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Angebotsrückgang

Frankreichs Supermärkte reduzieren Bio-Angebot – Verbände schlagen Alarm

In einem offenen Brief werfen Synabio, Forebio und Fnab den großen Handelsketten in Frankreich vor, ihre Bio-Sortimente zurückzufahren. Die Verbände warnen vor langfristigen Auswirkungen.

Die drei französischen Bio-Verbände Synabio, Forebio und Fnab werfen den großen Handelsketten des Landes vor, unter anderem wegen der hohen Inflation den Verkauf von Bio-Lebensmitteln zurückzufahren. In einem offenen Brief werfen sie den Handelsketten Leclerc, Coopérative U, Carrefour, Auchan, Casino, Intermarché und Cora Tendenzen vor, „sich aus dem Bio-Markt zurückzuziehen“.

So würden die Händler Mitarbeiter, die für das Bio-Angebot in Filialen zuständig waren, abziehen. „Wir beobachten, dass sich das Fachwissen über unsere Produkte und Produktionsketten verschlechtert“, schreiben die Verbände. Gleichzeitig seien sie besorgt, dass Bio schlechter vermarktet werde, indem es in „schlecht definierten Kategorien wie ,nachhaltiges Angebot‘“ untergehe.

Laut den drei Bio-Verbänden hätten die großen Einzelhändler ihr Bio-Sortiment zwischen Januar und September um 7,3 Prozent reduziert. Damit sei der Rückgang in den Ladenregalen größer als die tatsächliche Abnahme des Bio-Konsums, heißt es in dem Brief, den Forebio auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Verbraucherinnen und Verbraucher in Frankreich hätten im gleichen Zeitraum lediglich fünf Prozent weniger Bio gekauft, so die Verbände.

Verbände fürchten „Zerschlagung von Bauernhöfen und Unternehmen“

„Diese Diskrepanz ist sehr besorgniserregend, da sie den Nachfragerückgang weiter anheizen könnte. Denn je weniger Bio-Produkte beworben werden, desto geringer ist der Anreiz für die Verbraucher, sie zu kaufen“, schreiben die Verbände. Sie warnen vor der Gefahr „in einen Teufelskreis zu geraten, der innerhalb weniger Monate ganze Branchen gefährden und die jahrelangen Bemühungen von Behörden, Erzeugern und Unternehmen, auf Bio umzustellen, untergraben könnte.“

Eine Folge dieser Entwicklung könnte laut den Verbänden die „Zerschlagung von Bauernhöfen und Unternehmen“ sein, mit langfristigen Auswirkungen auf den französischen Bio-Markt. Synabio, Forebio und Fnab appellieren darum an die Handelsketten, ihre „Schlüsselrolle bei der Aufrechterhaltung eines sichtbaren, attraktiven und vielfältigen Bio-Angebots zu spielen“. Auch um einen Versorgungsengpass zu verhindern, wenn die Nachfrage wieder anzieht.

Der französischen Statistikbehörde Insee zufolge waren die Lebensmittelpreise in Frankreich im Oktober gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat um zwölf Prozent gestiegen. (mis)

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