Biohandel

Erfolgreich mit Bio handeln.

Bonzahlen

Zahl der Kunden im Fachhandel sinkt

Die durchschnittlichen Bonwerte sind im zweiten Halbjahr 2025 leicht gestiegen. Doch die Anzahl der Kunden pro Tag und Laden geht kontinuierlich zurück.

Die Anzahl der Kunden, die pro Tag im Bioladen einkaufen, ist im zweiten Halbjahr 2025 fast in jedem Monat zurückgegangen, wie aus der Bonauswertung von bioVista hervorgeht – im ersten Halbjahr waren sie noch konstant geblieben.

Im Durchschnitt verloren die Geschäfte zwei Kunden pro Tag – waren es in der zweiten Jahreshälfte 2024 noch 309, kamen im Vergleichszeitraum 2025 nur noch 307, was einen Rückgang um ein Prozent ausmacht. Besonders gravierend waren die Verluste im September (- 5 Prozent) und Oktober (- 4 Prozent), aber selbst der Dezember verzeichnete ein Minus von einem Prozent.

Durchschnittswerte und Veränderungen pro Laden: 2. Halbjahr 2025 im Vergleich zum 2. Halbjahr 2024

Alarmsignal für den Fachhandel

Der Verlust an Kundschaft zieht sich gleichmäßig durch fast alle Betriebstypen – sowohl kleine Naturkostläden (bis 99 Quadratmeter), Naturkost-Fachgeschäfte (100 bis 199 Quadratmeter) als auch Bio-Supermärkte (über 400 Quadratmeter) verloren je ein Prozent ihrer Kundschaft. Lediglich die Biofachmärkte (200 bis 399 Quadratmeter) konnten im Schnitt ein Prozent mehr an Kunden verzeichnen.

Fabian Ganz von bioVista wertet das als ein Alarmsignal: „Der Rückgang an Kundschaft hat sich verfestigt und es wird auch immer weniger im Fachhandel gekauft“, so Ganz. 2025 sei ein ernüchterndes Jahr gewesen. „Nur wenn man ein Auge zudrückt, kann man es als positiv werten, dass die Umsätze im Fachhandel leicht über der Inflationsrate gelegen haben“.

Doch die Stagnation zeigte sich auch im jüngsten BioHandel-Umsatzbarometer: Im 4. Quartal 2025 erzielte der Fachhandel einen Zuwachs von zwei Prozent – ein Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Und im Gesamtjahr 2025 lag das Wachstum bei 2,3 Prozent – 2024 waren die Umsätze noch um 3,5 Prozent gestiegen.

Bonwert, Artikelanzahl pro Kassenbon und Kundenanzahl pro Tag: 2. Halbjahr 2025 im Vergleich zum 2. Halbjahr 2024

Wirtschaftskrise verunsichert die Kundschaft

Die Gründe für die derzeitige Situation sieht Ganz vor allem in der „veritablen Wirtschaftskrise“, die 2025 schon das dritte Jahr in Folge vorherrschte – und der damit verbundenen Unsicherheit vieler Menschen. Denn in ehemals starken Branchen wie der Automobil- und Chemieindustrie und Zulieferbetrieben fielen gute Jobs weg oder stehen auf der Kippe.

„Die Menschen halten ihr Geld zurück“, attestiert Ganz. Was bedeutet, dass sie ihre Bio-Produkte verstärkt im LEH, in Discountern oder in Drogerien kaufen. Nicht zuletzt finden sie dort auch immer mehr Marken, die vorher nur im Bio-Laden angeboten wurden. Zudem locken viele Filialen inzwischen mit bequemem Abhol-Service und auch Lieferdienste wie Picnic und Knuspr haben zahlreiche Bio-Produkte im Angebot.

Im Fachhandel wird dagegen immer weniger gekauft: Auch wenn die Bonwerte im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich um ein Prozent stiegen, sank gleichzeitig die Anzahl der gekauften Artikel um rund zwei Prozent.

Angesichts dieser Faktoren sei das erzielte Ergebnis für den Fachhandel eigentlich noch ganz in Ordnung, so Marktforscher Ganz: Es zeige, dass der Fachhandel mit all den Krisen umgehen könne. Dennoch sieht er, dass zurzeit eine „harte Auslese“ stattfindet und appelliert: „Das kann man nicht einfach so weiterlaufen lassen, man muss etwas tun“.

Kommentare

Registrieren oder anmelden, um zu kommentieren.

Weiterlesen mit BioHandel+

Melden Sie sich jetzt an und lesen Sie die ersten 30 Tage kostenfrei!

  • Ihre Vorteile: exklusive Berichte, aktuelles Marktwissen, gebündeltes Praxiswissen - täglich aktuell!
  • Besonders günstig als Kombi-Abo: ausführlich in PRINT und immer aktuell mit ONLINE Zugang
  • Inklusive BioHandel e-Paper und Online-Archiv aller Printausgaben beim ONLINE Zugang
Jetzt 30 Tage für 0,00 € testen
Sie sind bereits Abonnent von BioHandel+? Dann können Sie sich hier anmelden.

Auch interessant: