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Ökomonitoring 2019

Pestizidrückstände in Bio-Produkten so niedrig wie selten

Die Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter Baden-Württembergs haben im Ökomonitoring für das Jahr 2019 wenig zu beanstanden. Die Ergebnisse im Einzelnen.

15.07.2020 vonLeo Frühschütz

Rückstände von Pestiziden konnten in Bio-Lebensmitteln kaum nachgewiesen werden.

203 Proben von frischem Obst und Gemüse analysierten die Labore. Bei 77 Prozent der Proben waren keine Pestizidrückstände nachweisbar, ansonsten lagen die festgestellten Rückstände meist im Spurenbereich (kleiner 0,01 mg/kg).

Lediglich in einer spanischen Zitrone, einer niederländischen Birne und einem deutschen Eichblattsalat fand die Behörde erhöhte Rückstände an Pestiziden und bewertete die Bio-Auslobung als irreführend. Gemittelt lag der Pestizidrückstandsgehalt aller untersuchten Bio-Obst – und Gemüseproben bei 0,002 bzw. 0,001 mg/kg.
Konventionelles Obst enthielt dagegen durchschnittlich 0,45 mg/kg und Gemüse 0,41 mg an Rückständen. Anders gesagt: Konventionelles Obst und enthielt 225 mal mehr und Gemüse 400 mal mehr Rückstände als Bio.

Bei verarbeiteten Bio-Produkten lag die Beanstandungsquote der Behörde mit 2,6 Prozent bei 155 Proben „so niedrig wie selten in den vergangenen Jahren“, heißt es im Bericht. Betroffen war ein Rooibos-Tee, ein Paprikapulver und zwei Proben deutscher Gerste. Diese enthielten einen längst nicht mehr zugelassenen Wachstumsregulator, der vermutlich das zur Bewässerung eingesetzten Grundwasser verunreinigt hatte.

Keine Gentechnik-Verunreinigungen in Bio-Honig

In fünf von 48 Proben von Produkten mit Bio-Soja fanden die Behörden gentechnische Verunreingungen, die jeweils unter 0,05 Prozent lagen. Bei den konventionelle Proben ließen sich in 23 Prozent aller Produkte Gentech-Spuren nachwesien. In Bio-Honig waren keine Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen nachweisbar. Bie den konventionellen Proben fanden sich Gen-Soja-Spuren in einem von 24 Honigen.

Bio-Milch besteht Echtheitstest

Bio-Milchkühe bekommen mehr Grünfutter als ihre konventionellen Kolleginnen, was sich im Fettsäuremuster der Milch und in deren Kohlenstoff-Isotopen nachweisen lässt. 27 Bio-Milchproben hatte die Behörde mit diesen Parametern auf ihre Echtheit untersucht und bei einer Probe abweichende Werte festgestellt. Dazu heißt es im Bericht: „Nachfolgende Kontrollen vor Ort ergaben, dass die Milchkühe mit Bio-Mais gefüttert wurden, was zu abweichenden Werten führte. Dies ist natürlich nach den gesetzlichen Regelungen zulässig, aber in der Praxis untypisch, da Bio-Mais wenig verfügbar und teuer ist.“

Weniger Schimmel nachgewiesen

In Getreideflocken, vor allem Hafer, hatten die Behörden nach Schimmelpilzgiften gesucht. Fündig wurden sie in 22 Prozent der Bio-Proben und 72 Prozent der konventionellen Proben. In allen Fällen handelte es sich um geringfügige Belasungen unter den Grenzwerten.

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