Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

BioHandel Praxis-Guide: Teil 1

Erfolgreiches Bio-Sortiment: So setzen Sie Bio-Siegel gezielt im Verkauf ein

Als Händlerinnen und Händler begegnen Sie – ebenso wie Ihre Kundschaft – täglich einer Vielzahl von Bio-Kennzeichnungen. Welche sind entscheidend für den Lebensmitteleinzelhandel? Und wie kommunizieren Sie richtig? Antworten gibt dieser Überblick.

Unser kompakter Leitfaden liefert Ihnen das grundlegende Know-how, um das Bio-Sortiment fundiert und vorausschauend zu gestalten. Teil 1: Wie Sie mit Bio-Siegeln Vertrauen und Orientierung im Bio-Angebot schaffen. 

Für Händler und Händlerinnen im Lebensmitteleinzelhandel ist jetzt ein optimaler Zeitpunkt, um sich strategisch im Bio-Segment zu positionieren. Nach den pandemiebedingten Schwankungen hat sich der Bio-Markt in Deutschland wieder erholt und wächst kontinuierlich. Der Umsatz erreichte zuletzt rund 17 Milliarden Euro – ein Anstieg von 5,7 % im Vergleich zum Vorjahr. 

Interessant dabei: Fast alle Haushalte in Deutschland (97 %) greifen zumindest gelegentlich zu Bio-Produkten. Dennoch liegt der Marktanteil von Bio derzeit nur bei 6,3 %, was auf ein erhebliches Entwicklungspotenzial hinweist. Die Konsumenten zeigen Interesse – nun gilt es, durch ein ansprechendes und gut kommuniziertes Sortiment zu überzeugen.

Aktuelle Studie zeigt: Jeder Dritte Käufer fühlt sich von Infos überfordert

Eine aktuelle Studie der Kommunikationsagentur Organic Communication und dem Bundesverband Verbraucher Initiative mit dem Titel „Motivation & Selbstwirksamkeit – Was steckt hinter dem Konsum von nachhaltigen Lebensmitteln?“ zeigt, wie Bio-Siegel das Kaufverhalten beeinflussen. 

68,1 % der rund 150 Teilnehmenden gaben bei der nicht repräsentativen Online-Befragung an, nachhaltige Lebensmittel zu kaufen, um Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen. Jeder Zweite orientiert sich laut Studie beim Kauf nachhaltiger Lebensmittel an Kennzeichnungen wie dem Bio-, Vegan- oder Fairtrade-Siegel. Die höchste Glaubwürdigkeit haben für die Befragten das Siegel des Anbauverbandes Demeter und die Veganblume. Am bekanntesten ist das Bio-Siegel gefolgt von Fairtrade. 

Besonders interessant für die Praxis ist laut Organic Communication der Wunsch der Befragten an transparente Informationen und eine klare Kommunikation. Denn: Jeder dritte Befragte gab an, beim Einkauf durch die Menge an Informationen und Kriterien überfordert zu sein. Umso wichtiger ist es also, Nachhaltigkeitsinformationen leicht verständlich und auf den ersten Blick erkennbar zu kommunizieren.

1. Bio-Siegel im Überblick: Orientierung und Einsatz im Handel

Das EU-Bio-Siegel dient als Symbol für geprüfte Bio-Qualität.

Das EU-Bio-Logo – Der gesetzliche Mindeststandard

Das sogenannte „Euro-Blatt“, das EU-Bio-Siegel, stellt die verbindliche Grundlage für alle als Bio deklarierten Produkte im LEH dar. Es signalisiert die Einhaltung der europäischen Bio-Verordnung und ist Ihre offizielle „Bio-Garantie“. Die wichtigsten Kriterien im Überblick:

•    Mindestens 95 % der landwirtschaftlichen Zutaten müssen aus ökologischem Anbau stammen
•    Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sind verboten
•    Nur stark begrenzt zugelassene Zusatzstoffe erlaubt
•    Unabhängige Kontrollen durch zertifizierte Kontrollstellen
•    Erkennbar durch die Kontrollnummer (z. B. DE-ÖKO-001)

Das deutsche Bio-Siegel kann freiwillig und kostenfrei verwendet werden.

