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Coronakrise

Bio-Lieferdienste voll ausgelastet

Viel Arbeit gibt es derzeit bei den Lieferdiensten für Bioware. Weil Stammkunden in der Corona-Krise mehr bestellen und Großhändler kaum mit der Kommissionierung nachkommen, können vielerorts zurzeit keine Neukunden aufgenommen werden.

30.03.2020 vonHorst Fiedler

Die Kundeninformationen auf der Web-Seite des Amperhofes in Bergkirchen umreißt die aktuelle Situation der Lieferdienste: „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Neuanmeldungen mehr annehmen. Alle eingegangenen Anfragen werden nacheinander abgearbeitet und stehen auf einer Warteliste. Bitte haben Sie etwas Geduld und warten Sie auf unsere Rückmeldung. Auch telefonisch können wir keine Auskunft geben, wann eine erste Lieferung möglich sein wird. E-Mail-Bestätigungen sind nicht verbindlich. Für Bestandskunden bleibt alles wie gehabt. Wir bitten um Ihr Verständnis!“

Selbst Risikogruppen haben keine Chance

Auch die Ökokiste Kößnach bedauert, derzeit keine Neukunden aufnehmen zu können, auch keine Risikogruppen: „Aufgrund der aktuell hohen Bestellmengen unserer Stammkunden können wir leider bis auf weiteres keine Neukunden annehmen. Sollten Sie zu einer Risikogruppe gehören bzw. in Quarantäne sein, wenden Sie sich bitte an öffentliche Stellen (in Straubing z.B. das Freiwilligenzentrum) oder an Ihre Nachbarschaft, die die Belieferung von Risikogruppen koordinieren.“

Teams werden wegen Ansteckungsgefahr getrennt

Martina Schmid von der Geschäftsstelle des Vereins Ökokiste bestätigt die hohe Arbeitsbelastung der Mitgliedsbetriebe. Derzeit habe die Gesundheit der Belegschaften Priorität, um die Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten. So würden Teams getrennt, damit im Falle einer Infektion mit dem Corona-Virus nicht gleich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sind. Kurzfristige Kapazitätsausweitungen seien kaum möglich. Vor allem auch weil Fahrer generell schwer zu finden seien. Was die Ware angeht, sei das meiste noch gut lieferbar.

Lieferservice auf Hochtouren - etwas ruhiger im Laden

Auch beim Lieferdienst Paradieschen in Linsengericht/Hessen wurde ein Neukundenstopp auf der Web-Seite verkündet. „Unsere Stammkunden bestellen jetzt mehr. Und viele, die lange nichts mehr bestellt haben, kommen zurück“, beschreibt Geschäftsführer Mario Blandamura die Lage. Während der Lieferservice auf Hochtouren voll weitergeht, ist es im Laden etwas ruhiger geworden. Regale konnten wieder aufgefüllt werden. „Unsere Kunden essen erst einmal das, was sie gekauft haben“, sagt Blandamura.

Kunden haben Verständnis für Schutzmaßnahmen und Mengenbeschränkung

Die Gesundheit von Mitarbeitern und Kunden steht auch im Paradieschen oben an. Neben Informationen auf der Web-Seite über die sich ständig ändernde Nachrichtenlage wurden die Kassenplätze mit einem Plexiglas-Schutz ausgestattet. Im Bistro gibt es keine Verweilmöglichkeit mehr, nur noch To-Go-Essen. Die Einführung von Abstandsregeln steht als nächstes auf der Agenda. Wichtig sei, keine Panik aufkommen zu lassen. Kunden zeigten Verständnis für die Maßnahmen und hätten sich auch bei der vorgegebenen Mengenbeschränkung von drei Einheiten pro Artikel im Trockenbereich nicht beklagt.

NDR-Video: Bio-Lieferservice kann Nachfrage kaum bewältigen

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