Biohandel

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Jahresabschluss 2023

Biomanufaktur Havelland investiert trotz Umsatzminus in die Zukunft

Der regionale Fleisch- und Wurstwarenbetrieb zieht fürs Geschäftsjahr 2023 trotz Umsatzrückgang ein positives Resümee und setzt auf Weiterentwicklung. Dabei investierte das Unternehmen in den Veltener Standort, startete eine neue SB-Sparte und eine eigene Bio-Zerlegung in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Biomanufaktur Havelland erzielte 2023 einen Umsatz von 15,07 Millionen Euro, ein Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber 16,5 Millionen Euro in 2022. Das geht aus einer Medienmitteilung des brandenburgischen Fleisch- und Wurstwarenbetriebs hervor.

Die Entwicklung sei insofern beachtlich und solide, „da der der Fleischkonsum in Deutschland seit Jahren zurückgeht“, so Geschäftsführer Thomas Schubert, der optimistisch in die Zukunft blicke. „Es zeigt uns auch, dass unsere Kundinnen und Kunden nach wie vor hochwertige Bio-Fleischprodukte schätzen.“

Den Umsatzanteil aus externen Verkäufen konnte das Tochterunternehmen der Bio Company im vergangenen Jahr von 25 Prozent auf 30 Prozent steigern. Insgesamt konnte der Betrieb rund 60 neue Kunden hinzugewinnen, darunter auch Gastronomie.

Investitionen in neue Technik

Für 2023 gewann die Biomanufaktur Havelland beispielsweise eine Ausschreibung der Deutschen Bahn und versorgte deutschlandweit Bord-Bistros der Fernzüge mit Schweinegulasch vom Havelländer Bio-Apfelschwein. Zu den langjährigen Kunden zählen neben Gastronomie und Hotellerie auch Kantinen großer Berliner Unternehmen wie BVG, BSR oder Vattenfall.

Um sich an geänderte Kundenbedürfnisse anzupassen, hat das Unternehmen in Velten bei Berlin in eine neue Verpackungsmaschine investiert, die frisches Hackfleisch in Schlauchbeutel abfüllen kann und im März in Betrieb genommen wurde. Für die hybride Anlage, die auch flexibel auf Wurstfüllung umgerüstet werden kann, wurden weitreichende Umbauten und Modernisierungen in der Manufaktur vorgenommen. Die Produkte gehen als Selbstbedienungsware in die Theken der Bio Company.

Investiert wurde auch in die Implementierung neuer Handscanner, um die Kommissionierung in Verbindung mit dem Warenwirtschaftssystem zu optimieren. Das Unternehmen plant weiterhin, in diesem Jahr die Wasseraufbereitung zu erneuern und weitere Geräte wie beispielsweise einen Fettabscheider neu zu installieren.

Neue Bio-Zerlegung in Waren

Im vergangenen Jahr ging auch ein neuer Zerlegebetrieb an den Start, die Mecklenburger Biofleischveredelungs GmbH in Waren an der Müritz. Die Biomanufaktur Havelland hat diese gemeinsam mit der Biopark Markt GmbH gegründet und hält einen Anteil von rund 25 Prozent an der GmbH. Über fünf Millionen Euro hat die Gesellschaft 2022 in den Aufbau einer neuen Betriebsstätte investiert, die ausschließlich in Bio-Qualität verarbeitet. „Dieser Schritt war dringend notwendig, um aus Abhängigkeiten marktdominierender Akteure herauszukommen“, erläutert Schubert.

In den vergangenen Jahren habe sich eine Marktkonzentration großer, konventioneller Betriebe entwickelt. Schubert hatte sich der Pressemitteilung zufolge schon länger für eine eigenständige Branchenlösung stark gemacht. Der Zerlegebetrieb bietet ein Sortiment aus Rind, Schwein und Lamm. Beliefert werden sowohl der Lebensmitteleinzelhandel als auch die Gastronomie.

Der Betrieb ist mit einer Vakuumierungsstrecke ausgestattet, sodass die Produkte auch in passgerechten Portionierungen ihren Weg in die Theken der Verkaufsstätten finden können. Neben der Produktion ist auf der gut 5.000 Quadratmeter großen Fläche auch ein Tiefkühllager entstanden. Das Unternehmen beschäftigt laut eigener Aussagen rund 25 Mitarbeitende.

Neues Projekt in 2024: Reffi-Schaf

Im laufenden Jahr beteiligt sich die Biomanufaktur Havelland an dem Projekt „Reffi-Schaf“. Hierbei entwickelt die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) gemeinsam mit Partnern im Sinne einer ressourceneffizienten Schafhaltung und unter Berücksichtigung der Ganztiernutzung eine Wertschöpfungskette zum Aufbau eines tragfähigen Vermarktungskonzeptes. Dabei gehe es darum, wie man auch die Alttiere der Schafe einer Verwertung zuführen kann.

2023 hatte die Manufaktur bereits an der Initiative „GanzTierStark“ teilgenommen. Auch hier war das Ziel, bei Rindern aus Bio-Weidehaltung alle Teile des Tieres zu verwenden. Thomas Schubert: „Wir freuen uns, Projekte zu unterstützen, bei denen wir den Menschen die Ganztierverwertung näher bringen und zugleich dem Tier unseren Respekt zollen.“ (dan)

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