Das deutsche Bio-Siegel – bekannt und  vertrauenswürdig

Das sechseckige deutsche Bio-Siegel ist bekannt und vertrauenswürdig. Es basiert auf denselben Anforderungen wie das EU-Logo und genießt bei Verbrauchern hohe Bekanntheit. Es kann freiwillig und kostenfrei zusätzlich verwendet werden – ideal zur Sichtbarkeit im Regal.

Die Siegel der Anbauverbände stehen für das Premiumsegment im Bio-Bereich.

Verbandssiegel – Bio auf höchstem Niveau

Die Siegel von Anbauverbänden wie Demeter, Bioland und Naturland gehen über die EU-Bio-Standards hinaus und gelten als Premiumsegment im Bio-Bereich:
•    Demeter: Ganzheitlicher Ansatz, strengste Vorgaben und verpflichtende Umstellung des gesamten Betriebs
•    Bioland: Vollständige Bio-Fütterung, besondere Sozialstandards
•    Naturland: International verbreitet, legt zusätzlich Wert auf faire Handelsbeziehungen

Verbandszertifizierte Produkte eignen sich hervorragend für die Profilierung, insbesondere an Frischetheken. Starten Sie mit einer Auswahl von zwei bis drei Produkten pro Warengruppe, um den Mehrwert gezielt zu vermitteln.

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5 Tipps für die Präsentation Ihres Bio-Angebots:

Mit klarer Kennzeichnung und durchdachter Präsentation schaffen Sie Vertrauen und Orientierung im Bio-Angebot:

•    Differenzieren Sie sichtbar zwischen EU-Bio und Verbandsware und heben Sie Verbandsware gezielt als Premium-Produkte hervor.
•    Platzieren Sie Siegel konsequent an gleicher Stelle zur besseren Wiedererkennung.
•    Schulen Sie Ihr Verkaufspersonal in Bezug auf Unterschiede und Argumentationshilfen.
•    Entwickeln Sie kurze, überzeugende Antworten auf häufige Fragen der Kundschaft.
•    Erstellen Sie für Ihr Team eine einfache Info-Tafel oder ein internes Merkblatt mit den wichtigsten Siegeln, deren Bedeutung und typischen Fragen.
 

Drei typische Kundenfragen – und wie Sie souverän antworten

„Steckt in Bio-Produkten wirklich Bio drin?"
Ja – alle Bio-Produkte mit offiziellem Siegel werden regelmäßig und unabhängig kontrolliert.

„Welches Bio-Siegel ist das beste?"

Verbandssiegel wie Demeter, Bioland oder Naturland setzen höhere Standards als das EU-Bio-Logo.

„Warum sind Verbandsprodukte oft teurer?"

Sie unterliegen strengeren Vorgaben und verursachen dadurch höhere Produktionskosten – die Qualität spiegelt sich im Preis wider.

Was Ihnen der BioHandel Praxis-Guide bietet

Mit dem Praxis-Guide des BioHandels erhalten Sie konkrete Praxistipps, wie Sie Ihr Bio-Sortiment erfolgreich aufbauen, neue Kundschaft gewinnen und den Umsatz in Ihrem Markt nachhaltig steigern.

Der Guide richtet sich an selbstständige Händlerinnen und Händler – ob eigenständig oder Teil einer Verbundgruppe – und liefert praxiserprobte Strategien von der Sortimentsgestaltung bis zur Kundenkommunikation.

  • Thema: Sortimentsaufbau und Umsatzsteigerung mit Bio im selbstständigen Lebensmitteleinzelhandel
  • Inhalt: Handlungsempfehlungen, Sortimentstipps und Verkaufsstrategien

Chancen für Händler und Händlerinnen:

  • Marktposition gegenüber Filialisten und Discountern stärken

  • Höhere Margen durch hochwertige Produkte

  • Neue Kundengruppen erschließen

  • Beitrag zum Ausbau des Ökolandbaus leisten

Teil 2 des Bio-Guides zum Thema „Rechtssicheres Bio-Sortiment“ erscheint in Kürze im LEH-Newsletter.

Herausgeber: BioHandel & BioHandel Akademie

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