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Shitstorm

Boykottaufruf gegen Oatly

Nach dem Millionendeal mit der Investmentfirma Blackstone steckt der Bio-Haferdrinkhersteller in einem internationalen Shitstorm. Kunden rufen zum Boykott der Marke auf, Oatly hält dagegen.

02.09.2020 vonKatrin Muhl

Den Haferdrink von Oatly wollen ehemalige Fans jetzt nicht mehr kaufen.

Nach dem Millionendeal mit der Investmentfirma Blackstone steckt der Bio-Haferdrinkhersteller in einem internationalen Shitstorm. Kunden rufen zum Boykott der Marke auf, Oatly hält dagegen.

Der schwedische Haferdrinkhersteller Oatly konnte im Juli seinen Firmenwert durch den Verkauf einer Beteiligung enorm steigern. Bei dem Deal, der Oalty umgerechnet 1,75 Milliarden Euro bescherte, schlugen mehrere US-Prominente ein, aber auch die Investmentgesellschaft Blackstone – und mit ihr haben Kunden von Oatly ein Problem.

Die Blackstone Group ist mit einem Volumen von 545 Milliarden US-Dollar eine der größten Beteiligungsgesellschaften der Welt und steht im Ruf, Firmen nach Manier einer sogenannten Heuschrecke, aufzukaufen und dann fallen zu lassen.

Kritik wegen Abholzungen in Brasilien

Blackstone steht unter anderem auch in der Kritik wegen Investments in Soja-Anbau-Projekte in Brasilien. Damit zusammenhängende Infrastrukturmaßnahmen würden laut einem Bericht von "The Intercept" zu Abholzungen im Amazonas-Regenwald führen. Darüber hinaus gilt Blackstone als Trump-nahes Unternehmen. Einer der Gründer, Steve Schwarzman, soll ein enger Vertrauter des klimaleugnenden US-Präsidenten sein.

In der Investorengruppe, die mit zehn Prozent bei Otaly beteiligt ist, hat der Ableger Blackstone Growth den Hut auf. Oatly-Geschäftsführer Toni Petersson sagte im Juli: „Wir haben uns für eine Partnerschaft mit Blackstone Growth entschieden, weil das Unternehmen über enorme Ressourcen und eine einzigartige Reichweite verfügt.“ Das Engagement von Blackstone sei für Petersson ein „ein klarer Hinweis darauf, wohin sich die Welt bewegt, nämlich in eine neue, nachhaltigere Richtung".

Oatly weist die Vorwürfe zurück

In den sozialen Netzwerken ist inzwischen ein internationaler Shitstorm entbrannt. Oatly-Kunden fühlen sich getäuscht und rufen zum Boykott der Marke auf.

Auf Twitter tauschen sich Nutzer dem Hashtag #oatlygate über die Verbindung von Oatly und Blackstone aus. An seine Kritiker richtete Oatly jetzt ähnliche Worten wie im Juli: "Wir verfolgen noch immer die Mission, die Welt in eine nachhaltigere Richtung zu lenken. Dass wir Investoren in der Finanzwelt (wo nur ein Bruchteil der Investitionen grün ist) anziehen, die in unsere Nachhaltigkeitsarbeit investieren, ist ein großer Schritt vorwärts", gibt das Unternehmen auf dem eigenen Twitter-Account bekannt.

Weiter schreibt Oatly auf Twitter: "Wir glauben, dass wir einen Systemwandel in der globalen Finanzindustrie auslösen können, der unbedingt notwendig ist, um eine nachhaltige Zukunft auf diesem Planeten aufbauen zu können." Eine Twitter-Nutzerin kommentiert: „Oatly versucht wirklich Kritiker davon zu überzeugen, dass schlechtes Geld von schlechten Menschen ein positiver Schritt in Richtung Klimawandel ist, weil so 'Kapital umgeleitet' wird.“

Welche Folgen der Shitstorm für Oatly hat, und ob sich das in Zahlen bemerkbar machen wird, bleibt abzuwarten.

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