Wissen. Was die Branche bewegt
Tierwohl

Aldi Süd produziert jedes zweite Ei ohne Kükentöten

Die Eier-Produktion des Discounters ist mittlerweile zur Hälfte frei von Kükentöten – trotzdem wachsen nicht alle Bruderhähne heran.

20.05.2021 vonRedaktion

In 25 Verkaufsregionen von Aldi Süd finden Kunden derzeit Eier ohne Kükentöten.

Die Eier-Produktion des Discounters ist mittlerweile zur Hälfte frei von Kükentöten – trotzdem wachsen nicht alle Bruderhähne heran.

Aldi Süd hat bei der Abschaffung des Kükentötens einen Etappenerfolg erzielt. Bereits die Hälfte des Schaleneier-Sortiments sei umgestellt, meldet der Discounter. Demnach können Aldi-Süd-Kunden in 25 Verkaufsregionen Eier kaufen, für die keine männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet worden sind.

Mit der Umstellung seines Schaleneier-Sortiments hatte Aldi Süd hatte vor rund einem halben Jahr begonnen. Inzwischen sei jedes zweite Karton-Ei aus Bio-, Freiland- oder Bodenhaltung frei von Kükentöten. Bis Ende des Jahres will der Discounter das Angebot weiter ausbauen. 2022 soll die Schaleneier-Produktion dann komplett auf Kükentöten-freie Lieferketten umgestellt sein.

Aldi Süd bezieht zum einen (Bio-)Eier aus der sogenannten Bruderhahn-Aufzucht, bei der männliche Küken aufgezogen werden. Bei konventionellen Eiern setzt der Discounter laut Medienmitteilung auf „weitere wirkungsvolle Ansätze“, wie etwa das Verfahren des Biotech-Unternehmens Plantegg, mit dem das Geschlecht des Embryos frühzeitig bestimmt werden kann. Eier, aus denen männliche Küken schlüpfen würden, können so aussortiert und für andere Zwecke eingesetzt werden.

Mehr zum Thema

Das Töten männlicher Küken von Legehuhnlinien ist ab dem 1. Januar 2022 verboten. Der Bundestag verabschiedete am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz. Zwei Jahre später sollen dann auch Geschlechts-bestimmende Eingriffe am Hühnerei ab dem siebten Bebrütungstag verboten werden. Das federführende Landwirtschaftsministerium begründet die Regelung damit, dass „Hühnerembryonen ab dem siebten Bebrütungstag Schmerz empfinden“.

Die Bio-Anbauverbände Biokreis, Bioland, Demeter und Naturland lehnen die sogenannte In-Ovo-Selektion ab und forcieren die Bruderhahnaufzucht. Doch auch diese Methode ist nicht frei von Kritik. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch bemängelt, dass sich die Bruderhahnaufzucht wirtschaftlich nicht lohne, „weil die Hähne der auf extreme Legeleistung gezüchteten Rassen kaum Fleisch ansetzten und sehr viel Futter benötigten“. Als langfristige Lösung bevorzugen sowohl Foodwatch als auch die Bio-Verbände den Umstieg auf sogenannte Zweinutzungshühner, die sich sowohl für die Eier- als auch zur Fleischproduktion eignen. (kam)

Kommentare

Das könnte interessant sein ...

Ähnliche Beiträge