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Starkes Geschäftsjahr

Alnatura will weiter wachsen

Deutschlands zweitgrößte Bio-Supermarktkette wächst so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das Kapitel Auslistung bei DM scheint abgeschlossen. Auch in den kommenden Jahren will Alnatura weiter wachsen – mit weiteren Filialen, Partnerschaften mit deutschen Bio-Händlern und Expansionen im Ausland.

21.11.2019 vonMichael Stahl

Alnatura-Filiale in Berlin

Deutschlands zweitgrößte Bio-Supermarktkette wächst so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Das Kapitel Auslistung bei DM scheint abgeschlossen. Auch in den kommenden Jahren will Alnatura weiter wachsen – mit weiteren Filialen, Partnerschaften mit deutschen Bio-Händlern und Expansionen im Ausland.

Alnatura scheint die schmerzhafte Trennung von seinem einstmals größten Handelspartner, der Drogeriekette DM, überwunden zu haben. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19, das am 30. September zu Ende ging, erhöhte sich der Netto-Umsatz um 9,5 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr auf 901 Millionen Euro. Ähnlich stark wuchs das Unternehmen zuletzt 2013/2014. Anschließend flachte das Wachstum wegen der Auslistung der Alnatura-Produkte bei dm deutlich ab.

Die jüngsten Zuwächse stammen aus dem Wachstum bei den Handelspartnern und den eigenen Filialen, teilte Rüdiger Kasch, verantwortlich für Vertrieb und Expansion bei Alnatura, auf der Jahrespressekonferenz in Darmstadt am Mittwoch mit. Letztere steuerten laut Gründer Götz Rehn rund 60 Prozent zum Wachstum bei. Angaben zum Gewinn machte Alnatura nicht.

Auch beim Personal hat sich einiges getan im abgelaufenen Geschäftsjahr: Die Zahl der Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit stieg um 5,5 Prozent – allen voran in den Filialen. Damit beschäftigt Alnatura laut eigenen Angaben derzeit 3.221 Mitarbeiter. Rund 460 davon arbeiten in der neuen Zentrale in Darmstadt. Eine davon ist Kristina Büttner, die seit Juni Teil der Geschäftsführung ist und dort für die Bereiche Produktmanagement, Markenkommunikation und Digitales zuständig ist.

Filialen in Kiel, Dresden, Stuttgart und Starnberg geplant

Beim Wachstum will Alnatura weiter aufs Tempo drücken. „Wir haben einen sehr guten Kundenzuwachs in allen unseren Märkten, was uns zu einem nachhaltigen, guten Umsatzzuwachs führt, so dass wir jetzt auch in der Lage sind, unsere Expansion wieder zu beschleunigen", teilte Kasch mit. 2020/21 sollen zehn bis zwölf neue Märkte entstehen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr kamen unter dem Strich zwei neue Märkte hinzu. In Erfurt, Freiburg und Hamburg gab es Neueröffnungen, in Pforzheim eine Schließung. Ein bestehender Markt wurde nach Regensburg verlegt. Damit besteht das Filialnetz Stand jetzt aus 133 Märkten in 13 Bundesländern. Allein 30 davon befinden sich in Baden-Württemberg. Ende Oktober eröffnete ein weiterer Alnatura Super Natur Markt im Frankfurter Stadtteil Ostend. Weitere sollen im aktuellen Geschäftsjahr unter anderem in Starnberg, Stuttgart, Dresden und Kiel entstehen.

Sortimentskonzepte für deutsche Bio-Händler

Neben eigenen Filialen sucht Alnatura künftig hierzulande auch verstärkt die Nähe zu Bio-Fachhändlern. Für Märkte, die etwa an ihre Wachstumsgrenze stoßen, wolle das Unternehmen Sortimentskonzepte planen und umsetzen, sagte Rehn. Dabei sei man nicht auf Alnatura-Produkte beschränkt. „Wir überlegen in Partnerschaften mit Bio-Händlern zusammenzuarbeiten", teilte Kasch mit. Dabei gehe es nicht darum, dass man in Deutschland ein Franchise-Konzept umsetzen wolle, wie es in der Schweiz mit Migros der Fall sei. Kasch widersprach damit Medienberichten, die das Vorhaben als „Franchise“ bezeichnet hatten. Im Visier habe Alnatura dabei Bio-Märkte, „die ein Format haben, das standort- und marktgerecht ist", sagte Rehn und präzisierte auf Nachfrage: Läden mit 80 oder 200 Quadratmeter entsprächen heutzutage in den seltensten Fällen diesen Kriterien.

Neben Deutschland soll auch das internationale Geschäft weiter vorangetrieben werden. Seit 2018 gibt es Kooperationen mit Supermarché Match und Cora in Frankreich, die zur Louis Delhaize Group gehören. „Wir sind mit der Entwicklung in den Märkten sehr zufrieden was unsere Absätze und Umsätze angeht", so Kasch. Kundenumfragen der Supermärkte dort hätten ergeben, dass die Produkte in Bezug auf das Preis-Leistungsverhältnis sehr gut bewertet würden. „Made in Germany“ stehe in Frankreich offensichtlich auch gerade im Lebensmittelbereich für Sicherheit und Qualität. Kasch will sich deshalb weiter auf Europas zweitgrößten Bio-Markt hinter Deutschland fokussieren, der zweistellig wächst. „Für uns ist das ein sehr interessanter Markt“, so Kasch.

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