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Wie zuverlässig ist KI in Sachen Ernährung?

Künstliche Intelligenz

Geht es ums Kochen oder Einkaufen, befragen immer mehr Menschen die KI. Doch sind deren Antworten auch richtig? Der Milch KI-Monitor hat es untersucht.

Bevor sie etwas einkaufen, kochen, essen, befragen Millionen Menschen inzwischen KI-Systeme. Die Antworten klingen oft plausibel, stammen jedoch aus dem, was im Internet am häufigsten geteilt wurde und für die KI lesbar war. Und sie sind nicht selten zugeschnitten auf das, was die fragende Person vermutlich hören will.

Wer KI sinnvoll einsetzen will, muss verstehen, wie sie vorgeht. Hierfür wollte der Milch KI-Monitor die Grundlage liefern. Am Beispiel Milch hat das Datenjournalismus-Team von tactile.news gemeinsam mit dem Experten Hendrik Haase im Auftrag der Initiative Milch gemessen, wie generative KI auf Fragen zum Thema Ernährung antwortet.

Denn schließlich entscheidet auch die Qualität der KI-Antworten zum Thema Ernährung mit darüber, ob die Transformation hin zu mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit gelingt: Immerhin nutzen laut einer Studie des TÜV-Verbandes aus dem Jahr 2025 in Deutschland 65 Prozent der Menschen generative KI, bei den 16 bis 29-Jährigen sind es sogar 91 Prozent. Und laut einer repräsentativen Befragung, die die Initiative Milch gemeinsam mit YouGov durchgeführt hat, liegt Künstliche Intelligenz auf Platz drei der meistgenannten Informationsquellen zum Thema Ernährung – hinter sozialen Medien sowie Familie und Freunden.

Hohes Vertrauen in KI-Antworten

Dabei vertrauen die Nutzerinnen und Nutzer den Antworten: 82 Prozent der jungen Erwachsenen und 92 Prozent der befragten Eltern glauben den Antworten der KI-Systeme zum Thema Ernährung.

Um zu überprüfen, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt ist, hat der Milch KI-Monitor KI-Antworten auf Fragen rund um das Thema Ernährung am Beispiel Milch ausgewertet, die an vier gängige Chatbots gestellt wurden. Dabei wurden bewusst die kostenfreien Versionen genutzt, um die Nutzungsrealität der meisten Menschen abzubilden.

Die Ergebnisse waren vor allem bei den Fakten zu Nährstoffen positiv: Von 93 geprüften Aussagen waren knapp 84 Prozent richtig oder weitgehend richtig, keine einzige war komplett falsch. Bei der biologischen Wertigkeit von Milchprotein, der Calcium-Bioverfügbarkeit in Kuhmilch und dem Vitamin-B12-Gehalt decken sich die Angaben aller vier Chatbots mit den Werten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Antworten zu Trends und auf Branchenfragen manchmal irreführend oder falsch

Anders sah es schon bei Fragen zu Ernährungstrends und zum Lebensstil aus. Hier wurden zwar fast 81 Prozent der Fragen richtig oder weitgehend richtig beantwortet, doch nur 7 von 31 waren komplett richtig. 18 Aussagen waren „im Kern korrekt mit Einschränkungen" und sechs Aussagen waren „teilweise richtig”. Die Modelle werden hier nicht falsch, sondern unklar, so die Studien-Autoren: „Sie liefern freundlich formulierte Antworten ohne wissenschaftliche Einordnung und stützen sich eher auf Trends aus dem Netz als auf Leitlinien der Fachgesellschaften“.

Einen weiteren Abfall stellte die Studie bei Branchen-Fragen zu Klima, Tierwohl und Haltungsformen fest, hier fiel die Quote der richtigen Aussagen auf knapp 79 Prozent, 24 Aussagen waren irreführend und 9 sogar objektiv falsch.

Bemerkenswert auch, dass die KI unterschiedliche Antworten auf dieselbe Frage gab: 72 Prozent der Aussagen unterschieden sich für eine milchskeptische von denen für eine milchaffine Person. 

Handlungsempfehlung für die KI-Nutzung

Aus den Erkenntnissen der Studie haben die Fachleute eine dreiteilige Handlungsempfehlung für die Nutzung von KI entwickelt. Entscheidend sei:

1.    Wie gefragt wird – zum Beispiel mit einem Fragezeichen statt eines Punktes am Ende, in Form eines Fragesatzes und keiner „Ich-Überzeugung“
2.    Unter welchen Bedingungen gefragt wird – ohne Personenprofil antworten die Modelle am tendenziell sachlichsten
3.    Was über ein Thema auffindbar ist – ein Chatbot antwortet aus zwei Quellen, und in der Antwort sieht man den Unterschied nicht immer. So kommen aktuelle Leitlinien und regionale Daten häufig mit Verzögerung an, manchmal gar nicht.

Der Milch KI-Monitor

Der Milch KI-Monitor hat KI-Antworten auf Fragen rund um das Thema Ernährung am Beispiel Milch ausgewertet, die an vier gängige Chatbots (Claude Sonnet 4.6, GPT-5.4, Gemini 3 Flash, Grok 4) gestellt wurden. Jede der 143 Fragen wurde jeweils allen vier Chatbots aus Sicht von sechs Profilen gestellt. Daraus ergaben sich 3.432 Antworten zur Auswertung. Ausgewertet wurde in zwei Stufen, jeweils KI-gestützt und von verschiedenen Fachleuten gegengeprüft.

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