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In-Ovo-Selektion: Bruderhahn-Initiative bezieht Stellung

Ohne Kükentöten: So vermarktet der LEH Eier, bei deren Produktion Eier mit männlichen Embyros aussortiert werden. Die Bruderhahn Initiative hat sich dazu geäußert – und kritisiert auch die Bio-Branche.

Die Bruderhahn Initiative hat sich klar gegen die Geschlechtsbestimmung im Ei und das Töten der männlichen Embryos ausgesprochen. Nur die Züchtung eines Zweinutzungshuhns sei eine echte Alternative zum Kükentöten.

In-Ovo-Selektion: Eier mit männlichen Embryos werden aussortiert

Um das umstrittene Töten der männlichen Küken von Legehennen-Hybriden zu verhindern, setzt die konventionelle Landwirtschaft auf die In-Ovo-Selektion. Dabei wird bei den angebrüteten Eiern am neunten Tag das Geschlecht des Embryos bestimmt. Eier mit männlichen Embryos werden aussortiert, so dass nur noch Legehennenküken zur Welt kommen. Die von diesen Hennen gelegten Eier werden dann als Eier ohne Kükentod vermarktet – d erzeit als Test von der Rewe Gruppe.

Bruderhahn-Initiative kritisiert In-Ovo-Selektion

Die von Bio-Großhändlern und Landwirten 2012 gegründte Bruderhahn-Initiative Deutschland (BID) lehnt diese Art der Selektion ebenso ab wie der Demeter-Verband. Die BID merkt kritisch an, dass sich die Bio-Branche als Ganzes bisher zu keiner gemeinsamen Stellungnahme durchringen konnte.

In-Ovo-Selektion beendet nicht das Kükentöten

Entscheidendes Argument gegen die In-Ovo-Bestimmung ist aus Sicht der BID, dass das Kükentöten durch die In-Ovo-Selektion nicht beendet, sondern das Küken nun im Ei getötet werde. Spätestens am siebten Tag sei bei dem Embryo ein Schmerzempfinden nachweisbar.

In-Ovo-Selektion festigt Monopol-Strukturen in der Geflügelzüchtung

Auch ändere die In-Ovo-Methode nichts an den bestehenden Monopol-Strukturen, die es in der Geflügelzüchtung weltweit gebe. „Im Gegenteil, die Geschlechtsbestimmung im Ei würde bestehende Strukturen noch mehr festigen“, schreibt die BID. Da nahezu 100 Prozent der im Öko-Landbau eingesetzten Hennen aus dem Hause der großen Zuchtfirmen stammten, würden die ökologischen Geflügelhalter und Brütereien in weitere Abhängigkeiten der Agrarindustrie geraten.

Aus Sicht der BID ist deshalb die von der Ökologischen Tierzucht GmbH ÖTZ betriebene Zucht eines Zweinutzungshuhns die einzige nachhaltige Alternative zum Kükentöten. Diese Züchtung müsse weiter voran gehen, erste Erfolge seien vorzeigbar.

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Ausserhalb der engeren Produzentenszene wird in unserer Gesellschaft die Abkehr vom Fleischkonsum aus ökologischen und sozialen Gründen diskutiert und gefordert. Da steht zu erwarten, dass der Fleischabsatz und Zukunft sinken wird.
Milchprodukte und Eier werden aber auf diesem Weg, meiner Einschätzung nach, weiter gut nachgefragt werden.
Daher ist doch die Frage ob die Ausweitung der Fleischproduktion (mit hohen Umwandlungsverlusten) zeitgemäss und ökologisch sinnvoll ist und sie nicht dem Ansatz die Welt bio zu ernähren widerspricht. Heiner Petersen

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