Biohandel

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Werz-Geschäftsführer Semjan und Winterhoff

„Bei uns weht ein neuer Wind“

Björn Semjan und Michael Winterhoff sind die neuen Geschäftsführer der Naturkornmühle Werz. Im Interview mit BioHandel sprechen die beiden über ihre Pläne für das Traditionsunternehmen aus Heidenheim.

Herr Semjan, Sie haben mehrere Geschäftsführerposten: zwei bei IT-Unternehmen, eine weitere in der Naturkornmühle Werz. Wie kann das funktionieren?

Björn Semjan: Bei Werz bin ich nur strategischer Geschäftsführer, und auch nicht alleine. Meine Bedingung für den Einstieg war, dass Michael Winterhoff als operativer Geschäftsführer mit dabeibleibt – wir stemmen das zu zweit. Außerdem ist das eine Frage der Organisation und der Kommunikationstechnik, die zur Verfügung steht. Heutzutage muss man nicht immer vor Ort sein und ist trotzdem erreichbar.

Und was macht ein IT-Spezialist bei einem Bio-Unternehmen?

BS: Meine Großeltern haben nach dem zweiten Weltkrieg in Frankfurt das erste vegetarische Restaurant geführt. Ich bin mit der vegetarischen Ernährung aufgewachsen und ernähre mich außerdem fast ausschließlich Bio. Bio begleitet mich schon ein Leben lang. Mein Vater gehört zur 68er-Generation, ihm verdanke ich, dass mir die Szene vertraut ist. Und tatsächlich wollte ich schon 1996 in Ulm einen Biosupermarkt eröffnen. Das scheiterte daran, dass die Bank das damals für eine spinnerte Idee hielt und kein Geld dafür gab. Und jetzt muss ich sagen: Ich fühle mich gut in meiner neuen Rolle. Ist schon ein tolles Gefühl, die eigenen Produkte im Handel präsentiert zu sehen.

Wie halten Sie es mit der Fachhandelstreue?

BS: Wir wollen keine Billigheimer werden. Der Fokus soll beim klassischen Biohandel und bei der Reformkost bleiben. Vielleicht ist aber auch eine Zusammenarbeit mit DM- oder Müller-Filialen mit großem Bio-Sortiment möglich.

Sie haben viele neue Ideen und auch schon viel angeschoben. Ziehen die Werz-Mitarbeiter mit?

BS: Natürlich gab es Befürchtungen bei den Mitarbeitern. Aber das ist vorbei. Einige waren unterqualifiziert eingesetzt, wir wollen sie weiterbringen, fördern. Manch einer kann beispielsweise eine Aufgabe in der Verwaltung übernehmen statt Etiketten zu kleben.

Michael Winterhoff: Die Mitarbeiter haben viele Ideen, die sie jetzt einbringen können und sollen. Bei uns weht ein neuer Wind und wir wollen einen eigenen Führungsstil umsetzen: Wir sind alle ein Team und wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir benötigen das Vertrauen der Mitarbeiter. Aber ich denke, sie spüren den Aufbruch. Schließlich hat sich schon einiges getan.

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