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Spendenaktionen

Bioläden unter Wasser

Nach den Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz stehen viele Menschen vor dem Nichts. Auch Bio-Unternehmen sind betroffen. Schicksale, Spendenaufrufe und Aktionen im Überblick.

19.08.2021 vonKatrin Muhl

Hochwasser im Bioladen „Naturkost Eifel“

Nach den Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz stehen viele Menschen vor dem Nichts. Auch Bio-Unternehmen sind betroffen. Schicksale, Spendenaufrufe und Aktionen im Überblick.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel vom 22. Juli wurde am 31. August 2021 aktualisiert.

Aus kleinen Flüssen wurden reißende Ströme. Häuser wurden unterspült, manche sind von den Wassermassen mitgerissen worden. Die Flutkatastrophe Mitte Juli hat Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hart getroffen. Viele Menschen stehen vor dem Nichts. Auch Bio-Unternehmen blieben nicht verschont.

Andrea Klingberg, Inhaberin der „Grünen Bude“, zeigt auf Facebook, was die Wassermassen mit ihrem nachhaltigen Online-Versandhandel in Erftstadt (NRW) angerichtet haben. „Unser Lager wurde komplett geflutet“, berichtet sie. Selbst Ware, die noch eine Etage höher gebracht werden konnte, musste zum größten Teil vernichtet werden, da auch dort das Wasser stand.

„Ob es mit der Grünen Bude weitergeht, kann ich noch nicht sagen“, sagt Klingberg. Aufgrund von Corona habe der Shop bereits mit Umsatzeinbußen zu kämpfen gehabt. „Das hat uns jetzt den Rest gegeben.“

Vom Hochwasser verwüstet: das Lager der „Grünen Bude“ in Erftstadt.

Spenden: Grüne Bude

IBAN: DE40430609674110672500
Verwendungszweck: „Spende Überschwemmung“

„Ganz, ganz lieben Dank!“ – Andrea Klingberg

Das Ladenlokal von „Naturkost Eifel“, dem Bioladen von Alexandra Görgen, ist durch den Hochwasserschaden ebenfalls nicht mehr nutzbar. „Wir sind bereits auf der Suche nach einer alternativen Lokalität“, berichtet sie. Um das Geschäft in Schleiden (NRW) am Laufen zu halten, arbeitet das Team mit Hochdruck an einem Online-Shop. Statt wie vor der Flut in den Laden zu kommen, können Kunden dann von zuhause aus im Sortiment stöbern und bestellen. Naturkost Eifel möchte die Ware selbst bis zur Haustüre liefern.

„Wir freuen uns über jeden, der uns in dieser Situation unterstützen möchte. Sei es durch eine Bestellung, eine finanzielle Spende, Sachspenden oder liebe Worte in dieser schweren Zeit“, sagt Görgen.

Nicht mehr nutzbar: das geflutete Ladenlokal von „Naturkost Eifel“.

Spenden: Naturkost Eifel

IBAN: DE 37 3905 0000 1073 3218 93
Verwendungszweck: „Spende zum Wiederaufbau“

Für Sachspenden in Form von Kühlschränken, sonstigen Kühlgeräten, Verkaufstheken, Bürogegenständen oder sonstigen Hilfsangeboten: E-Mail an info@naturkost-eifel.de

Susanne Timmerbeil, die einen Bioladen in Wehringhausen (NRW) betreibt, wendet sich auf ihrer Webseite an ihre Lieferservice-Kunden. Dank ihnen und der großen Solidarität in Wehringhausen „werden wir einigermaßen unbeschadet aus diesem Unwetter und dessen Folgen hervorkommen“, heißt es dort. Und: „Unsere Gedanken sind bei denen, die nicht so viel Glück hatten wie wir!“

Sie sind auch vom Hochwasser betroffen? Wenn Sie an dieser Stelle auf die Situation Ihres Bioladens oder Ihres Bio-Unternehmens aufmerksam machen möchten, schreiben Sie uns an redaktion@biohandel.de.

BNN bietet Hilfe an

Der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) bietet seinen Mitgliedern unter einer Krisentelefonnummer ein offenes Ohr und Hilfe beim Lösen von Problemen, die mit der Flut zusammenhängen. Zudem ruft der BNN seine Mitglieder zur Spende an die „Aktion Deutschland Hilft“ auf, die der Verband laut eigenen Angaben auch selbst unterstützt. „Wer die von dieser Katastrophe Betroffenen direkt unterstützen möchte, kann das natürlich persönlich im Netzwerk tun“, teilt Pressesprecher Hans Kaufmann weiter mit. Zur Höhe der eigenen Spende macht der BNN keine Angaben. „Uns ist es ein Anliegen den Betroffenen zu helfen, uns geht es hier nicht um Profilierung und nicht darum einen Spendenwettbewerb zu starten“, so Kaufmann.

