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In regionalen Gemüsekisten steckt mehr Bio als Regionalität

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat regionale Gemüsekisten getestet. Ergebnis: Bei Qualität, Verpackung und Service gibt es kaum etwas zu beanstanden, in Bezug auf die Regionalität der Produkte ist noch Luft nach oben.

Das Bestellen von Lebensmitteln boomt. Das gilt auch für Gemüsekisten, die häufig im Abo bestellt werden und in der Regel im Ein- oder Zwei-Wochenrhythmus an die Kundschaft ausgeliefert werden. Vor allem in der Coronakrise gab es einen regelrechten Ansturm auf diese Angebote. Die Zahl der Anbieter ist inzwischen beträchtlich.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat sich den Service von einigen Abokisten-Versendern in Norddeutschland genauer angesehen und dafür testweise Gemüse-Kisten bestellt, die explizit als „Regional“, „Regio“ oder „Hofkiste“ beworben wurden. In acht Kisten erhielten die Tester insgesamt 55 Stücke Gemüse.

Für die Kisten zahlten die Tester je nach Anzahl der Produkte zwischen 14 und 34 Euro. Bei den meisten Anbietern kam zusätzlich noch eine Liefergebühr in Höhe von bis zu 4,10 Euro hinzu.

Eines der Ergebnisse des Abokisten-Tests: 85 Prozent der Produkte wurden in Bio-Qualität geliefert. Zum Vergleich: Der Bio-Anteil am gesamten Gemüsemarkt liegt in Deutschland bei rund zehn Prozent.

Bei der „Regionalität“ – ein Begriff der rechtlich nicht geschützt ist – fällt das Urteil der Verbraucherzentrale weniger positiv aus: Nicht einmal die Hälfte (20) der 55 Produkte stammte demnach von Höfen, die in maximal 50 Kilometer Entfernung zum Lieferort im Hamburger Stadtzentrum liegen. 60 Prozent (33) des Gemüses kam von Erzeugern, die über 100 Kilometer entfernt waren „oder deren Standort mit der Angabe ,Deutschland‘ nicht konkret benannt wurde“, so die Verbraucherzentrale. Außerdem stammten drei Produkte trotz der Bezeichnung „Regionalkiste“ aus dem Ausland, darunter Kolumbien.

Erfreut zeigte sich die Verbraucherzentrale darüber, dass „die ins Haus gelieferte Ware in der Regel sehr frisch ist und mit wenig zusätzlichem Verpackungsmaterial zugestellt wird“. Das bestellte Gemüse kam in Mehrwegkisten aus Holz, Plastik oder Pappe. „Manche dieser Kisten waren mit Papier ausgelegt, doch viele Produkte nicht noch einmal extra eingepackt“, so die Verbraucherschützer.

Und auch der Service rund um die Kisten kam bei dem Test gut weg. Fragen zum Ablauf der Bestellung seien zeitnah und ausführlich beantwortet worden, die Vereinbarung alternativer Abstellorte war möglich. Zudem konnten die Verträge bei vielen Anbietern jederzeit pausiert oder gekündigt werden. (mis)

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