Herr Voelkel, es gibt über 20 Sorten an Mehrwegflaschen – wären fünf nicht praktischer?
Deutschlandweit wird das nicht reichen. Eine Apfelsaftflasche etwa ist nicht für Bier geeignet. Aber, man könnte hier sicher noch vereinheitlichen. Dafür bräuchte man jedoch einen Zusammenschluss oder einen einheitlich vom Staat regulierten Flaschenpool aller in Deutschland mehrwegproduzierenden Player. Unser Kernproblem sind nicht die Flaschentypen, sondern der Leergut-Kreislauf.
Warum?
Das Pfand ist zu niedrig. Eine neue Pfandkiste im Gemeinschafts-Pfandpool kostet zwischen vier und fünf Euro. Getränkehersteller wie wir bekommen dafür aber nur 1,50 Euro – und oft kommen die Kisten gar nicht zurück. Wir haben deshalb einen eigenen „Biomarktplatz“-Pool mit eigenen Pfandkisten aufgebaut. Wir haben sie nicht mit unserem Logo bedruckt, damit auch andere Hersteller mitwirken können.
Was ist der Vorteil?
Das höhere Pfand: Wir erheben 3,50 Pfand pro Kiste. Der Kunde muss Interesse daran haben, die Kiste zurückzubringen, und sie nicht im Keller horten oder Kistentürme daraus basteln. Der Einkaufspreis pro Getränkekiste liegt aktuell bei etwa vier Euro – anders als beim Gemeinschaftspool sind sie bei uns fast sofort durch den Pfandeinsatz refinanziert.
Sie bieten auch Essig oder Ahornsirup in Mehrweg an – ist das die Zukunft?
Absolut. Essig läuft gut. Ahornsirup ist speziell. Der Absatz ist eher niedrig, aber das Produkt ist ein Richtungszeiger. Es wird Zuwachs von anderen Süßungsmitteln bekommen. Unserer Meinung nach gehört viel mehr in die Mehrwegflasche als bisher. Eine Flasche wegzuwerfen, gerade heute, wo Energie und Rohstoffe so teuer geworden sind, und wir übers Klima diskutieren – das passt nicht.
Kommentare
Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.