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Entwicklung 2025

Marktanalyse: Ist Bio „Back on Track?”

Das neueste Whitepaper der Dualen Hochschule Heilbronn sieht den Bio-Markt wieder auf Kurs. Doch gilt das auch für den Fachhandel?

„Bio-Markt 2025 – Back on Track?” lautet der Titel des soeben veröffentlichten Whitepapers der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn. Professor Stephan Rüschen hat dafür die Entwicklung der Umsätze, die Marktanteile, die unterschiedlichen Betriebsformen sowie Bio-Handelsmarken und Hersteller-Marken unter die Lupe genommen. Hierfür wurden eigene Erhebungen ausgewertet, Sekundärmarktforschung herangezogen sowie in Fachzeitschriften und Studien recherchiert.

Das Fazit: Der Bio-Markt scheint tatsächlich wieder auf Kurs zu sein, die Umsätze werden im laufenden Jahr voraussichtlich deutlich steigen. Auch der Bio-Anteil am Gesamtumsatz nimmt wieder zu, er steigt auf etwa 6,9 Prozent.

Doch nicht überall wächst Bio gleich stark: Der Fachhandel verzeichnet zwar ebenfalls ein Umsatzplus, verliert aber weiterhin Marktanteile an den LEH. Dort bleiben die Bio-Marktanteile laut DHBW weitestgehend unverändert.

Drogerien sind die eindeutigen Gewinner

Eindeutige Gewinner sind hier die Drogerien. Sie sind im Trocken-Sortiment zu einem ernstzunehmenden Wettbewerber für den klassischen LEH geworden. Ihr Lebensmittel-Sortiment ist mit einem Bio-Anteil von 49,5 Prozent deutlich bio-orientierter und der Anteil an Bio-Produkten in den letzten fünf Jahren um 7,9 Prozent gestiegen. Am gesamten Bio-Umsatz sind die Drogeriemärkte in diesem Jahr zu etwa 15,9 Prozent beteiligt – 2020 waren es noch 12,9 Prozent.

Wichtigster Distributionskanal für Bio ist mit einem Anteil von 32,9 Prozent auch in 2025 der Discount, vor den LEH-Vollsortimentern mit 29,3 Prozent. Insgesamt kann der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in diesem Jahr ein Volumen von etwa 18,7 Milliarden Euro erreichen, das ist ein neuer Spitzenwert und entspricht einem Plus von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Marktanteil von Bio am Gesamtmarkt könnte laut DHBW einen Anteil von 6,9 Prozent erreichen und damit den höchsten Wert seit Einführung des Bio-Siegels im Jahr 2001.

Handelsmarken legen weiter zu

Dabei verschieben sich die Marktanteile zwischen Herstellermarken und Handelsmarken immer weiter in Richtung Handelsmarken. So wächst der Umsatz mit Handelsmarken in diesem Jahr erneut überproportional (+13,1 Prozent) im Vergleich zu den Bio-Markenartikeln (+5,8 Prozent). Die Marktsituation bleibt also laut Untersuchung für Bio-Markenartikel herausfordernd.

Auch das Kundenverhalten und die Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit haben sich in den vergangenen Jahren verändert, wie einige Studien zeigen. YouGov etwa hat ermittelt, dass der Anteil der Konsumentinnen und Konsumenten, die „Nicht immer Schuldgefühle haben wollen”, seit 2022 von 35,8 Prozent auf 40,7 Prozent gestiegen ist. Gleichzeitig sind in den Erhebungen der DHBW Heilbronn von Kortum & Rüschen zur Nachhaltigkeit die Zustimmungswerte bei einigen Nachhaltigkeitsstatements seit 2020 zurückgegangen. Besonders signifikant ist der Rückgang beim Statement „Ich bin bereit für Nachhaltigkeit, auf Wohlstand zu verzichten”: Hier sank die Zustimmung on 48,3 Prozent in 2023 auf 30,2 Prozent in 2025.

Markt bleibt für den Fachhandel herausfordernd

Ob sich dies so schnell ändert, ist fraglich. Denn noch immer halten sich viele Menschen beim Konsum zurück. Laut des Vermögensbarometers 2025 des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) schränken in diesem Jahr 50 Prozent der Befragten ihren Konsum ein. Und auch das GfK-Konsumklima zeigt, dass sich die Verbraucherstimmung seit dem Tiefpunkt im Herbst 2022 zwar sukzessive verbessert, im November 2025 aber immer noch deutlich im negativen Bereich liegt.

Das Fazit der Wissenschaftler: Der Bio-Umsatz könnte 2025 signifikant wachsen und in Deutschland erstmals über 18 Milliarden Euro liegen. Damit würde das Umsatzwachstum über dem des LEH insgesamt liegen und somit zu einem historischen Marktanteil von 6,9 Prozent führen können. Bio ist also wieder auf Wachstumskurs und somit „Back on Track”. Doch der Markt bleibt besonders für den Fachhandel und Bio-Markenartikel herausfordernd.

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