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Auch Bio Planète hat jetzt einen Online-Shop

Wie viele andere Bio-Fachhandelsmarken vertreibt auch der Öl-Hersteller seine Produkte zusätzlich über einen eigenen Webshop. Die Möglichkeiten, Bio im Internet zu bestellen, werden immer vielfältiger.

Der Öl-Hersteller Bio Planète verkauft seine Produkte ab sofort auch über einen eigenen Online-Shop. Auf seiner Webseite bioplanete.de bietet das Unternehmen seinen Kunden das gesamte Produkt-Sortiment zum Bestellen an.

Der Hersteller begründet den Schritt damit, dass nicht alle Produkte des mehr als 70 Bio-Öle umfassenden Sortiments in jedem Bio-Laden angeboten werden könnten. Zudem wolle man auch die Kunden erreichen, die in Regionen leben, „von wo aus es ein weiter Weg zum Fachhandel ist“, teilte Antje Steglich, PR-Verantwortliche bei Bio Planète, dem BioHandel mit.

Ein weiterer Grund dürfte allerdings auch sein, dass man als Hersteller heutzutage kaum noch an einem eigenen Online-Shop vorbeikommt. Vor allem in der Coronakrise hat der Lebensmittelkauf übers Internet einen regelrechten Boom erfahren. Laut Zahlen des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) stieg der Umsatz 2020 im Vergleich zum Vorjahr um fast 70 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. In den fünf Jahren zuvor betrug das Wachstum pro Jahr im Schnitt rund 20 Prozent. Laut BEVH-Zahlen hielt der Anstieg im dritten Quartal 2021 mit plus 35 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2020 an.

Bio Planète in guter Gesellschaft

Bio Planète ist nur eine weitere von inzwischen zahlreichen Bio-Fachhandelsmarken, die einen eigenen Online-Vertrieb haben. Anbieter wie Allos, Lebensbaum, Spielberger Mühle, Byodo, Barnhouse, Rapunzel, Bohlsener Mühle, Naturata, Voelkel, Morgenland, Sodasan oder Styx verkaufen ihre Produkte bereits über eigene Online-Shops. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Die Hersteller sind damit nicht mehr ausschließlich auf die Vermarktung über den stationären Handel oder Online-Marktplätze wie zum Beispiel e-biomarkt.de oder fooodz.de angewiesen, wo ihre Produkte im Umfeld von ähnlichen Artikeln platziert werden. Damit grenzen sie sich stärker von Mitbewerbern ab. Starke Marken erhöhen mit einem Web-Shop gleichzeitig ihre Reichweite und binden durch den direkten Kontakt Kunden enger an sich.

In einer repräsentativen Umfrage des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) aus dem Jahr 2019 haben 44 Prozent der Kunden, die hauptsächlich im Naturkostfachhandel einkaufen, angegeben, dass sie auch online Bio-Produkte bestellen. In der Pandemie dürften es noch mehr geworden sein.

Auch für Alnatura wird das Online-Geschäft immer wichtiger, wie das Unternehmen auf seiner Jahrespressekonferenz Anfang Dezember mitteilte. Anders als viele andere Hersteller hatten die Darmstädter bei ihrem Web-Shop allerdings Anfang 2020 den Stecker gezogen, kurz bevor die Corona-Pandemie Deutschland erreicht hatte. Seitdem setzt Alnatura verstärkt auf die Online-Shops von Handelspartnern. In Deutschland können Kunden Alnatura-Produkte über die Webseiten von Rossmann und Müller bestellen. Zusätzlich vertreibt Alnatura seine Produkte über Lieferdienste wie Bringmeister, Picnic und Knuspr, sowie Baby-Nahrung über Greenstories.

Lieferdienste werden wichtiger – auch für Bio-Ware

Lieferdienste haben in der Coronakrise ebenfalls stark an Bedeutung gewonnen. Der Markt ist in Bewegung, die Lieferzeiten inzwischen rasend schnell. Wer bei Knuspr den Bestell-Button drückt muss maximal drei Stunden warten, bis der Lebensmittelbote an der Türe klingelt. Noch schneller geht es bei Gorillas, Flink und Getir. Alle drei versprechen, Bestellungen innerhalb von zehn Minuten auszufahren.

Bei Gorillas können Kunden per App unter anderem Bio-Produkte von Davert, Followfood und der Bio-Zentrale, die vor kurzem eine eigene Marke für den Fachhandel angekündigt hat, ordern. Flink liefert derweil ähnlich schnell die Rewe-Eigenmarke Rewe Bio aus. Beide verlangen für ihren Blitzschnell-Service 1,80 Euro Liefergebühr. Getir fährt in Berlin, Hamburg und München nur eine Handvoll ökologisch erzeugter Artikel aus, darunter Milch und Joghurt der Gläsernen Molkerei.

„Wie Gorillas, nur nachhaltig“, so oder so ähnlich titelten diverse Medien zum Start des Lieferdienstes Alpakas, der seit Herbst in Berlin unterwegs ist. Das Start-up selbst bezeichnet sich als „Unverpackt-Lieferdienst für den kompletten Wocheneinkauf“. Dafür kauft Alpakas Bio-Trockenware in Großgebinden und füllt sie in Pfandgläser ab, Obst und Gemüse kommen in Frische-Netzen. Die Produkte stammen unter anderem von Terra Naturkost, Voelkel, Schrozberger, Unverpackt für alle, Bio und So oder der Eigenmarke Alpakas.

Geliefert wird noch am gleichen Tag, wenn vor 17 Uhr bestellt wird. Ab einem Bestellwert von 25 Euro kommen die Lebensmittel-Boten mit ihren Lastenrädern ohne Aufpreis. „Ein Einkauf auf Alpakas soll sich anfühlen wie auf dem Wochenmarkt: nachhaltige, saisonale und lokale Produkte, enge Beziehungen zu den Herstellenden und Bio-Qualität”, so Gründer Simon Chorzelski.

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