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Oatly geht an die Börse

10 Milliarden Dollar für Hafermilch?

Oatly, weltgrößter Hersteller für Haferdrinks, zieht es an die Wallstreet. Mit dem Börsengang will das Unternehmen, das im vergangenen Jahr 60 Millionen Euro Verlust machte, Milliarden einsammeln.

18.05.2021 vonLeo Frühschütz

Der Haferdrink-Hersteller Oatly will vor allem in den USA und China wachsen.

Oatly, weltgrößter Hersteller für Haferdrinks, zieht es an die Wallstreet. Mit dem Börsengang will das Unternehmen, das im vergangenen Jahr 60 Millionen Euro Verlust machte, Milliarden einsammeln.

Der schwedische Haferdrink-Hersteller Oatly will in New York an die Börse gehen und dabei bis zu 1,65 Milliarden US-Dollar einnehmen. Oatly hätte dann einen Börsenwert von 10 Milliarden Dollar, das wären 8,2 Milliarden Euro. Oatly teilte mit, dass es zusammen mit seinen Investoren bis zu 96 Millionen Aktien zu einem Preis zwischen 15 und 17 US-Dollar anbieten will. Das wären bis zu 1,63 Milliarden US Dollar womit nach Medienberichten der Gesamtwert des Unternehmens bei 10 Milliarden Dollar läge.

Ziemlich viel für einen Lebensmittelhersteller, der im vergangenen Jahr weltweit 421 Millionen US-Dollar umsetzte und dabei 60 Millionen Euro Verlust machte, wie finanzen.net schreibt. Für 2021 peile der Konzern eine Umsatzverdopplung auf bis zu 800 Millionen US-Dollar an und wolle vor allem in den USA und China wachsen.

Laut Finanzen.net. stammt ein Drittel der zu verkaufenden Anteilsscheine von Investoren wie der Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey und dem Rapper Jay Z, die im letzten Jahr bei Oatly eingestiegen sind. Zwei Drittel der Aktien stammen aus einer Kapitalerhöhung, bedeuten für das Unternehmen also frisches Geld für die Expansion. Organisieren sollen den Börsengang die Banken J.P. Morgan, Morgan Stanley und Credit Suisse.

Oatly – der konzernabhängige Anti-Konzern

Oatly gibt sich gerne schwedisch-unabhängig. „Wenn wir einen alten Mann hinter einem hölzernen Schreibtisch in einem hohen Gebäude hätten, der Entscheidungen für uns trifft, dann würden wir alle unsere Jobs kündigen“, steht auf der internationalen Webseite des Unternehmens. Auf der deutschen Seite sind die Investoren aufgelistet, denen Oatly gehört: Überwiegend alte Herren, die ihr Geld für sich arbeiten lassen.

Mehrheitsaktionär sollen auch nach dem Börsengang Verlinvest und China Ressources bleiben. Die Beteiligungsgesellschaft der Eigentümer des Brauereiriesen Anheuser-Busch InBev und das chinesische Staatsunternehmen waren zusammen 2016 bei Oatly eingestiegen. Beteiligt sind auch der Investmentfonds der niederländischen Rabo-Bank und der Invetsmentfonds Blackstone.

Nach dem Einstieg von Blackstone und Investoren wie Oprah Winfrey im Juli 2020 war der Wert von Oatly auf zwei Milliarden US-Dollar gestiegen. Neun Monate später könnte es das Fünffache sein – wenn die Ausgabepreise so bestehen bleiben und der Aktienkurs danach nicht einbricht. Bereits im Sommer 2020 hatte es wegen des Einstiegs von Blackstone Boykottaufrufe gegeben.

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