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Bio Company startet Lieferdienst

Der Berliner Biofilialist will seine Kundschaft ab sofort selbst beliefern. Gestartet wird mit einer Testphase in bestimmten Bezirken der Hauptstadt. Mit dabei sind Midgard, der Biogroßhändler der Bio Company, sowie ein grüner Logistikdienstleister.

Die Bio Company beliefert ab sofort Kunden in Berlin mit Biolebensmitteln. Gestartet wird zunächst in bestimmten Postleitzahlengebieten in Prenzlauer Berg und Pankow. Nach erfolgreichem Verlauf soll der Lieferservice auf weitere Bezirke ausgeweitet werden, teilte der Biofilialist am Donnerstag mit.

Auf shop.biocompany.de stehen der Bio Company zufolge über 1.000 Bioprodukte zum Bestellen zur Auswahl. Der Mindestwarenwert pro Lieferung beträgt 19 Euro. Zusätzlich dazu bietet der Biohändler auch Abo-Kisten mit Obst- und/oder Gemüse an. Zusätzlich dazu können Kunden Kisten mit Produkten der Eigenmarke der Bio Company bestellen: Die „Frischetheke“ beinhaltet Kühlware wie beispielsweise Molkereiprodukte, frische Pasta oder Aufstriche. Kundinnen und Kunden, die die Kiste „Vorratskammer“ bestellen, erhalten haltbare Lebensmittel wie Reis, Nüsse, Müsli, Speiseöl oder Dosentomaten.

Bio-Company-Produkte gab es schon einmal zum Bestellen

Die Eigenmarke der Bio Company gibt es nicht das erste Mal zum Bestellen. Über den norwegischen Online-Supermarkt Oda, der Anfang 2023 in Berlin gestartet war, hatte der Händler bereits für kurze Zeit „Bio Company“-Produkte vertrieben. Doch schon wenige Monate später, Ende Juni 2023, stellte Oda den Betrieb wegen eines „derzeit schwierigen Finanzumfelds“ wieder ein.

Nun also versucht es die Bio Company auf eigene Faust. Preislich liegen die Obst- und Gemüsekisten, die von der Biosupermarktkette auch mit regionalen Produkten angeboten werden, je nach Größe zwischen 19 Euro (Größe S) und 29 Euro (Größe L). Die Frischebox kostet 20 Euro, die „Vorratskammer“ 27 Euro. Für die Zustellung berechnet Bio Company 4,95 Euro.

Alle Boxen können von der Kundschaft einmalig bestellt oder regelmäßig im Abstand von einer bis zu acht Wochen bezogen werden. Den Inhalt können die Kunden laut Bio Company individuell anpassen. Der Bestellschluss ist zwei Tage vor Auslieferung. Bestimmte Lebensmittel wie beispielsweise Fleisch müssen drei Tage vor der Lieferung bestellt werden.

„Wir haben sehr viele Anfragen bekommen“, sagt Nicole Korset-Ristic, Vorständin Einkauf und Verkauf der Bio Company, zum neuen Angebot. Nun wolle man den Kundinnen und Kunden frische, nachhaltige Bioqualität auch ganz bequem direkt nach Hause liefern.

Die Auslieferung findet zunächst an zwei Tagen die Woche statt, jeweils donnerstags und freitags, wobei jeder Kunde einen festen Liefertag hat. Über eine Tracking-Funktion können die Kunden ihren jeweiligen Lieferstatus nachverfolgen. „Lieferfenster sind aus unserer Sicht wirtschaftlich nachhaltiger als andere Logistik-Arten“, begründet Korset-Ristic die Beschränkung auf zwei Liefertage.

Gepackt werden die Bestellungen bei der Bio-Company-Tochter Midgard mit Sitz in Lichtenberg im Nordosten Berlins. Der Biogroßhändler liefert die bestellten Kisten an den Logistikdienstleister Grüne Stadtlogistik, deren Fahrerinnen und Fahrer die Ware mit Lastenrädern zu den Kunden bringen. „Uns ist besonders wichtig, die Ware nachhaltig und emissionsfrei zum Kunden zu bringen“, so Korset-Ristic.

Viel Potenzial aber auch viel Konkurrenz in Berlin

Damit die Kisten und Thermoboxen, in denen die Lebensmittel ausgeliefert werden, wieder in den Lieferkreislauf zurückkommen, berechnet die Bio Company jeweils zehn Euro Pfand. Glaspfand können die Kundinnen und Kunden den Fahrerinnen und Fahrerinnen mitgeben. Der Betrag wird dann bei der nächsten Bestellung verrechnet.

In Berlin mit seinen mehr als 3,5 Millionen Einwohnern ist das Nachfragepotenzial nach Lebensmittellieferungen hoch. Andererseits gibt es dort viel Konkurrenz. Neben Biokisten-Anbietern wie etwa dem Ökodorf Brodowin, das seine Ware in der Berliner Innenstadt ebenfalls mit Lastenrädern anliefert, versuchen auch andere Unternehmen, sich auf dem Markt mit Bio-Food aus dem Internet zu behaupten. Beispielsweise ist Alnatura dort bereits aktiv. Seit dem Frühling beliefert auch Knuspr die Menschen in der Hauptstadt mit einem großen Angebot an Bioprodukten. Das Liefernetz in Berlin soll über 200 Postleitzahlengebiete umfassen und fast vier Millionen Bewohner erreichen, teilte das Unternehmen beim Start mit.

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