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Was lockt Konsumenten in den stationären Handel?

YouGov-Umfrage

Preise und Rabatte sind wichtig, aber nicht alles, wie eine YouGov-Umfrage zeigt. Was Menschen sich bei einem Besuch im Laden wünschen, sind vor allem soziale Erlebnisse. BioHandel hat drei Empfehlungen für den Handel zusammengefasst.

Was zieht Menschen in die Innenstadt und in den stationären Handel? Was sorgt dafür, dass sie dort länger verweilen und häufiger wiederkommen? Im Auftrag des Online-Großhandelsmarktplatzes Faire hat YouGov rund 2.000 deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher befragt. 

Die Ergebnisse: Viele Konsumenten suchen laut YouGov beim Einkaufen nach zwischenmenschlichen Beziehungen, einer besonderen Atmosphäre in den Läden und sozialen Erlebnissen.  

Welche Erkenntnisse für den Handel sich daraus ergeben, haben wir in drei Punkten zusammengefasst.

1. Rabatte sind nicht das Wichtigste

Angebote und Rabatte spielen der Umfrage zufolge als Motivatoren nur eine kleine Rolle: 

  • Für 14 Prozent der Befragten boten reduzierte Preise Anlässe für ihren letzten Innenstadtbesuch
  • Für 30 Prozent war es das Stöbern oder einer Verabredung mit Freunden zum gemeinsamen Shopping (16 Prozent).

Die soziale Dimension als Shopping-Beweggrund sei insbesondere bei jüngeren Zielgruppen ausgeprägt. 

  • 43 Prozent der 18- bis 24-Jährigen sowie 40 Prozent der 25- bis 34-Jährigen geben an, dass ein Treffen mit Freunden sie am Wochenende zu einem Trip in die Innenstadt motivieren würde. 

Das deutet laut YouGov darauf hin, „dass selbst die digital am stärksten vernetzte Generation die Innenstadt nicht nur als bloßen Einkaufsort, sondern zunehmend auch als Raum für echte Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse wahrnimmt“, heißt es in einer Pressemeldung.

  • Vier von zehn Befragten (40 Prozent) nennen einzigartige, unabhängige Läden als wichtigen Faktor für ein attraktives Stadtzentrum.
  • Große Marken (14 Prozent), Convenience (18 Prozent) oder Sonderangebote und Rabatte (30 Prozent) haben auf die Attraktivität einer Innenstadt einen geringeren Einfluss.

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„Die Menschen haben nicht das Interesse am stationären Shopping verloren. Die Erwartungen haben sich verändert.“

Sandra Meurer, Retail-Expertin beim Online-Großhandelsmarktplatz Faire

Sandra Meurer

„Die Menschen haben nicht das Interesse am stationären Shopping verloren. Stattdessen haben sich die Erwartungen verändert. Verbraucherinnen und Verbraucher fragen heute nicht mehr nur, ob das Geschäft günstiger ist als die Online-Alternative, sondern vielmehr: Ist es ein Ort, an dem ich gerne Zeit verbringe?“, sagt Sandra Meurer, Retail-Expertin bei Faire. Die Kundschaft schätze „Erlebnisse, die sich authentisch und besonders anfühlen.“ 

Die von YouGov erhobenen Daten zeigten, dass Atmosphäre, menschliche Interaktion und die Art von Inspiration und Entdeckung gut sortierter, unabhängiger Stores bei den Kundschaft punkten.

  • Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) besuchen Geschäfte häufiger, wenn diese eine besondere Atmosphäre schaffen; etwa durch ein durchdachtes Store-Design oder Live-Events. 

2. Beziehung zum Verkaufspersonal bewegt zum Wiederkommen

Im Lebensmitteleinzelhandel ist oft zu hören, dass Kunden bereits informiert in den Laden kommen. Beratung sei nicht erwünscht und beim schnellen Shopping nur bedingt möglich. Die YouGov-Umfrage gibt aber auch über den Einfluss von Mitarbeitenden auf die Konsumenten Auskunft: 

  • 42 Prozent der Befragten sagen, dass eine persönliche Beziehung zum Verkaufspersonal sie dazu bewegt, häufiger wiederzukommen.
  • 21 Prozent der Befragten bestätigen, dass Beratung ein Faktor ist, der sie dazu bewegt wiederholt einen Laden zu besuchen. Fast jeder Fünfte (19 Prozent) würde auf Basis guter Beratung mehr Geld ausgeben. 

Als Ableitung daraus könnte man schlussfolgern, dass insbesondere hochpreisige Produkte durch Beratung besser verkauft werden könnten.

3. Chancen für den Handel: Mit Beratung, Sortiment und Erlebnissen punkten

Auch was die Sortimente betrifft, lässt sich laut Yougov ein Trend ableiten: 

  • Vier von zehn Verbrauchenden geben an, Geschäfte häufiger zu besuchen, wenn diese sorgfältig kuratierte Sortimente bieten.
  • Für 46 Prozent ist laut YouGov der Preis zentraler Loyalitätsfaktor, für 45 Prozent die Einzigartigkeit der Produkte. 

„Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden heute deutlich bewusster, wann und warum sie stationäre Geschäfte besuchen – und genau darin liegt eine große Gelegenheit für den Handel“, sagt Sandra Meurer von Faire. 

In einer Einzelhandelslandschaft, die zunehmend von Algorithmen, KI-generierten Empfehlungen und endloser Online-Auswahl geprägt sei, gewinne persönliches Vertrauen und menschliche Expertise wieder an Bedeutung. „Die konkrete Chance für Händler liegt darin, Mitarbeitende zu echten Beratern und Beraterinnen zu machen, Sortimente gezielt auszuwählen und Erlebnisse zu schaffen (...)“, ergänzt Sandra Meurer.

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