Biohandel

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Fairtrade und Gepa

Fair-Handelshäuser profitieren von anziehender Gastronomie

Für die Fair-Trade-Organisationen Fairtrade und Gepa war das vergangene Jahr kein einfaches. Positiv bemerkbar machte sich für beide Organisationen, dass die Außer-Haus-Verpflegung 2022 wieder verstärkt in Anspruch genommen werden konnte.

Trotz multipler Krisen konnte der Verein Fairtrade seinen Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr um elf Prozent auf 2,36 Milliarden Euro steigern. Zu den größten Herausforderungen für Fairtrade-Partner gehört die Klimakrise, deren Folgen den Anbau von Produkten wie Kaffee, Kakao und Bananen gefährden, teilte die Organisation mit.

Während die Absätze von Fairtrade-Bananen um acht Prozent auf 117.000 Tonnen und von Kakao um vier Prozent auf 81.000 Tonnen stiegen, verzeichnete etwa fair gehandelter Kaffee einen leichten Rückgang um knapp zwei Prozent auf 24.000 Tonnen. Auch aufgrund der wieder erstarkenden Gastronomie mit dem Ende der Corona-Restriktionen legten Produktkategorien wie Eis und Limonaden deutlich zu, teilte der Verein mit.

„Die Klimakrise ist akut. Anpassungsmaßnahmen sind mit massiven Kosten verbunden.“

Matthias Lehnert, Aufsichtsratsvorsitzender von Fairtrade Deutschland

„Ein Blick nach Ostafrika und die dortige massive Dürre genügt: Die Klimakrise ist akut. Anpassungsmaßnahmen sind mit massiven Kosten verbunden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende von Fairtrade Deutschland, Matthias Lehnert. „Anbaupraktiken werden sich ändern müssen. Dazu gehört, das Know How vor Ort zu stärken, Ernährungssicherung im Blick zu behalten, sowie Anpassungsmaßnahmen und Schritte zur CO2-Minderung zu fördern“, erläuterte Juan Pablo Solis, Klima-Experte beim Dachverband Fairtrade International.

Bei der Fair-Trade-Organisation Gepa führte die generelle inflationsbedingte Kaufzurückhaltung 2022 zu einem Rückgang des Großhandelsumsatzes um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 78,2 Millionen Euro. Der Kaffeeumsatz stieg um 1,1 Prozent auf rund 35 Millionen Euro. Schokolade sank um 9,9 Prozent auf 19,9 Millionen Euro. Der Bereich „Sonstige Lebensmittel“ verringerte sich um 18,3 Prozent auf 21,7 Millionen Euro.

Gepa-Umsatz im Lebensmittelhandel ging zurück

Wie Fairtrade profitierte auch die Gepa davon, dass die Außer-Haus-Verpflegung im vergangenen Jahr wieder anzog. Hier wuchs der Umsatz auf rund sieben Millionen Euro, ein Plus von 34,4 Prozent.Während der Vertrieb über Weltläden und Aktionsgruppen mit 18,6 Millionen Euro Umsatz ein Plus von 5,9 Prozent auswies, ging der Verkauf über den konventionellen Lebensmittel- sowie den Bio- und Naturkosthandel um 13,5 Prozent auf 33,9 Millionen Euro zurück. Ebenfalls deutlich reduzierte sich der Umsatz im Bereich Ausland/Verarbeiter. Dort sank er um 21,2 Prozent auf rund 15,8 Millionen Euro.

„Trotz der Widrigkeiten werden wir unter anderem durch sehr bewusstes Kostenmanagement im letzten Jahr dennoch ein gutes Jahresergebnis für 2022 erzielen“, erklärte der Kaufmännische Gepa-Geschäftsführer Matthias Kroth. In den ersten drei Monaten des Jahres 2023 zeichne sich eine erste Erholung der Umsätze ab, teilte das Unternehmen mit.

Bei zentralen Rohwaren wie etwa Kaffee oder Kakao zahlte die Gepa laut eigenen Angaben auch im vergangenen Krisenjahr 20 bis 25 Prozent über Weltmarktpreis an Kaffee- oder Kakaogenossenschaften. Insgesamt habe das Unternehmen 2022 für 20,87 Millionen Euro Ware bei ihren Handelspartnern in Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa eingekauft, teilte die Gepa mit.

Auch unter schwierigen Rahmenbedingungen habe die Gepa die letzten drei Jahre gut gemeistert, sagte Geschäftsführer Kroth. Verbraucherinnen und Verbraucher kauften dem Fair-Trade-Unternehmen zufolge für rund 102,9 Millionen Euro Kaffee, Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikel ein. (mis)

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