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Über 13 Milliarden Euro für „Ohne Gentechnik“-Produkte

Die Ausgaben für Produkte mit dem „Ohne-Gentechnik“-Siegel sind 2021 wieder gestiegen. Das meldet der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik und appelliert an die Politik, die Gentechnik-Regeln der EU nicht aufzuweichen.

Rund 13,2 Milliarden Euro haben die Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr für Produkte ausgegeben, die das Siegel „Ohne Gentechnik“ tragen. Das sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie der Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) in dieser Woche bekanntgab. Den größten Anteil an den Verbraucherausgaben für „Ohne Gentechnik“-Produkte machten demnach Milch und Milchprodukte aus.

Ausgaben für „Ohne Gentechnik“-Produkte

Die 13,2 Milliarden Euro, die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland 2021 für „Ohne Gentechnik“-Produkte ausgegeben haben, verteilen sich wie folgt:
  • Milch und Milchprodukte: 9,3 Milliarden Euro (70 Prozent)
  • Geflügelfleischprodukte: 2,3 Milliarden Euro (17 Prozent)
  • Eier: 1,1 Milliarden Euro (8 Prozent)
  • Sonstige Produkte: 0,5 Milliarden Euro (4 Prozent)

Die Zahlen beruhen auf Auskünften der Lizenznehmer des „Ohne Gentechnik“-Siegels zuzüglich pauschaler Handelsspanne und Mehrwertsteuer.

Zwar komme man nach zweistelligen Wachstumsraten in den zurückliegenden Jahren nun in eine Konsolidierungsphase mit moderaten Zuwächsen, dennoch zeigten die Zahlen laut Vlog-Geschäftsführer Alexander Hissting, „dass ,Ohne Gentechnik‘-Produkte bei Verbraucherinnen und Verbrauchern nach wie vor hoch im Kurs stehen.“ Vor allem bei Milchprodukten, Eiern und Geflügelfleisch hätten die Produkte mit der grünen Raute inzwischen hohe Anteile erreicht. Großes Potenzial gebe es dagegen noch bei Rind- und Schweinefleisch.

Hissting appelliert auch an die Politik: Die Gentechnik-Regeln der EU dürften daher nicht aufgeweicht werden. „Das müssen Agrarminister Cem Özdemir und Umweltministerin Steffi Lemke in Brüssel einfordern.“ Einzelpersonen und Unternehmen ruft er dazu auf, die Petition zu unterschreiben, die der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), unter dem Motto „Kein Freifahrtschein für Gentechnik in unserem Essen“ auf den Weg gebracht hat. Mit ihrer Unterschrift sprechen sich Unterstützerinnen und Unterstützer gegen die Pläne der EU-Kommission aus, die Produkte, die mit Hilfe neuer gentechnischer Verfahren wie der Gen-Schere Crispr/Cas hergestellt wurden, ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung auf den Markt lassen möchte.

Der VLOG repräsentiert rund 760 Lebensmittelhersteller und -händler sowie die vor- und nachgelagerten Bereiche der Lebensmittelproduktion. Er vergibt für gentechnikfrei hergestellte Lebensmittel Lizenzen für das Siegel „Ohne Gentechnik“. (kam)

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