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„Initiative Lebenswert“

Edeka will bei Eigenmarken-Eiern auf Kükentöten verzichten

Der Lebensmittelhändler und die Discounter-Tochter Netto stellen die Produktion ihrer Bio-Eier auf Bruderhahnaufzucht um. Langfristig sollen alle Eigenmarken-Eier ohne Kükentöten hergestellt werden.

26.05.2021

Kunden von Edeka und Netto können die Eier, die unter dem Dach der "Initiative Lebenswert" produziert wurden, an einem Label auf der Verpackung erkennen.

Der Lebensmittelhändler und die Discounter-Tochter Netto stellen die Produktion ihrer Bio-Eier auf Bruderhahnaufzucht um. Langfristig sollen alle Eigenmarken-Eier ohne Kükentöten hergestellt werden.

Edeka will die Herstellung des gesamten Schalen-Eier-Sortiments seiner Eigenmarken künftig tierwohlfreundlicher gestalten. Dafür hat der Händlerverbund, zu dem auch Discounter Netto gehört, die „Initiative Lebenswert“ gegründet. Unter deren Dach sei gerade die Umstellung der Bio-Eigenmarken-Eier auf Bruderhahnaufzucht angelaufen, teilt das Unternehmen mit. Bis September sollen schrittweise alle Eigenmarken-Eier aus konventioneller Freiland- und Bodenhaltung folgen. Anders als bei der Herstellung von Bio-Eiern akzeptieren Edeka und Netto hier neben der Junghahn-Aufzucht auch die zugelassenen Verfahren der Geschlechterfrüherkennung.

Das Töten männlicher Küken von Legehuhnlinien ist ab dem 1. Januar 2022 verboten. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag vergangener Woche ein entsprechendes Gesetz. Zwei Jahre später sollen dann auch Eingriffe an einem Hühnerei, die der Geschlechtsbestimmung dienen, ab dem siebten Bebrütungstag verboten werden. Das federführende Landwirtschaftsministerium begründet die Regelung damit, dass „Hühnerembryonen ab dem siebten Bebrütungstag Schmerz empfinden“. Der Edeka-Verbund begrüße „die laufenden Forschungen, die diese Methoden weiter verbessern und die am Markt verfügbaren Kapazitäten ausbauen“.

Die Bio-Anbauverbände Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland lehnen die Geschlechterbestimmung im Ei ab. In ihren Richtlinien setzen sie stattdessen auf die Aufzucht von Bruderhähnen. Doch auch die Bruderhahnaufzucht ist nicht frei von Kritik. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch bemängelt, dass sich diese Methode wirtschaftlich nicht lohne, „weil die Hähne der auf extreme Legeleistung gezüchteten Rassen kaum Fleisch ansetzten und sehr viel Futter benötigten“.

Als langfristige Lösung bevorzugen sowohl Foodwatch als auch die Bio-Verbände den Umstieg auf sogenannte Zweinutzungshühner, die sich sowohl für die Eier- als auch zur Fleischproduktion eignen. Auch bei Edeka sollen Zweinutzungsrassen im Rahmen der Initiative Lebenswert „stärkere Berücksichtigung finden“, kündigt der Verbund an. Zudem will Edeka im Rahmen der „Initiative Lebenswert“ über Alternativen zum Ei informieren und das vegane Produktangebot weiter ausbauen. (kam)

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