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Forsa-Umfrage

77 Prozent der Deutschen wollen Pestizid-Ausstieg

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein Ende des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und des Umweltinstituts München hervor.

25.11.2020 vonRedaktion

Ackergifte verbreiten sich laut einer Studie teils über mehrere Kilometer hinweg durch die Luft.

Die Mehrheit der Bevölkerung befürwortet ein Ende des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Bündnisses für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und des Umweltinstituts München hervor.

Im kommenden Jahr wird in der Schweiz per Volksentscheid darüber abgestimmt, ob Pestizide nach einer zehnjährigen Übergangszeit landesweit verboten werden sollen. Aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage, die das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und des Umweltinstituts München in Auftrag gegeben haben, geht hervor: Gäbe es in Deutschland eine solche Abstimmung, würden sich 77 Prozent der Befragten für einen Pestizidausstieg aussprechen. 57 Prozent gaben an, dass sie Pestizide, die sich weit entfernt von Äckern über die Luft verbreiten, als ein großes oder sehr großes gesundheitliches Risiko ansehen. 77 Prozent sind der Ansicht, dass Pestizide in der Luft eine Gefahr für die Natur sind.

Wir können nicht weiter hinnehmen, dass sich ein Pestizid-Cocktail bis in die hintersten Winkel Deutschlands unkontrolliert ausbreitet.

Boris Frank, Vorsitzender vom Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft

Das Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft und das Umweltinstitut München fordern ein Sofortverbot der Ackergifte, die sich am meisten über die Luft verbreiten. Dabei handele es sich um die Stoffe Glyphosat, Pendimethalin, Prosulfocarb, Terbuthylazin und Metolachlor. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das Bio-Bündnis und das Umweltinstitut beauftragt, und im September veröffentlicht hatten. Ackergifte verbreiten sich demnach teils mehrere Kilometer und zu Dutzenden weit abseits der Äcker bis in Städte und Naturparks hinein. Selbst auf der Spitze des Brockens im Nationalpark Harz seien zwölf Pestizide nachgewiesen worden.

„Die Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit und um die Natur, weil Ackergifte sich kilometerweit über die Luft verbreiten. Agrarministerin Julia Klöckner und Umweltministerin Svenja Schulze müssen das klare Votum der Bevölkerung ernst nehmen und einen schrittweisen Pestizidausstieg in Deutschland einleiten“, teilt Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft im Umweltinstitut München mit.

Dem Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft gehören zahlreiche Bio-Unternehmen, die Bürgerinitiative Landwende und die Schweisfurth-Stiftung an. Auch der bio verlag, zu dem der BioHandel gehört, ist dort Fördermitglied. (kam)

„Ackergifte, nein Danke!“

Unter dem Motto „Ackergifte, nein Danke!“ rufen das Bündnis und das Umweltinstitut dazu auf, Fragen zum Thema Pestizide bei den Agrar- oder Umweltministern auf Landes- oder Bundesebene einzureichen. Eine Vorlage gibt es im Internet unter www.ackergifte-nein-danke.de.

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