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Edeka expandiert mit Naturkind

Mit einer abgegrenzten Verkaufsfläche unter dem Namen „Naturkind“ schafft der Lebensmitteleinzelhändler in den eigenen Märkten mehr Platz für Bio-Produkte. Das Händlerinteresse sei Edeka zufolge groß, die Nachfrage kaum zu bewältigen.

Dieser Artikel wurde am 30.12.2021 aktualisiert.

Die Edeka-Gruppe ist gerade dabei, das Konzept ihrer Naturkind-Märkte als Shop-in-Shop-System zu expandieren. Die erste sogenannte „Naturkind-Welt“ eröffnete bereits am 25. November im umgebauten Wiesencenter Jena. Das sagte Robert Poschacher, in der Edeka-Zentrale als Bereichsleiter zuständig für das Produktmanagement Bio, bei den Öko-Marketingtagen am Mittwoch.

Auf die beiden 2019 eröffneten Naturkind-Märkte in Hamburg und Dinkelsbühl folgten bislang keine weiteren. Dennoch würden die Naturkind-Welten die eigenständigen Naturkind-Märkte nicht ablösen, sagte Poschacher auf Nachfrage von BioHandel. Neueröffnungen seien nicht ausgeschlossen. Jedoch stehe nicht fest, wann wie viele neue Naturkind-Märkte an den Start gehen.

Konzept kommt gut an

Die integrierten Bioläden mit einer Fläche zwischen 100 und 150 Quadratmeter schaffen in den Edeka-Märkten zusätzlichen Platz für Bio-Produkte und neue Bio-Marken. In Jena bietet Edeka Büto auf 100 Quadratmetern rund 1.300 zusätzliche Bio-Produkte an. Darunter auch Produkte von Davert, Bauckhof, Bio Planète oder Voelkel, teilt Edeka auf Nachfrage von BioHandel mit.

Die ersten Zahlen seien „beeindruckend“, so Poschacher. Von den Kunden, die ohnehin im Markt seien, würde ein hoher Prozentsatz auch in der Naturkind-Welt einkaufen. Eine eigene Naturkind-Kasse gibt es nicht. Bezahlt wird alles aufeinmal beim Verlassen des Edeka-Marktes. Für die Beratung der Kunden sind in den Naturkind-Welten „ausschließlich fachgerecht geschulte Mitarbeiter:innen für die Beratung der Kund:innen zuständig", teilt Edeka auf Nachfrage mit.

Bei Edeka-Händlern finde das Konzept ebenfalls großen Anklang. Poschacher sprach von „Lieferschwierigkeiten“, wenn es darum gehe, all die Märkte, deren Inhaber Interesse bekunden, umzubauen. Poschacher zeigte sich auch „sehr froh und dankbar, dass so viele Bio-Markenartikel-Hersteller [...] den Weg mit uns gehen." Weitere Informationen zu den Naturkind-Welten sind von Edeka „aus Wettbewerbsgründen“ derzeit nicht zu erfahren.

Edeka arbeitet an neuer Bio-Eigenmarke

Neben der Expansion der Naturkind-Welten arbeitet Edeka auch an der Einführung einer neuen Bio-Eigenmarke, die im Laufe des ersten Quartals gelauncht werden soll. Weitere Details gab Poschacher nicht bekannt. Seit August wird gemunkelt, Edeka könnte bald mehr Marken aus dem Bio-Fachhandel anbieten. Bis zu 1.000 Edeka-Märkte könnten für den Aufbau größerer Bio-Sortimente in Frage kommen, je nach Marktgröße soll dafür auch eine Depot-Lösung im Raum stehen, schrieb damals die Lebensmittelzeitung. Edeka selbst wollte sich damals dazu nicht äußern.

Im Sommer konnte Edeka dank guter Geschäfte Aldi vom Spitzenplatz beim Bio-Umsatz verdrängen. Für 2021 rechnet Poschacher mit einem erneuten Wachstum. Bei Edeka sei man der tiefen Überzeugung, der gesamten Bio-Branche etwas Gutes zu tun, indem mehr Raum für Bio-Produkte geschaffen und somit mehr Absatz ermöglicht werde, sagte Poschacher.

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