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Nachhaltigkeitsstrategie

Bio allein reicht nicht mehr

Der Umbau der Lebensmittelwirtschaft ist überfällig, aber gar nicht so einfach. Nur Bio reicht nicht für die Zukunft. Die Branche muss neue Bilder finden, um sich erfolgreich zu transformieren, meint Kolumnist Manuel Pick.

11.09.2020 vonManuel Pick

Der Bio-Begriff ist nicht fertig gedacht.

Der Umbau der Lebensmittelwirtschaft ist überfällig, aber gar nicht so einfach. Nur Bio reicht nicht für die Zukunft. Die Branche muss neue Bilder finden, um sich erfolgreich zu transformieren, meint Kolumnist Manuel Pick.

Neulich beim Nach­haltigkeitsschlach­ter: „Guten Tag, was darf’s denn sein?“ „Ein Kilo Transformation.“ „Am Stück oder in Scheiben?“ „Am Stück, bitte.“ „Sehr gern, darf‘s ein bisschen mehr sein?“

Wäre doch super! Einfach ein Stück Transformation bestellen, einpacken, fertig ist die Nachhaltigkeitsstra­tegie fürs Unternehmen. Denn heimlich wussten es ja alle schon immer: Unsere Wirtschaft muss umgebaut werden.

So leicht geht sie leider nicht, die Transfor­mation zur nachhaltigen Lebensmittelwirtschaft. Kaum einer kann definie­ren, was sie für Bio bedeu­tet. Und wie sie konkret aus­sehen würde. Wir eiern ganz ordentlich rum und halten uns an „Bio“ fest, wissend, dass das nicht für die Zu­kunft reicht.

Viele Bio-Unterneh­men haben Respekt vor nachhalti­ger Transformation.

Manuel Pick

Zwar ist unser Bio-Begriff größer, als der, der gemeinhin rumhühnert, fertig gedacht ist er nicht. Genau das aber brauchen wir. Starke, klare Bilder, die Lust auf nachhaltige Lebensstile machen.

Bauern haben es da leicht. Ein Bild von gewollter Landwirt­schaft und die Sehnsucht danach tragen Menschen in sich. Der Rest steht noch ziemlich bildlos da. Deshalb haben viele Bio-Unterneh­men Respekt vor nachhalti­ger Transformation. Außerdem ist uns eh un­geheuer, was wir nicht vor unserem geistigen Auge se­hen können.

Was wir nicht sehen können, ist noch nicht gedacht. Was noch nicht gedacht ist, muss jetzt gedacht werden. Den Menschen, die das denken können, sollte schleunigst ein Forum gebaut werden innerhalb dessen sie Bilder zeichnen können, die zei­gen, wo die Nachhaltigkeits­reise hingeht.

Bilder, die die Kraft haben, Menschen zu begeistern. Nicht perfekt, Skizzen, ohne Kitsch und Verklärung. Nicht wie eine Bestellung beim Fleischer. Wenn das gelingt – und nur dann – wird Transforma­tion konkret und gewinnt an Kraft.

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