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„Wahre Preise"

BNN reagiert auf die Preistransparenz bei Penny

Der Discounter Penny weist seit kurzem die „wahren Preise“ bei einigen seiner Produkte aus. Der BNN hat in einem ausführlichen Statement nun darauf reagiert. Die Antwort im Wortlaut.

15.09.2020

Der Discounter Penny weist seit kurzem die „wahren Preise“ bei einigen seiner Produkte aus. Der BNN hat in einem ausführlichen Statement nun darauf reagiert. Die Antwort im Wortlaut.

Der Lebensmitteldiscounter PENNY weist in seinem kürzlich eröffneten „Nachhaltigkeitsmarkt“ in Berlin bei je acht konventionell und ökologisch erzeugten Eigenmarken-Produkten, neben dem Verkaufspreis, auch den „wahren Preis“ aus. Dieser berücksichtigt neben den Herstellungskosten auch einige Umweltfolgekosten, die bei der Lebensmittelproduktion entstehen.

Der Bundesverband für Naturkost und Naturwaren (BNN) e.V. begrüßt, dass mit dieser Aktion gezeigt wird: billige, konventionell erzeugte Lebensmittel gehen am meisten zulasten von Umwelt und Allgemeinheit, denn hier sind die Aufschläge zu den wahren Preisen am höchsten.

„Das ist es, was in der deutschen Lebensmittelwirtschaft falsch läuft: Bei Essen sollte es nicht um den niedrigsten Preis gehen, sondern um die höchste Nachhaltigkeit“, kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin die Aktion des Lebensmitteldiscounters. „Denn solange die Umweltfolgekosten nicht ein obligatorischer Bestandteil der Lebensmittelpreise sind, können weder Erzeuger, noch Hersteller, noch Kunden die richtigen Entscheidungen treffen“, führt Jäckel weiter aus. „Die aber braucht es, damit die Lebensmittelwirtschaft endlich von Anfang bis Ende nachhaltig und klimapositiv werden kann.“

Bio ist näher dran an den wahren Preisen

Die der Aktion zugrunde liegende Studie der Universität Augsburg, zeigt, dass Bio-Lebensmittel da schon auf einem sehr guten Weg sind. In allen untersuchten Kategorien verursachen biologisch hergestellte Lebensmittel geringere Folgekosten als konventionelle Vergleichsprodukte. Der Verzicht auf beispielsweise chemisch-synthetische Pestizide und Gentechnik und die Investition in artgerechte Tierhaltung verursachen Kosten, die bei Bio-Lebensmitteln zwangsläufig eingepreist sind. Sie sind also nur vermeintlich teurer, weil sie tatsächlich näher dran sind an den wahren Preisen.

Abgesehen davon, dass Bio-Lebensmittel umweltfreundlicher und auch gesünder sind, hat deren Erzeugung zusätzlich einen positiven Einfluss auf das Klima. Denn sie sorgt z.B. für Humusaufbau, der CO2 bindet. Bio ist daher im Grunde aktiver Klimaschutz.

Bio-kann in der Klima- und True Cost-Bilanz positiv sein

Tobias Bandel, Gründer und Geschäftsführer von Soil & More Impacts, einem Beratungsunternehmen für Impact Assessment und True Cost Accounting, hat auf zahlreichen Ökolandbaubetrieben Daten zu den positiven und negativen Effekten der Erzeugung von Bio-Lebensmitteln gesammelt. Er sagt: „Ökologische Landwirtschaft kann in der Klima- und True Cost-Bilanz sogar netto positiv sein, indem sie mehr CO2 bindet als sie emittiert, mehr Boden und Humus aufbaut, als erodiert wird und Biodiversität als aktive Krankheitspräventionsmaßnahme wirkt.“ Bandel ist überzeugt, dass „es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese Parameter verpflichtend quantitativ, monetär und steuerwirksam in die Buchhaltung von Unternehmen einfließen.“

Und das wäre wünschenswert. Denn bislang fehlen aus der Politik echte Anreize und Verpflichtungen, damit Unternehmen in der Lebensmittelwirtschaft über alle Stufen der Wertschöpfung und in allen Vertriebskanälen Entscheidungen treffen, die konsequent am Klimaschutz ausgerichtet sind.

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