Biohandel

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3. Quartal 2022

Umsatzbarometer – Abwärtstrend schwächt sich ab

Das dritte Quartal 2022 ist für den Naturkostfachhandel weniger negativ ausgefallen als in den Vormonaten. Dennoch dürfte die Situation erstmal weiter schwierig bleiben.

Das aktuelle Jahr ist kein einfaches für den Naturkostfachhandel. Steigende Kosten und ausbleibende Kunden bringen Läden wie Filialisten in arge finanzielle Nöte. Einen kleinen Mutmacher gab es im dritten Quartal: Die Umsätze sind zwar weiter rückläufig, doch weniger stark als im ersten Halbjahr.

Im Juli sanken die durchschnittlichen Tagesumsätze der am Umsatzbarometer BioHandel teilnehmenden Betriebe um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im August gingen sie um 8,3 Prozent zurück. Und im September zeigten sie mit minus 6,5 Prozent nahezu dieselbe Entwicklung wie im Vorjahr.

Entwicklung der Tages- und Monatsumsätze im 3. Quartal 2022

Insgesamt schrumpfte der Umsatz im dritten Quartal um 8,6 Prozent. Nach den zweistelligen Rückgängen in den vorangegangenen beiden Vierteljahren hat sich der Abwärtstrend damit abgebremst. Die Rückgänge sind zum überwiegenden Teil darauf zurückzuführen, dass es im Juli, August und September weniger Kaufvorgänge gegeben hat als ein Jahr zuvor. Bio wurde zuletzt im LEH und Discount und dort insbesondere in Form von Handelsmarken nachgefragt. Die positive Nachricht: Die verbliebenen Kunden haben zuletzt wieder ihr früheres Kaufverhalten gezeigt und in etwa so viel pro Einkauf ausgeben wie im letzten Jahr. Allerdings: Aufgrund der insgesamt teurer gewordenen Lebensmittel enthalten diese Käufe im Durchschnitt ein bis zwei Produkte weniger als früher.

Bei der Umsatzentwicklung nach Flächenklassen zeigt sich im dritten Quartal 2022 eine recht einheitliche Dynamik: Alle Flächenklassen verzeichneten Rückgänge im oberen einstelligen Bereich. Die Geschäfte unter 100 Quadratmeter haben dabei mit einem Minus von 5,3 Prozent noch die relativ beste Entwicklung. Die Umsätze der Betriebe mit Verkaufsflächen zwischen 200 und 399 Quadratmeter gingen mit minus 9,5 Prozent am stärksten zurück.

Umsatzentwickung nach Fläche im 3. Quartal 2022

Aufgeschlüsselt nach Betriebstypen erlebten die Naturkostläden und Naturkostfachgeschäfte mit minus zehn Prozent den größten Umsatzschwund. Die Rückgänge der Bio-Supermärkte und Hofläden lagen bei 8,1 Prozent.

Umsatzentwicklung nach Ladentyp im 3. Quartal 2022

Die Betriebe mit den geringsten Umsätzen verbuchten mit minus 6,4 Prozent die schwächsten Rückgänge. Am heftigsten erwischte es hier die Läden, die zwischen ein und zwei Millionen Euro pro Jahr umsetzen. Ihr Geschäft ging um elf Prozent zurück.

Umsatzentwicklung nach Umsatzklassen im 3. Quartal 2022

Auch wenn das abgelaufene Quartal weniger negativ ausgefallen ist: für den Bio-Fachhandel dürfte die Situation erstmal weiter schwierig bleiben. Ökonomen rechnen mit einer Normalisierung der Inflationsrate nicht vor dem Jahr 2024. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher werden also auch weiterhin ihr Geld zusammenhalten müssen. Immerhin: Die jüngsten Umsatzzahlen geben Grund zu der Hoffnung, dass das Licht am Ende des Tunnels kein entgegenkommender Zug ist.

Teilnehmerverteilung beim BioHandel-Umsatzbarometer

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