwei Prozent der Forschungsmittel in die Bio-Forschung investiert“, sagt BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig: „Wir fragen uns, wie Klöckner so das Koalitionsvertragsziel von 20 Prozent Bio erreichen und die Land- und Lebensmittelwirtschaft krisenfest machen will?“

Röhrig forderte die Bundestagsabgeordneten auf, umzusteuern. Es brauche Innovationen und Forschung, um Ernährung und Landwirtschaft umzubauen. Auch einen Finanzierungsvorschlag machte der BÖLW: 20 Millionen Euro seien eingeplant um „das nicht umsetzbare Tierwohllabel“ zu bewerben. Weitere 20 Millionen Euro würden in eine Ackerbaustrategie gesteckt, der verbindliche Ziele fehlten.

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