Auch Alnatura unterstützte die „Aktion Deutschland Hilft“. Der Bio-Händler überwies laut eigenen Angaben den gesamten Umsatz, der am 28. Juli zwischen 17 und 18 Uhr in allen Filialen deutschlandweit erzielt wurde, an das gemeinsame Spendenkonto der großen deutschen Hilfsorganisationen (siehe Kasten unten). Zusammen gekommen sind Unternehmensangaben zufolge 275.000 Euro, die Alnatura um weitere 25.000 Euro auf insgesamt 300.000 Euro Spendensumme aufgestockt hat.

Der bio verlag, Herausgeber des BioHandels und des Bio-Kundenmagazins Schrot&Korn, hat an sieben betroffenen Bio-Läden jeweils 500 Euro gespendet. „Die Berichte und Bilder aus dem Flutgebiet haben uns sehr betroffen gemacht“, so Sabine Kauffmann, Gründerin und Geschäftsführerin des bio verlags. Mit vielen Bioläden verbindet das Medienhaus eine langjährige partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Mit der Spende wollen wir direkt einen kleinen Beitrag leisten. Wir wünschen allen Betroffenen Kraft und weitere Unterstützung, damit sie nicht alleine dastehen.“

Spenden: „Aktion Deutschland Hilft“

Die großen Hilfsorganisationen Deutschlands haben ein zentrales Spendenkonto eingerichtet:

Stichwort: „Hochwasser Deutschland“

IBAN:
DE62 3702 0500 0000 1020 30 (Bank für Sozialwirtschaft)

Spendenhotline:
0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher)

Charity SMS:
SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden

Zukunftsstiftung Landwirtschaft: Spendenaufruf für Bio-Biotriebe

Neben Bioläden hat das Hochwasser laut der Zukunftsstiftung Landwirtschaft auch ökologische Weinbau- und Landwirtschaftsbetriebe schwer getroffen. In einigen Regionen sei die Situation noch immer unübersichtlich und die Aufräumarbeiten nicht beendet. Um den Betroffenen schnell und unbürokratisch zu helfen, ruft die Zukunftsstiftung Landwirtschaft im Bündnis mit den Verbänden Bioland, Biokreis, Biopark, Demeter, Ecovin, Naturland, Gäa, der Bio Boden Genossenschaft sowie der Bioland Stiftung, dem BÖLW und der SÖL zum Spenden auf. Die finanziellen Hilfen sollen es betroffenen Betrieben ermöglichen, ihre Arbeit zügig wieder aufnehmen zu können.

Geschädigte landwirtschaftliche Bio-Betriebe können die finanziellen Hilfen ab sofort bei der Zukunftsstiftung Landwirtschaft beantragen. Über 350.000 Euro sind bei der Spendenaktion bislang zusammengekommen (Stand: 25.08.2021), teilt das Bündnis mit. Über die eingegangenen Anträge wird in den kommenden Wochen ein Gremium aus Vertretern der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, den deutschen Bio-Verbänden, der Bioland Stiftung, dem BÖLW und der Stiftung Ökologie & Landbau entscheiden.

Antragsstellung und Spendenkonto

Weitere Informationen unter Zukunftsstiftung Landwirtschaft Fluthilfe

Bio-Markt Verbund: „Aufrunden? Ja, bitte!“

Unter dem Motto „Aufrunden? Ja, bitte!“ unterstützt der BioMarkt Verbund in Not geratene Bio-Betriebe beim Wiederaufbau ihrer Existenzen. Im August können Kundinnen und Kunden in allen rund 300 Denns-Biomärkten sowie 100 weiteren Bio-Märkten, an der Kasse den Rechnungsbetrag aufrunden. „Durch Aufrunden an der Kasse, summieren sich auch kleine Beträge und unterstützen die Betroffenen“, teilte Karola Krug vom Vertriebsausschuss des BioMarkt Verbundes mit.

Sie rufen auch zu Spenden für Hochwasseropfer aus der Bio-Branche auf? Wenn Sie an dieser Stelle auf die Aktion aufmerksam machen möchten, schreiben Sie uns an redaktion@biohandel.de.

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