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Bonzahlen

Einkäufe im Naturkostfachhandel pendeln sich wieder ein

Nach wie vor bewegen sich die Bonwerte im ersten Halbjahr 2021 trotz geringerer Kundenzahl in den Läden auf einem hohen Niveau. Das zeigt vor allem der Vergleich mit den Monaten vor der Pandemie.

16.09.2021 vonNatascha Becker

Es wird nach wie vor mehr eingekauft als vor Corona.

Nach wie vor bewegen sich die Bonwerte im ersten Halbjahr 2021 trotz geringerer Kundenzahl in den Läden auf einem hohen Niveau. Das zeigt vor allem der Vergleich mit den Monaten vor der Pandemie.

Noch immer kaufen die Kunden weniger häufig, dafür aber mehr ein. Dieses Verhalten ist seit dem Frühjahr 2020 durchgängig zu beobachten und führte auch im zweiten Halbjahr 2020 zu „enormen Bonwerten“, so das Fazit von Fabian Ganz von Biovista Anfang dieses Jahres.

Trotz zeitweiser Lockerungen hat sich dieses Einkaufsverhalten auch in diesem Jahr etabliert, allerdings lohnt es sich, bei den verschiedenen Monaten genauer hinzuschauen, so Fabian Ganz: „Bei dieser Auswertung ist der zeitliche Verlauf stark zu beachten. Wir hatten den großen Impact der Corona-Pandemie ab März 2020. Daher sind die Monate Januar und Februar des Jahres 2021 ein Vergleich von Pandemie- mit Vor-Pandemie-Zeiten. Der März hat eine Sonderrolle, man denke an die leeren Regale 2020, und die Monate April bis Juni sind jeweils ein Vergleich unter Pandemiebedingungen.“

Zugewinn im Januar und Februar am höchsten

Bei Januar und Februar 2021 handelt es sich also um einen Vergleich mit der Zeit vor Corona im Vorjahr – hier ist auch der Zugewinn bei den Bonwerten am höchsten. Im gesamten Naturkostfachhandel legte der Bonwert im Januar durchschnittlich um gut sechs Euro, im Februar um 4,88 Euro zu. Gleichzeitig gingen die Kundenzahlen pro Tag in den Läden im Januar um 72 und im Februar um 57 im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Im März 2020 dann hatten viele Geschäfte mit Hamsterkäufen und leeren Regalen zu kämpfen. Das erklärt wahrscheinlich, warum sich die Bonwerte im März 2021 nicht sehr von diesen unterscheiden – die Differenz beträgt lediglich 0,86 Euro, während nach wie vor weniger Kunden am Tag in den Laden kommen. Es sind jedoch nur noch 34 weniger als im Vorjahr.

Ab April lassen sich die Zahlen dann besser vergleichen, denn die Pandemie-Situation war in den Zeiträumen beider Jahre ähnlich. Und da zeigt sich, dass der Zenit bei den Bonwerten überschritten ist: Die Kennzahlen gehen im Vergleich zum Vorjahr zurück, wenn auch nur leicht. Am deutlichsten im April mit 1,64 Euro weniger, danach liegt der durchschnittliche Wert eines Einkaufs bei rund 0,50 Euro weniger. Parallel dazu steigt aber wieder die Anzahl der Kunden in den Läden pro Tag – zumindest im April (plus 23) und Mai (plus 16).

Im Juni wieder weniger Kunden in den Läden

Im Juni dagegen sind wieder neun Kunden weniger in die Läden gegangen. Das könnte darin begründet sein, dass zu diesem Zeitpunkt viele Restaurants wieder geöffnet hatten und bei wärmerem Wetter Biergärten die Menschen vom heimischen Herd weglockten. Im vergangenen Jahr hatten vor allem die Bio-Supermärkte ab 400 Quadratmetern die Nase vorn, denn sie kommen mit ihrem Sortiment dem Wunsch nach One-Stop-Shopping am meisten entgegen. Allein im 2. Halbjahr 2020 legten ihre Bonwerte um 4,01 Euro zu.

Im 1. Halbjahr 2021 liegen sie mit einem durchschnittlichen Plus von 1,46 Euro allerdings auf dem vorletzten Platz – mit 1,94 Euro verzeichneten diesmal die Bio-Fachmärkte (200 bis 399 Quadratmeter) den höchsten Anstieg, gefolgt von den kleinen Naturkostläden (bis 99 Quadratmeter), die um durchschnittlich 1,53 Euro je Bon zulegten.

Wie auch im vergangenen Jahr ist der Anstieg der Bonwerte bei den Naturkost-Fachgeschäften mit plus 1,19 Euro am geringsten. Hier kamen im ersten Halbjahr 2021 pro Tag zehn Kunden weniger in die Läden – vergleichbar also mit den kleinen Naturkostläden, bei denen ebenfalls pro Tag zehn Menschen weniger einkauften. Bei den Bio-Supermärkten hingegen ging die Frequenz mit durchschnittlich minus 39 Kunden pro Tag am deutlichsten zurück, lediglich im April und Mai kamen wieder mehr Menschen in die Läden als im Vorjahr.

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