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DM setzt weiter auf Omnichannel: „Wir wollen da sein wo unsere Kunden sind“

Die Verbindung zwischen Online- und stationärem Handel hat der Drogeriemarktkette im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Umsatzplus verholfen. An den Trend will DM mit neuen Services anknüpfen.

24.11.2021 vonKatrin Muhl

Die Drogeriemarktkette DM baut ihre digital vernetzten Services aus.

Die Verbindung zwischen Online- und stationärem Handel hat der Drogeriemarktkette im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Umsatzplus verholfen. An den Trend will DM mit neuen Services anknüpfen.

Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte versorgen sich nach Angaben von DM mit den Produkten der Drogeriemarktkette. In Deutschland legte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2020/2021 um 5,8 Prozent an Umsatz zu und erwirtschaftete erstmals mehr als neun Milliarden Euro. Den Erfolg führt Martin Dallmeier, in der DM-Geschäftsführung zuständig für das Ressort Finanzen und Controlling, auf „die leistungsstarke Verbindung von stationärem Handel, Onlineshop und Services“ zurück. Als Treiber nennt DM die „Express-Abholung im Markt“, die als Click and Collect-Service dem Kundenwunsch nach einem kontaktarmen Einkauf während der Corona-Pandemie entgegenkam. Fast jede fünfte Online-Bestellung wurde laut Unternehmensangaben in den vergangenen Monaten mit diesem Service in den DM-Märkten abgeholt.

„Express-Lieferung“ im Ausbau

Das Angebot an digital vernetzten Services entwickelt DM stetig weiter. „Wir wollen da sein, wo unsere Kundinnen und Kunden sind, egal ob stationär, in der ‚Mein dm-App‘ auf dem Smartphone oder am Computer über dm.de“, teilt Werner mit. Ein Pilotprojekt ermöglicht Kundinnen und Kunden in Karlsruhe die „Express-Lieferung“ per Lastenfahrrad aus einem DM-Markt in der Nähe. Der Ende 2020 testweise eingeführte Service soll bald auf weitere Städte ausgeweitet werden, kündigt Bayer an, „zunächst [in] Berlin und München“.

Über die „Mein dm-App“, die der Drogeriemarktkette rund die Hälfte ihres E-Commerce-Umsatzes beschert, will DM ebenfalls neue Services anbieten. Anfang des kommenden Jahres launcht das Unternehmen innerhalb der App, die laut Unternehmensangaben über acht Millionen Mal installiert wurde, ein Live-Shopping-Format: „dmLive“ heißt das Angebot, das Einkaufen, Beratung und Unterhaltung verbinden soll.

Neue Filialen sollen kommen

Auch wenn Online-Shopping bedingt durch die Pandemie einen kräftigen Schub erfahren hat, investiere DM als Handelsunternehmen, das mehrere Kanäle bedienen will, mehr als 110 Millionen Euro in die Modernisierung und Digitalisierung der bestehenden stationären Märkte, teilte das Unternehmen mit. Darüber hinaus plane DM in Deutschland die Eröffnung „rund 55 neue[r] Märkte“.

Derzeit betreibt das Unternehmen bundesweit 2.069 Filialen, 45 davon kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr dazu. Markus Trojansky, als DM-Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Expansion, teilt mit: „Wir setzen uns kein quantitatives Ziel, eine gewisse Anzahl an neuen Märkten aufzumachen. Wichtig sind uns qualitative Ziele: Wir wollen die besten Standorte belegen. Denn letztlich geht es darum, dort zu sein, wo die Kundinnen und Kunden uns erwarten.“

Umsatzanteil von Bio unter zehn Prozent

Europaweit erwirtschaftete die Drogeriemarktkette, die in 13 Ländern mit 3.862 Märkten vertreten ist, im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 12,3 Milliarden Euro, ein Plus von 6,5 Prozent. Der Anteil von Bio-Lebensmitteln am Gesamtumsatz liege „im oberen einstelligen Prozentbereich“, teilte Sebastian Bayer, in der DM-Geschäftsführung verantwortlich für Marketing und Beschaffung, auf Nachfrage von BioHandel mit. Bei der Naturkosmetik verzeichne DM „eine positive Entwicklung im unteren zweistelligen Prozentbereich“, so Bayer. Genauere Zahlen nannte er nicht.

Kunden können bei DM aus einem Sortiment von 1.600 Bioprodukten inklusive Babynahrung wählen. Der Anteil der Bio-Lebensmittel entwickele sich Bayer zufolge gut, besonders gefragt seien vegane Artikel und Milchersatzprodukte wie Hafermilch. Warum Drogerien mit Bio immer erfolgreicher werden, lesen Sie hier.

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