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Dennree-Verbund für Kernkraft

„Kernkraft? Ja, bitte!“ heißt ein Slogan, mit dem die BioMarkt-Verbundgruppe und die Denn’s Biomärkte derzeit werben. Wer den Klimawandel im Kopf hat, denkt sofort an eine Renaissance der CO2-armen Atomkraft in Deutschland und wundert sich, dass eine solche Forderung ausgerechnet aus der Bio-Branche kommt. Späte Einsicht?
01.10.2019
„Kernkraft? Ja, bitte!“ heißt ein Slogan, mit dem die BioMarkt-Verbundgruppe und die Denn’s Biomärkte derzeit werben. Wer den Klimawandel im Kopf hat, denkt sofort an eine Renaissance der CO2-armen Atomkraft in Deutschland und wundert sich, dass eine solche Forderung ausgerechnet aus der Bio-Branche kommt. Späte Einsicht?

„Kernkraft? Ja, bitte!“ heißt ein Slogan, mit dem die BioMarkt-Verbundgruppe und die Denn’s Biomärkte derzeit werben. Wer den Klimawandel im Kopf hat, denkt sofort an eine Renaissance der CO2-armen Atomkraft in Deutschland und wundert sich, dass eine solche Forderung ausgerechnet aus der Bio-Branche kommt. Späte Einsicht?

Bei näherer Betrachtung des Buttons, der für die Initiative der Denn’s-Läden und Dennree-Kunden erstellt wurde, wird klar: Mit Kernkraft ist die Kraft der Samen gemeint. Es geht um die Züchtung sogenannter samenfester Sorten. Die Dennree-Initiative ist überzeugt, „dass genetische Vielfalt, nachbaufähiges Saatgut und eine gentechnikfreie Züchtung für einen verträglichen und auf Dauer angelegten Umgang mit der Natur sind und unsere Ernährungsgrundlagen sichern“. Darüber wollen die Läden jetzt auch ihre Kunden informieren und Kinowerbung schalten. Lukas Nossol, Leitung Marketing Denn’s Biomarkt, stellte die Initiative auf der Regionalmesse BioSüd vor (Video).

300.000 Euro für den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft.

Weil Züchtungen, die auf natürlicher Fruchtbarkeit beruhen, aufwendig sind, hat die Dennree-Initiative gleich Geld mitgebracht: 300.000 Euro wurden dem Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft gespendet. Dabei handelt es sich um einen Spendensammelfonds für die Förderung der gemeinnützigen, biologischen und biologisch-dynamischen Züchtungsforschung. Die Stiftung engagiert sich für Fruchtbarkeit, Vielfalt und eine Saatgutforschung ohne Patente und Gentechnik.
Die Initiative macht also nicht ihr eigenes Ding, sondern fördert eine bewährte Einrichtung, die sich bereits seit den 90er Jahren um ökologische Saatgutzüchtung bemüht.

Große Unterstützung aus der Branche

Zweifellos gibt es große Unterstützung für die Initiative aus der Naturkostbranche. Unternehmen wie Rapunzel, Sonnentor, Voelkel, Schrozberg („Uns ist wichtig, dass die Kühe hochwertiges Futter bekommen.“), Holle, Morgenland, Bio Planète und Zwergenwiese sind auf www.kernkraft-ja-bitte.de mit ihren Statements zu sehen.

94 Prozent der einstigen Pflanzenvielfalt verloren

Viele Nutzpflanzen sind heute genetisch identisch. Weltweit sind bereits 94 Prozent der einstigen Pflanzenvielfalt verloren. Während sich die konventionelle Landwirtschaft auf wenige ertragreiche Sorten konzentriert, mit Hybridsaaten die Weitergabe der Erbanlagen lahmlegt und mittels Gentechnik in das Mikro-Gleichgewicht des Zellkerns eingreift, geht die Ökozüchtung bewusst andere Wege. „Deshalb machen sich die Initiatoren stark für eine zukunftsfähige Ökozüchtung und haben die Initiative ‚Kernkraft? Ja, bitte!‘ ins Leben gerufen."

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