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Verpackung

Waschmittelflasche aus regionalem Rezyklat bei Budni

Die Drogeriemarktkette verkauft ein Waschmittel von Unilever, dessen Verpackung zu 100 Prozent aus Hamburger Rezyklat besteht. Eine Rarität, die das Projekt „Hamburgs Wertstoff Initiative“ möglich gemacht hat.

13.08.2020 vonRedaktion

Die Drogeriemarktkette verkauft ein Waschmittel von Unilever, dessen Verpackung zu 100 Prozent aus Hamburger Rezyklat besteht. Eine Rarität, die das Projekt „Hamburgs Wertstoff Initiative“ möglich gemacht hat.

In den Filialen der Hamburger Drogeriemarktkette Budni steht seit kurzem eine Neuheit in den Regalen: eine Waschmittelflasche, die komplett aus recyceltem Kunststoff aus der Hamburger Wertstofftonne und dem gelben Sack besteht.

Verpackungen aus Rezyklat oder mit Rezyklat-Anteilen kommen zunehmend auf den Markt. Bisher werden vor allem Rezyklate aus bepfandeten PET-Einwegflaschen eingesetzt. Verpackungen aus regionalem Rezyklat, die ohne Beimischungen aus Produktions- und Industrieabfällen auskommen, gibt es bisher kaum.

Rezyklat unterscheidet sich von neuem Kunststoff, indem es anders riecht, anders aussieht und sich beim Verarbeiten anders verhält. Das 2019 gegründete Hamburger Projekt „Hamburgs Wertstoff Innovative“ will zeigen, „dass aus hochwertigem Rezyklat eine neue Verpackung entstehen kann“, heißt es in einer Pressemitteilung zur neuen Waschmittelflasche, dem ersten Ergebnis des Projekts, das sich zum Ziel gesetzt hat, einen Wertstoffkreislauf in der Elbstadt zu schaffen.

Zu den Projektpartnern gehören neben Budni auch die Stadtreinigung Hamburg, das Entsorgungsunternehmen Veolia, die TU Hamburg – und der Weltkonzern Unilever, dessen pflanzenbasiertes Waschmittel mit Namen „Sieben Generationen“ in der regionalen Rezyklatflasche verkauft wird.

Teil der Initiative ist es, Kunden über korrektes Recycling aufzuklären und sie dazu aufzurufen, sich aktiv am Hamburger Kreislauf zu beteiligen. „Richtige Mülltrennung und Entsorgung ist die Grundvoraussetzung für ein gutes Recycling und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft”, erklärt Prof. Kerstin Kuchta, Vizepräsidentin der TU Hamburg.

In fünf Schritten von der Tonne ins Regal

  1. Die Hamburger Stadtreinigung sammelt die Verpackungsabfälle und liefert sie an Veolia.
  2. Bei Veolia werden die Abfälle sortiert und die benötigten Kunststoffverpackungen aus High Density Polyethylen (HDPE) in Ballen gepresst.
  3. In einem weiteren Betrieb wird das HDPE nach Farben sortiert, zerkleinert, gereinigt, aufbereitet und zu kleinen Kunststoffkugeln geformt.
  4. Unilever setzt das fertige Rezyklat dann zur Produktion der Waschmittelflasche aus 100 % recyceltem Kunststoff ein.
  5. Die TU Hamburg begleitet das Projekt mit Tests und Prüfungen. Die Ergebnisse werden genutzt, um die Sortier- und Recyclingprozesse zu optimieren.

Wie es mit dem Projekt weitergeht und in welchen anderen Städten das Modell übernommen werden könnte, sei noch nicht abzusehen.

Auf Nachfrage von BioHandel signalisiert Projektpartner Veolia allerdings, an den Erkenntnissen des Projekts weiterarbeiten zu wollen. Andreas Jensvold, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Veolia: „Hamburgs Wertstoff Innovative ist ein Pilotprojekt und hat gezeigt, dass Kreisläufe, auch regionale, geschlossen werden können. Diese Kreisläufe jetzt im industriellen Maßstab auch überregional zu vergrößern ist genau die Aufgabe der kommenden Jahre.“

Das Unternehmen plane weitere Kreisläufe für und mit der kunststoffverarbeitenden Industrie, dem Handel und den produktverantwortlichen Herstellern zu schließen. „Denn das ist zum Schutze unseres Klimas und der natürlichen Ressourcen längst überfällig“, so Jensvold.

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