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Anteil der Bio-Bauern steigt auf 13 Prozent

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Bio-Zahlen Stand 31.12.2019 veröffentlicht. Sie zeigen, dass Bio schneller wachsen muss, wenn die von der EU geplanten 25 Prozent Bio-Flächenanteil bis 2030 erreicht werden sollen.

16.07.2020 vonLeo Frühschütz

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Bio-Zahlen Stand 31.12.2019 veröffentlicht. Sie zeigen, dass Bio schneller wachsen muss, wenn die von der EU geplanten 25 Prozent Bio-Flächenanteil bis 2030 erreicht werden sollen.

Im Jahr 2019 ist die Zahl der Bio-Bauern in Deutschland um 7,6 Prozent auf 34.110 gestiegen. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche wuchs um 7,7 Prozent auf 1.613.834 Hektar. Damit liegt die Bio-Bauernquote bei 12,9 Prozent, der Bio-Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche macht 9,7 Prozent aus.

Soll der Flächenanteil, wie von der Bundesregierung geplant, bis 2030 auf 20 Prozent steigen, bräuchte es weiterhin einen konstanten jährlichen Zuwachs von 7,5 Prozent. Um die von der EU geplanten 25 Prozent Bio-Anteil bis 2030 zu ertreichen, müsste die Wachstumsrate jedes Jahr 9,9 Prozent betragen.

Die Zahl der verarbeitenden Bio-Betriebe legte 2019 um 4,8 Prozent auf 11.863 zu. Etwas stärker wuchs die Zahl der zertifizierten Handelsunternehmen und der Importeure. Insgesamt gab es in Deutschland Ende 2019 49.931 bio-zertifizierte Betriebe. Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichten Zahlen basieren auf den Jahresmeldungen der Bundesländer, bei denen die Öko-Kontrollstellen ihre jährlichen Berichte abliefern.

Zahlen aus den Bundesländern

Die meisten Bio-Bauern wirtschaften in Baden-Württemberg und Bayern. Die beiden Bundesländer stellen zusammen gut 60 Prozent aller Bio-Höfe, allerdings nur gut ein Drittel der Fläche, denn die Betriebe sind dort weitaus kleiner als im Norden und Osten der Republik. In Baden-Württemberg wirtschaftet inzwischen gut jeder vierte Landwirt biologisch. Die höchsten Bio-Anteile bei der Fläche weisen dagegen das Saarland und Hessen mit 18 und 15 Prozent auf. Schlusslichter sind hier Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

BÖLW fordert 25 Prozent der Agrarforschung für Bio

„Die Zahlen belegen, dass unsere gezielte Förderung wirkt“, kommentierte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die aktuellen Ökolandbau-Zahlen. „2019 entschieden sich Tag für Tag mehr als sechs Höfe für Bio und damit dafür, Essen enkeltauglich herzustellen“, sagte Peter Röhrig, Geschäftsführer des Bio-Dachverbandes BÖLW. Er forderte verstärkte Anstrengungen, damit Deutschland das EU-Bio-Ziel von 25 Prozent in 2030 erreiche. So müssten 25 Prozent der Agrar-Forschungsmittel in Bio-Projekte fließen und nicht bloß zwei Prozent wie derzeit. „Auch den Bio-Anteil in der Gemeinschaftsgastronomie müssen Bund und Länder in ihren eigenen Kantinen anpassen, von aktuell etwa ein Prozent auf 25 Prozent“, sagte Röhrig.

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