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Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung

Bio in Deutschland wächst weiter – aber schwächer

Auch 2022 haben sich dem BMEL zufolge weitere Landwirte und Lebensmittelhersteller in Deutschland für Bio entschieden. Doch der Zuwachs hat sich zuletzt abgeschwächt.

Der Trend zu Öko setzt sich fort, wenn auch schwächer als im Vorjahr. Das zeigen die neuesten Strukturdaten für den ökologischen Landbau des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Im Vergleich zum Vorjahr entschieden sich 2022 demnach weitere 605 Höfe für die ökologische Landwirtschaft. Insgesamt wurden 57.611 Hektar auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt, was einer Fläche von rund 80.000 Fußballfeldern entspricht, teilte das BMEL am Mittwoch mit.

Für den größten nominellen Zuwachs eines Bundeslandes sorgten die Landwirtinnen und Landwirte in Brandenburg, wo zusätzlich mehr als 15.000 Hektar Bio-Flächen entstanden sind. Brandenburg rückte damit – hinter Bayern – auf den zweiten Platz der Bundesländer mit dem höchsten Anteil an der gesamten deutschen Öko-Fläche auf. Was den Anteil der Öko-Betriebe an allen Landwirtschaftsbetrieben angeht, lagen drei Bundesländer bei über 25 Prozent: Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg und das Saarland.

„Der Umstieg auf Öko bietet den Höfen eine Zukunftsalternative. Deshalb ergreifen die Betriebe auch in Krisenzeiten die Chance und investieren in den Umstieg“, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Dr. Ophelia Nick. Mit Bio blieben die Höfe und Lebensmittelhersteller in den Dörfern, wodurch Arbeitsplätze gesichert und der ländlich Raum gestärkt werde.

Den Daten zufolge wirtschafteten 2022 insgesamt 36.912 Höfe in Deutschland ökologisch, was 14,2 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland entspricht. Auch in der Lebensmittelherstellung nutzten weitere 2.348 Unternehmen wie Bäckereien, Molkereien oder Metzgereien die Chance für den Einstieg in die ökologische Verarbeitung. Mit 5600 Unternehmen befinden sich in Bayern die meisten Betriebe, die aus ökologisch erzeugter Rohware Bio-Produkte herstellen. Deutschlandweit waren es 2022 insgesamt 21.920 Firmen.

Damit hat sich das Bio-Wachstum zuletzt abgeschwächt. Seit Beginn des Jahres 2020 konnte die Öko-Fläche um insgesamt 1,5 Prozentpunkte zulegen, in den drei Jahren zuvor betrug das Wachstum noch 2,3 Prozentpunkte. Deutlicher ist der Unterschied bei den Bio-Landwirtschaftsbetrieben: Deren Anzahl stieg seit 2020 um 1,3 Prozentpunkte. Von 2017 bis 2019 betrug der Zuwachs noch knapp 2,9 Prozentpunkte. (mis)

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