Biohandel

Wissen. Was die Bio-Branche bewegt

Byodo

„An der Grundidee festhalten, aber innovative Ansätze wählen“

Michael Moßbacher und Tochter Stephanie von Byodo über den Fokus auf die eigenen Stärken, „brillante“ Fachhandelsakteure, und darüber, nicht in panisch zu werden.

BioHandel: Frau Moßbacher, braucht die Branche wieder mehr Pioniergeist?
Stephanie Moßbacher. Ich denke, wir brauchen derzeit eher Innovationen. Der Pioniergedanke hat sich durchgesetzt, viele Menschen erkennen heute die Vorteile von Bio. Das war ein Riesenerfolg. Für die Nachfolgegeneration jedoch geht es jetzt darum: Wie behaupten wir uns weiterhin in einem Marktumfeld, in dem Bio immer mehr vertreten ist?

Ihr Ansatz?
Wir müssen die Vorteile der Bio-Unternehmen auch nach außen deutlich machen. Müssen zeigen: Wir bei Byodo stehen für Qualität und Genuss, und dahinter stehen Menschen, die mit ihrem Unternehmen mehr erreichen wollen, als nur Produkte verkaufen.

Michael Moßbacher: Ich betrachte mit Sorge, dass gerade der filialisierte Fachhandel jetzt versucht, mehr Umsatz über Preispolitik und Straffung des Sortiments zu erreichen. Das geht für mich eher in Richtung Discount. Und das ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Wir betreiben selbst einen größeren Laden, bei dem wir mit Beratung und Sortimentsvielfalt punkten. Und sind damit erfolgreich.

„Ich betrachte mit Sorge, dass gerade der filialisierte Fachhandel jetzt versucht, mehr Umsatz über Preispolitik und Straffung des Sortiments zu erreichen.“

Michael Moßbacher

Wird das den gesamten Fachhandel in die Zukunft tragen?
Stephanie Moßbacher: Davon bin ich überzeugt. Ich bin ein Fan vom stärkenorientierten Ansatz. Auf den Fachhandel bezogen heißt das, er braucht Mitarbeitende, die wirklich etwas von dem Sortiment wissen. Die die Hersteller kennen und erzählen können, wofür sie stehen. Die nicht nur das Standard-Sortiment haben, sondern auch eine gewisse Vielfalt bieten – und nur jene ins Sortiment aufnehmen, die für die Überzeugungen der Bio-Branche und die Qualität stehen.

Ob das für die Kundschaft auch in Krisenzeiten zählt?
Wir haben immer wellenartige Bewegungen. Es gab eine starke Hochbewegung und jetzt gibt es eine Talfahrt. Aber es wird sich wieder in der Mitte einpendeln. Jetzt ist halt die Frage, was macht man in dieser Übergangszeit? Wird man panisch, oder glaubt man wieder an seine ursprüngliche Idee?

Also doch Pioniergeist?
Ja in diesem Sinn schon. Ich bin überzeugt, dass Nachhaltigkeit wieder mehr Relevanz haben wird. Der Fachhandel muss schauen, dass er weiter attraktiv bleibt. Dafür muss er sich dann durchaus messen mit dem konventionellen Einzelhandel und seinem Angebot an Erlebniswelten und an grünen Sortimenten. Also, an der Grundidee festhalten, aber innovative Ansätze wählen.

Aber wie?
Auf keinen Fall, indem man panisch alles Mögliche ausprobiert. Darin sehe ich auch meine Aufgabe bei uns im Unternehmen: Mit einer gewissen Demut nicht nur auf die anderen zu schimpfen und stehen zu bleiben, sondern mitzugehen und zu überlegen: Wenn das die Bewegung am konventionellen Markt ist – was kann, was muss ich dann dagegensetzen, damit unser Modell weiter Relevanz hat? Es gibt im Übrigen es auch ein paar sehr brillante Beispiele im Fachhandel.

An wen denken Sie?
Zum Beispiel „Das Paradieschen“, den „Bio Michel“ oder die von Kunden gewählten, „Besten Bio-Läden“, die in Schrot&Korn vorgestellt werden.

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