Biohandel

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Provozierende Werbeanzeige

Edeka macht sich über Bio bei Aldi lustig

In einer aktuellen Werbeanzeige gratuliert Edeka Südwest Discounter Aldi zur Anzahl seiner Bio-Produkte, zieht die Geste dann aber ins Lächerliche und prahlt mit dem eigenen Bio-Sortiment.

Edeka Südwest hat in einer offensichtlich ironisch gemeinten Werbeaktion Discounter Aldi vorgeführt. „Glückwunsch Aldi zu 350 Bio-Artikeln“, schreibt der Händlerverbund in einer Werbeanzeige (auf Twitter ansehen). Edeka zielt dabei wohl auf vorausgegangene Marketingaktionen des Discounters ab, denn der bezeichnet sich mit 350 Bio-Artikeln im Sortiment selbstbewusst als „führender Händler für Bio-Lebensmittel“.

In den Märkten von Edeka finden Kunden deutlich mehr Bio-Produkte als bei Aldi. „Jetzt fehlen Euch nur noch 2.450!“, lautet die Spitze in Richtung Discounter. Der eigenen Rechnung zufolge bietet Edeka eine Auswahl von 2.800 Bio-Artikel im Sortiment an. Bio-Fachmärkte kommen schnell auf die doppelte Anzahl und mehr.

Bereits vor Kurzem stichelte Edeka in einem offenen Brief gegen die Discounter-Konkurrenz durch Aldi, Lidl und Co. Verbraucher könnten sich den Weg dorthin sparen, schließlich gehe es bei Lebensmitteln nicht nur um den günstigen Preis, sondern auch um Qualität, war die Aussage. Auch in der aktuellen Werbung schwingt das Thema einer besonderen Qualität mit, denn Edeka bewirbt darin zum Großteil Verbandsbio mit einer Tomatenpassata von Alnatura als einzige Ausnahme.

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Kommentare

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Georg Rieck

Werter Herr Magrander,

jahrzehntelang haben Sie sich nun bemüht, den LEH aufs Bio – Pferd zu hieven … es muss schon herb enttäuschen, dass so wenig dabei herausgekommen ist, wenn auch „die „Bio-Comunity alle bezwungen hat“ – ein ganz großer Erfolg, dass alle die Marktakteure, die den Schlamassel mit ihrer Preisdrückerei angerichtet haben, jetzt die Bestseller des Fachhandels verramschen. Aber weil die rechnen, haben sie nur diese, Vielfalt ist eben nicht so ertragreich …
„Die einen - meist Fachgeschäfte bio und konventionell - nehmen was sie kriegen können, ….“ ist ein typischer Magrander – Satz: Der edle Discounter, Wohltäter der Armen, Förderer des allgemeinen Wohlstands, versus dem leistungsschwachen und gierigen Fachhandel … man kann diese Leier auch echt leid werden!
Immer noch nicht begriffen, dass Bio seine Identität und seinen Markenkern sehr schnell verliert, wenn es unter die Räder der Preisdrücker gerät? Muss es denn wirklich erst kaputt gemacht werden, dieses 40 Jahre lang gepäppelte Pflänzchen, ausgesetzt auf den Killing Fields des LEH, bevor verstanden wird, dass Bio der Gegenentwurf zu der LEH – Kultur ist (war)?

Essen ist politisch – nicht billig! Grundsätze der Moral und der Ethik müssen zurück in die Wirtschaftsdoktrin! Nicht Wachstum und Effizienz, Standort und Preis als Waffen im Konkurrenzkrieg, sondern faire und von Sorgfalt geprägte Lieferketten müssen durchgesetzt werden!

Erich Margrander

Edeka äfft Rapunzel nach
...rückblickend konnte jedefrau/jedermann beobachten, dass bei Tests, speziell im Frischebreich, Edeka regelmäßig Platz vier (von vier oder fünf) belegte und Lidl oder Aldi die vordersten Ränge besetzte - egal ob bio oder konventionell! Nicht alles glänzt bei Aldi & Co. Aldi nimmt jedoch nach dem Umsatz berechnet Bio-Platz EINS ein und REWE Platz zwei, wie Rewe sich selbst einnordet.

Vielfalt ist nicht durch die reine Anzahl von 2.800 Produkten zu erzielen. Da müssen immer erst mal die Doubletten, Triple, Quadrupel, Quintupel, Sextupel, Septupel oder Okt~ heraus gerechnet werden und dann ist man wieder bei 350. Also KEINE Vielfalt - eher Einfalt oder Viel vom Gleichen! Und das gilt nicht nur für die Rewes und Edekas dieser Welt.

Wer zu Alnatura fährt um den Dattelmus von Rapunzel zu kaufen oder zu Dennree wegen Paellareis von Davert hat den Weg meist umsonst gemacht und muss dann doch zurück ins Internet. Und das ist so nicht auf dem dünn besiedelten flachen Land, sondern mitten im Bio-Hotspot. Wenn bei Aldi heute 350 Bio-Produkte stehen, sei daran erinnert, dass das bei Rewe und Edeka noch vor kurzem auch so war und noch was weiter zurück auch im 60 Quadratmeter Bioladen!

Was zählt ist der Blick nach vorne. Die Bio-Comunity hat sie alle bezwungen. Es geht nirgendwo mehr ohne Bio. Bleibt die Frage, wer geht wie mit Bio um. Die einen - meist Fachgeschäfte bio und konventionell - nehmen was sie kriegen können, andere rechnen den Bioaufschlag erst hinten drauf und machen damit Bio erschwinglich. Es wäre so einfach. Dann aber wäre wohl nicht so viel Geld übrig für Marketingschlachten.

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