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Interview

„Im Laden fehlen die Kinder“

Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf Bio-Läden? Ein Gespräch mit Manfred Dust, Geschäftsführer vom BioLogisch in Hannover.

14.05.2020 vonBarbara Lehnert-Gruber

"Normalerweise kommen viele Eltern mit Kindern in den Laden. Das ist oft sehr lustig." – Manfred Dust, Geschäftsführer BioLogisch.

Welche Auswirkungen hat die Coronakrise auf Bio-Läden? Ein Gespräch mit Manfred Dust, Geschäftsführer vom BioLogisch in Hannover.

Wie hat sich die Arbeit in Ihrem Laden durch Corona verändert?

Es ist entspannter geworden …

Entspannter?

Ja, seit wir die Kundenanzahl begrenzen, haben wir keine Spitzen mehr. Zuvor hatten wir teilweise 30 bis 40 Leute im Laden, da bewegte sich nichts mehr. Eigentlich müsste man es immer so machen.

Wie viele Kunden sind höchstens im Laden?

Wir haben sieben Einkaufswagen, deshalb sind immer höchstens sieben Kunden im Laden. Damit die Wägen schnell wieder im Umlauf sind, haben wir unsere Kasse „beschleunigt“.

Und die Kunden spielen mit?

Bisher schon. Es ist natürlich eine Schönwetterlösung – und bisher hat die Sonne geschienen.

Gibt es noch Engpässe bei Produkten?

Im Moment nicht. Wir hatten über Wochen fast kein Mehl und keine Hefe. Auch das Reis- und Nudelregal war teilweise leer. Gewundert hat mich, dass die Kunden keine Babyprodukte wie Trockenmilch und Gläschen gebunkert haben.

Fehlt Ihnen sonst irgendetwas?

Manchmal ist es mir zu ruhig. Es fehlen die Kinder. Normalerweise kommen viele Eltern mit Kindern in den Laden. Das ist oft sehr lustig.

Gab es ein positives Erlebnis?

Wir haben einen gigantischen Umsatz gemacht und das alles mit demselben Personal. Wenn ich als Krisengewinner jetzt kein schlechtes Gewissen hätte, wäre das schon ein positives Erlebnis. Unsere Mitarbeiter haben für ihren Einsatz eine Sonderzahlung in Höhe von 20 Prozent ihres Lohns erhalten. Im Mai wird es noch eine geben.

Es läuft also alles prima...

Ich bin zufrieden. Es gibt aber eine große Schwierigkeit. Um im Falle eines positiven Coronatests arbeitsfähig zu bleiben, haben wir das Team geteilt. Das hat auch gut geklappt. Jetzt sieht es so aus, dass wir das Modell nicht aufrechterhalten können. Das wird jetzt ein bisschen gefährlich.

Das Interview ist zuerst bei unseren Kollegen von schrotundkorn.de erschienen.

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