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Online-Lebensmittelhandel

Alnatura kooperiert mit Schnell-Lieferdienst Knuspr

Menschen in und um München können sich demnächst Lebensmittel über den Lieferdienst Knuspr innerhalb von wenigen Stunden nach Hause kommen lassen. Für das Bio-Angebot sorgt Alnatura. Weitere Städte sollen folgen.

25.05.2021 vonMichael Stahl

Alnatura-Zentrale in Darmstadt: „Online-Nachfrage nach eigenen Produkten entwickelt sich sehr gut“

Menschen in und um München können sich demnächst Lebensmittel über den Lieferdienst Knuspr innerhalb von wenigen Stunden nach Hause kommen lassen. Für das Bio-Angebot sorgt Alnatura. Weitere Städte sollen folgen.

Kunden in und um München können sich ab dem Sommer innerhalb von drei Stunden Alnatura-Produkte liefern lassen. Das jedenfalls ist das Versprechen des tschechischen Online-Lebensmittelhändlers Rohlik, der mit seinem Service unter dem Namen Knuspr vor dem Deutschland-Start steht.

Knuspr legt laut eigenen Angaben Wert auf hochwertige und regional produzierte Lebensmittel. Das Angebot soll ein Mix aus Supermarkt und Hofladen werden. Für das Bio-Sortiment sorgt Alnatura. „Ab dem Sommer sind Alnatura-Produkte aus verschiedenen Sortimentsbereichen bei Knuspr erhältlich“, bestätigte das Bio-Unternehmen aus Darmstadt.

Die große Mehrheit an Lebensmitteln wird nach wie vor im Laden gekauft: 2020 setzte die gesamte Branche laut Handelsverband Deutschland 204 Milliarden Euro um, gerade Mal zwei Prozent davon kamen von Internet-Bestellern. Doch das Geschäft wächst kontinuierlich und überdurchschnittlich, wie Zahlen des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (BEVH) zeigen.

Liefergeschäft wächst überdurchschnittlich stark

Seit 2015 hat sich der Umsatz mit online bestellten Lebensmitteln demnach verdreifacht. Allein im Corona-Jahr 2020 wuchs der Bereich um 67 Prozent im Vergleich zu 2019. Und auch 2021 geht dieser Trend weiter: Für das 1. Quartal 2021 hat der BEVH ein Wachstum von 84,5 Prozent in der Kategorie Lebensmittel gegenüber dem Vorjahr errechnet. Zum Vergleich: Der Online-Handel insgesamt brachte es zwischen Januar und März „nur“ auf ein Plus von 28 Prozent.

Auch im Bio-Bereich erlebten Lieferdienste in den vergangenen 12 Monaten einen regelrechten Ansturm. Anbieter von Abo-Kisten etwa konnten mit dem Bestell-Boom teilweise nicht mehr Schritt halten. 2020 verzeichneten die Bio-Lieferdienste die weitaus stärksten Zuwächse. Und auch im ersten Quartal des Jahres sind sie laut Daten des BioHandel-Umsatzbarometers mit 42,6 Prozent die Spitzenreiter beim Umsatzplus, wenngleich auch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als die Fachgeschäfte.

Von der Entwicklung im Online-Lebensmittelhandel will auch Alnatura mit der jüngsten Kooperation noch mehr profitieren. Ende Januar 2021, rund einen Monat bevor das Coronavirus nach Deutschland kam, hatte das Unternehmen seinen eigenen Online-Shop vom Netz genommen. Seitdem können Kunden Alnatura-Produkte nur noch über die Web-Shops von Handelspartnern wie Rossmann, Müller oder Edeka bestellen. Alnatura zufolge entwickele sich die Nachfrage nach den eigenen Produkten dort sehr gut. „Der Absatz im stationären Handel ist aber weiterhin deutlich stärker“, teilte das Unternehmen mit.

Mehrere hundert Alnatura-Produkte bei Knuspr

Anders als bei der Online-Verpflegung durch die großen Drogerien, Lebensmittelhändlern wie Rewe oder Bio-Kisten, wo zwischen Bestellung und Lieferung mitunter mehrere Tage verstreichen, bietet Knuspr mit einer Abwicklung innerhalb von drei Stunden seinen Service quasi in Schallgeschwindigkeit an. Doch es geht noch deutlicher schneller, in Lichtgeschwindigkeit sozusagen: Die Start-ups Gorillas und Flink versprechen, in bestimmten Bezirken großer deutscher Städte, Lebensmittel zu Supermarktpreisen in unter zehn Minuten zu liefern, darunter auch Bio-Produkte. Gerade noch genug Zeit, um Platz im Gemüsefach freizuräumen.

Bei Knuspr wird es laut Unternehmensangaben mehrere hundert Alnatura-Artikel geben, hauptsächlich Trockenartikel wie Teigwaren, Convenience-Produkte und Säfte. Neben dem Start in München soll es den Service ab November auch im Raum Frankfurt geben.

Für 2022 hat Knuspr die Expansion in weitere deutsche Städte auf dem Zettel. Eine Zusammenarbeit mit Alnatura solle es auch an künftigen Standorten geben, teilte Knuspr auf eine BioHandel-Anfrage mit. Zudem seien, weitere Bio-Partnerschaften geplant, sowohl mit Marken als auch regionalen Herstellern und Landwirten, so das Unternehmen.

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