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Kolumne

Wagt mehr Partizipation!

Unser Kolumnist Christoph Spahn über das Vorbild der solidarischen Landwirtschaft für den Handel.

01.04.2020 vonChristoph Spahn

Nehmen wir mal an, die Kunden Eures Bioladens sind die aktiven Mitgestalter der Bio-Qualität, die Ihr anbietet. Und ganz selbstverständlich fragt Ihr eben diese Kunden, ob sie künftig bei Euch nur noch Eier und Fleisch von Zwei-Nutzungs-Geflügel kaufen wollen, mit der Konsequenz, dass dafür ein Mehrpreis von x anfällt. Und Ihr zeigt Ihnen die Alternative dazu auf, dass nämlich alles bleibt, wie es ist und für einen Teil der von Euch angebotenen Ware eben männliche Bio-Kücken geschreddert werden. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Kunden eindeutig für das wirklich ökologische Angebot entscheiden und als Multiplikatoren auch andere von dem Angebot überzeugen.

Es ist keine Zeit mehr, um noch einen ökologischen und sozialen Kompromiss einzugehen.

Im Kontext der Solidarischen Landwirtschaft ist diese Erfahrung immer wieder aufs Neue zu erleben: Die Mitglieder setzen sich aktiv für einen ökologischen und sozialen Fortschritt ein und leisten den damit verbundenen Mehraufwand. Die drei Zutaten, die es dazu braucht: Zum Ersten den Willen, Kunden zu dauerhaften Begleitern und Mitgestaltern zu machen. Zum Zweiten den Mut, einen offenen und ehrlichen Dialog mit Kunden zu führen. Und zum Dritten Zeit, um in Beziehung mit den Kunden zu treten und diese zu informieren. Wir wissen: Es ist keine Zeit mehr, um noch einen ökologischen und sozialen Kompromiss einzugehen. Also ist es unsere Verpflichtung, Wege zu finden, wie wir aus diesen vielen Kompromissen im eigenen Handeln und im Sortiment schnellst möglich Nachhaltigkeits-Leuchttürme bauen. Das geht nur, wenn die Kunden diese Reise verstehen und mitgestalten. Daher: Lernt von den solidarischen Landwirtschaften!

Christoph Spahn

Beratung und Prozesssteuerung in Köln

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