Biohandel

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Drei Fragen an Andreas Winkler

„Falsche Kompromisse sind gefährlich“

Andreas Winkler leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Foodwatch. Warum die Verbraucherorganisation bei den Koalitionsvorhaben der Ampel von „Scheinlösungen“ spricht, erklärt Winkler im Interview mit BioHandel.

Herr Winkler, warum sind die Maßnahmen der neuen Koalition Scheinlösungen?

Die Ampel schreckt offenbar davor zurück, die überfällige Transformation der europäischen Landwirtschaft voranzutreiben. Stattdessen soll vor allem Bio weiter ausgebaut werden – ein Versprechen, das schon einmal unter grüner Regierungsbeteiligung krachend gescheitert ist. Es ist der falsche Ansatz, mit immer noch mehr Steuergeldern die Bio-Nische zu „pampern“. Vielmehr muss die gesamte Agrarindustrie konsequent ökologisiert werden. Das ist eine Riesenaufgabe.

Was erwarten sie von der Ampelkoalition?

Die neue Regierung darf keine Zeit mit nationalem Klein-Klein und freiwilligen Maßnahmen der Agrarbranche vergeuden, sondern muss sich für konkrete gesetzliche Verbesserungen auf europäischer Ebene einsetzen – zum Beispiel für eine EU-weite CO2-Abgabe für Fleisch, Milch, Käse und Co. Wenn tierische Produkte teurer sind, wird der Konsum zurückgehen und werden die Tierbestände sinken. Nur so können die Klimaziele erreicht werden. Die EU-Agrarsubventionen sind bis 2027 festgezurrt.

Was also tun bis dahin?

Deutschland hat sein politisches Gewicht in Europa in der Vergangenheit immer wieder für heimische Wirtschaftsinteressen eingesetzt. Jetzt muss die Bundesregierung genauso konsequent für die Transformation der europäischen Landwirtschaft arbeiten. Ausreden und falsche Kompromisse in der Agrarpolitik sind gefährlich, denn weder beim Klimaschutz noch beim Tierschutz haben wir Zeit zu verlieren.

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Das neue Bioziel erfreut die Branche, stößt aber auch auf Skepsis. Denn es bedeutet zehn Jahre Vollgas, und das nicht nur für den neuen Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Der muss nebenbei auch noch die konventionelle Landwirtschaft umbauen.

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