Wissen. Was die Branche bewegt
Statistik

Bio-Schweine sind selten

Das statistische Bundesamt hat im vergangenen Jahr Nutztiere in der Landwirtschaft gezählt. Das Ergebnis: Der Bio-Anteil von Rindern, Schweinen und Hühnern liegt noch weit unter einem Zehntel. Besonders Bio-Schweine sind rar.

14.07.2021 vonLeo Frühschütz

Nur 0,8 Prozent aller deutschen Schweine leben auf Bio-Betrieben. Bei Ziegen dagegen liegt der Bio-Anteil bei einem Drittel.

Das statistische Bundesamt hat im vergangenen Jahr Nutztiere in der Landwirtschaft gezählt. Das Ergebnis: Der Bio-Anteil von Rindern, Schweinen und Hühnern liegt noch weit unter einem Zehntel. Besonders Bio-Schweine sind rar.

Das statistische Bundesamt macht sich alle zehn Jahre auf zur großen Landwirtschaftszählung. Sie lieferte – mit dem Stichtag 1. März 2020 – auch zahlreiche Daten über den Ökolandbau.

Rinder

Bei den Rindern liegt der Bio-Anteil mit 861.000 Tieren bei 7,6 Prozent. Allerdings enthalten die Zahlen auch die Fleischrinder und ihren Nachwuchs, die als Mutterkuhherden auf der Weide leben. 30 Prozent dieser Mutterkühe leben auf Bio-Höfen. Bei den Milchkühen dagegen liegt der Bio-Anteil mit 5,6 Prozent deutlich niedriger. Fasst die Hälfte der 226.000 Bio-Milchkühe lebt in Bayern. 47 Milchkühe hält ein Bio-Landwirt, 72 Tiere sind es im bundesweiten Durchschnitt aller Betriebe.

Schweine

1.566 Bio-Betriebe halten Schweine, zusammen 212.455 Tiere. Insgesamt leben auf deutschen Höfen allerdings 26,3 Millionen Schweine; der Bio-Anteil beträgt also 0,8 Prozent. Auffällig ist auch, dass im Schnitt auf jeden Betrieb 850 Schweine kommen. Bei den Bio-Haltern dagegen sind es nur 135 Tiere. Das liegt daran, dass die meisten Betriebe nur wenige Schweine halten, für die Selbstversorgung oder Direktvermarktung. Spezialisiert auf Schweinefleisch haben sich nur wenige Betriebe, 48 von ihnen halten mehr als 1.000 Tiere, stehen dafür aber für 43 Prozent aller Bio-Schweine. Betriebe mit mehr als 5.000 Tieren finden sich in der Bio-Statistik nicht. Von den konventionellen Schweinen lebt ein Fünftel in derart großen Beständen.

Hühner

Deutlich sind die Größenunterschiede auch bei Masthühnern und Legehennen. 3200 Tiere sind es hier im Schnitt aller Betriebe. Die Bio-Höfe kommen mit 1544 Tieren auf die Hälfte. Insgesamt liegt der Bio-Anteil bei 5,2 Prozent. Bei Bio dominieren die größeren Betriebe, auch wenn sie nicht so groß sind wie die konventionellen Kollegen.

Über die Hälfte aller Legehennen lebt in 213 Betrieben mit jeweils mehr als 50.000 Plätzen.

Für Bio-Legehennen meldet die Statistik 5.213 Betriebe, von denen die meisten weniger als 100 Tiere halten. 221 Bio-Betriebe halten mehr als 10.000 Tiere und damit 70 Prozent der Bio-Legehennen.

Beim Mastgeflügel versorgen 700 Betriebe mit im Schnitt 100.000 Tieren 80 Prozent des Marktes. Bei den Bio-Masthühnern leben zwei Drittel der Tiere mit mindestens 10.000 Artgenossen in einem Betrieb. Die Kategorie mit mehr als 50.000 Tieren fehlt bei Bio.

Kommentare

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge