- Hoher Umsatz mit losem Tee im Fachhandel
- „Mut zur Listung fehlt manchmal“
- Fachhandel muss eigenständiges Profil zeigen
- Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für den Tee-Anbau
- Besonderes schafft Bindung und Vertrauen
- Großhandel spielt nicht mit
- Arzneimitteltees laufen gut
- „Teebeutel haben immer eine mindere Qualität“
Im Vergleich zum Vorjahr haben die Deutschen 2025 rund einen Liter Tee weniger pro Kopf getrunken. Das geht aus dem Tee-Report 2026 vor, den der Tee & Kräutertee Verband jüngst veröffentlicht hat. Beim Kräuter- und Früchtetee sank der Konsum um 0,9 Liter, beim Schwarz- und Grüntee um 0,2 Liter pro Person. Die Zahlen wurden bei einer Befragung der im Verband organisierten Teehandelshäuser ermittelt, die nach eigenen Angaben rund 90 Prozent des deutschen Teemarktes repräsentieren.
Veränderungen im Vergleich zu 2024 gab es beim Kräuter- und Früchtetee (minus 2 Prozent) und beim Schwarz- und Grüntee (unter minus 1 Prozent). Dagegen stieg der Absatz von Früchtetee-Mischungen um fünf Prozent, bei Aromatisierten Teemischungen gab es ein Plus von 1,7 Prozent.
Bei den Absatz-Anteilen der Teesorten im Bio-Fachhandel gab es ebenfalls nur geringe Abweichungen von den 2024er Zahlen.
Hoher Umsatz mit losem Tee im Fachhandel
Kräuter- und Früchtetees wurden laut Teeverband zu 83 Prozent (85 Prozent 2024) im Teebeutel verkauft, 17 Prozent (15 Prozent 2024) lose. Beutel lagen auch bei den Schwarz- und Grüntees in Anteilen von 52 zu 48 Prozent vorn. Im Jahr 2024 war das Verhältnis mit 51 zu 49 Prozent fast ausgeglichen. Im Bio-Fachhandel betrug der Stückabsatz 2025 nach Angaben des Marktforschungsinstituts Biovista bei losem Tee 29,1 Prozent – erwirtschaftet wurden damit aber 42,8 Prozent Tee-Umsatzes. Dies zeige die Wertigkeit des losen Tees. Entsprechend wurden 70,9 Prozent der Verkäufe für Teebeutel erzielt beziehungsweise 57,2 Prozent des Umsatzes.
Bei den Anteilen der Vertriebswege am Verkauf gab es Zuwächse bei Discountern von 0,5 Prozentpunkten auf 18,2 Prozent im Vergleich zu 2024, der LEH verlor 0,8 Prozentpunkte (39,3 Prozent Anteil), die Teefachgeschäfte einen Prozentpunkt (11,5 Prozent). Die Kategorie Drogeriemärkte, Reformhäuser und Apotheken konnte ihr Vorjahresergebnis praktisch halten (10,9 Prozent).
Der Bio-Fachhandel ist beim Teeverband keine eigene Kategorie. Hier hat Biovista Zahlen vorgelegt: Die Absatzentwicklung beim Tee betrug im Bio-Fachhandel 2025 minus 3,4 Prozent, die Umsatzentwicklung minus 1,7 Prozent, jeweils im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig hat sich jedoch laut Teeverband der Anteil von Bio beim Tee-Konsum um 1,9 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent erhöht. Kann der Bio-Fachhandel vom vermeintlichen „Bio-Tee-Boom“ profitieren?
„Das Absatzplus beim Bio-Tee geht im Wesentlichen auf ein Upgrade der bisher konventionellen Teehersteller und ihren Packungen zurück“, sagt Markus Maaß, Geschäftsführer des Naturkostmarktes Bio am Hafen. Diese füllten bisherige Sorten verstärkt in Bio ab oder trauten sich, den gegebenenfalls schon vorhandenen Bio-Anteil zu deklarieren. „Es geht also weniger um echtes Wachstum und Mehrverkäufe als um Bio-Einkäufe, die von markentreuer Stammkundschaft durch Kaufkontinuität von konventionell auf Bio umgestellt wurden“, so seine Analyse.
„Mut zur Listung fehlt manchmal“
„Die Entwicklung eines Teesortiments im Bio-Fachhandel hängt stark von der Listungsbereitschaft der Kunden und Großhändler ab“, sagt Sonja Epp, Produktmanagerin Tee der Salus Gruppe zu der auch Herbaria gehört. Gerade bei innovativen Teeserien fehle hier manchmal der Mut, neuen Konzepten eine Chance zu geben. Dadurch gelangten interessante Produkte teilweise gar nicht erst flächendeckend in die Läden, obwohl sie geeignet wären, das Sortiment zu profilieren und neue Kaufimpulse zu setzen. Inhabergeführte Läden seien bei neuen Konzepten offener.
Mit Blick auf das Jahr 2025 und das erste Halbjahr 2026 zeige sich, dass insbesondere Indikationstees oder Functional Teas im Naturkosthandel weiterhin sehr gut nachgefragt werden. Sorten wie „Salus Leber-Galle-Tee“, „Salus Magen-Darm-Tee“, „Herbaria Stimmgold“ oder „Herbaria In Balance“ seien bereits durch ihren Produktnamen leicht verständlich und benötigen daher am Regal wenig bis keine Erklärung. Gleichzeitig profitierten diese Produkte von guten Listungen bei den Großhändlern.
„Aus unserer Sicht muss der Bio-Fachhandel deshalb nicht zwangsläufig einfach nur mehr Sortimentstiefe bieten. Entscheidend ist vielmehr eine durchdachte Auswahl, die bewährte, verständliche Produkte mit besonderen und innovativen Tees verbindet“, empfiehlt Sonja Epp. Die rückläufigen Zahlen im Bio-Fachhandel seien nicht allein eine Frage der Sortimentsauswahl. Auch die fehlende Kundenfrequenz in vielen Naturkostfachgeschäften spiele eine wesentliche Rolle. Selbst ein sehr gutes und differenziertes Sortiment könne sein Potenzial nur dann entfalten, wenn ausreichend Kundinnen und Kunden erreicht und am Verkaufsort gezielt angesprochen werden. „Für eine positive Entwicklung braucht es daher das Zusammenspiel aus verfügbarer Ware, mutigen Listungsentscheidungen, einem profilierten Sortiment, aufmerksamkeitsstarken Platzierungen und Maßnahmen, die Teequalität erlebbar machen“, so die Produktmanagerin der Salus Gruppe.
„Ich wünsche mir mehr Mut, neuen Tee-Konzepten eine Chance zu geben."
Fachhandel muss eigenständiges Profil zeigen
„Eine größere Sortimentstiefe kann dem Bio-Fachhandel helfen“, sagt Michaela Ammerl, Teamleitung Vertriebsaußendienst Handel bei Sonnentor. Dabei gehe es aber nicht darum, einfach mehr Artikel ins Regal zu stellen. Entscheidend sei vielmehr die Frage, warum Kundinnen und Kunden bewusst den Fachhandel aufsuchen. Weil der Lebensmitteleinzelhandel und die Drogeriemärkte ihr Bio-Angebot mit Klassikern ausgebaut haben, müsse der Fachhandel ein eigenständiges Profil zeigen und zusätzliche Gründe für einen Besuch schaffen. Dazu gehörten Innovationen, aktuelle Trends und Tees für besondere Anlässe.
Gerade jüngere Zielgruppen seien sehr trend-affin. „Beispiele aus unserem Sortiment sind unser Natürlich Bitter-Tee, der Wildkräutertee oder der Durchatmen im Wald-Tee“, erläutert die Sonnentor-Vertrieblerin. Das heiße aber nicht, dass die Klassiker ausgelistet werden sollten. Sie seien wichtige Schnelldreher im Sortiment. Vielmehr gehe es darum, Spezialitäten, Tees für besondere Anlässe sowie Geschenkartikel zu ergänzen, die es dann im Fachhandel zu entdecken gäbe.
Der aktuelle Tee-Report spiegele die Entwicklung von Sonnentor im Bio-Fachhandel nicht unmittelbar wider. „Wir konnten im vergangenen Geschäftsjahr in diesem Vertriebskanal ein Wachstum verzeichnen“, sagt Ammerl. Bei den meistverkauften Teeprodukten liege nach wie vor der Tee-Adventskalender auf Platz 1. In den Top 10 fänden sich zugleich bewährte Klassiker wie Kamille und Brennnessel ebenso wie Teemischungen, darunter der Gute Laune Kräutertee und der Durchatmen im Wald Tee. Umsatz entstehe aus einem Zusammenspiel von Klassikern und Tees zu bestimmten Anlässen sowie innovativen Neuprodukten.
Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für den Tee-Anbau
Lebensbaum war im vergangenen Jahr durch Lieferschwierigkeiten aufgefallen. „Auch wenn das Jahr 2025 für uns aus unterschiedlichen Gründen herausfordernd war, haben wir diese Phase inzwischen hinter uns gelassen und zu einer stabilen und verlässlichen Entwicklung zurückgefunden“, teilt die Ulrich Walter GmbH mit.
Das lassen auch Zahlen von Biovista vermuten: „Für Lebensbaum messen wir – entgegen der Marktentwicklung – ein Absatzplus von 1,4 Prozent in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 gegenüber 2025. Sicherlich holt Lebensbaum damit wieder einige Marktanteile zurück, die 2025 verloren wurden“, sagt Vertriebsleiter Fabian Ganz. Im Ranking der umsatzstärksten Tee-Anbieter liege Lebensbaum auf Platz 1.
Top 10 der umsatzstärksten Tee-Anbieter im Bio-Fachhandel:
1. Lebensbaum
2. Sonnentor
3. Yogi Tea
4. Ökotopia
5. Pukka
6. Dennree
7. Cha Dô
8. Arche
9. Salus
10. Hari Tea
Quelle; BioVista 2026
Weil beim Tee-Anbau der Klimawandel eine der größten Herausforderungen sei, stehe Lebensbaum im kontinuierlichen Austausch mit seinen Anbaupartnern. „Wir bewerten die Situation, entwickeln Maßnahmen und suchen nach Lösungen, um die Versorgungssicherheit langfristig zu gewährleisten“, heißt es. Klassische Mono-Teesorten im Teebeutel, wie der Salbei- oder Tulsi-Tee zählten nach wie vor zu den stark nachgefragten Tees. Bei den Teesorten im Envelope seien es der Zeit für Ruhe- und der Frauentee, die eine sehr positive Entwicklung verzeichneten.
Zu den Top 5 des Marktführers zählten überwiegend Kräutertee-Mischungen im Teebeutelformat, darunter Fenchel-Anis-Kümmel-, Kamillen- und Basenkräutertee. Im Herbst sollen neue Sorten im Teebeutelformat hinzukommen. Der Fachhandel könne insbesondere durch eine Sortimentsbreite und -tiefe überzeugen: „Bezogen auf unser Teesortiment bedeutet das, neben den klassischen Sorten auch besondere Sorten wie Hibiskusblüten oder die vielfältigen Tee-Serien, beispielsweise Natürliche Kraft anzubieten“, rät Lebensbaum.
Wichtig sei dazu die passende Beratung und Vermittlung der Besonderheiten der Produkte. So könne der Fachhandel durch seine hohe Produkt- und Markenkompetenz einen echten Mehrwert bieten. Der Außendienst sei regelmäßig vor Ort und betreue die Kunden persönlich.
Besonderes schafft Bindung und Vertrauen
Für Franziska Geyer, Geschäftsführerin von Ökotopia, ist die Frage nach mehr Sortimentstiefe beim Tee rein rhetorisch: „Ja, selbstverständlich muss der Fachhandel eine größere Sortimentstiefe anbieten!“ Gerade darin liege eine bedeutende Chance, Kundinnen und Kunden mit besonderen, qualitätvollen Produkten zu begeistern – jenseits des Massenmarktes und der endlosen Einheitsware im Teebeutelregal.
„Günstige Massenware können die Handelsriesen auf lange Sicht schlicht besser abbilden. Doch kleine Partien, charaktervolle Spezialitäten und handwerklich hergestellte Tees bieten ein Geschmackserlebnis, das sich deutlich abhebt und treue Abnehmer findet“, erläutert sie. Wer Besonderes anbiete, schaffe Bindung und Vertrauen und werde zur bevorzugten Adresse. Und wer kleine Chargen mit Sorgfalt auswähle, positioniere sich klar im Premium-Segment, das der Fachhandel besetze. Eckangebote funktionierten dabei am besten als abrundende Ergänzung eines klar profilierten Sortiments.
Ursula Stübner, Geschäftsführerin von Heuschrecke, hat eine Erklärung, warum Bio-Tee auch ohne den Fachhandel populärer wird: „Bei Kräutertee und Kräutertee-Mischungen gibt es eine irre Schwemme: Lidl, Teekanne, Ronnefeldt, Messmer und Co machen massiv Werbung für Bio-Teebeutel. Und die früher branchentypischen Marken stehen jetzt auch im LEH. Die Qualitäten, Namen und Rezepturen unterscheiden sich kaum noch, und unseres Erachtens hilft es nicht, da noch eine ,seltenere' Teebeutelsorte zu listen. Wir fürchten, das kannibalisiert die Bioläden.“
Zur Frage nach mehr Sortimentstiefe sagt die Tee-Expertin, die zusammen mit Heinz Gasper ausschließlich mit losem Tee handelt: „Bei Schwarz- und Grüntee meinen wir, dass man ein klassisches Sortiment wie beim Wein aufbauen sollte, also eine Reihe Basisqualitäten und dazu gehobene Qualitäten aus verschiedenen Anbaugebieten. Ab und zu kann man bei den gehobenen Qualitäten etwas austauschen.“ Die Läden könnten hier mehr Sortimentstiefe anbieten. Über die Großhändler sei solch ein Programm typischerweise nicht erhältlich.
Großhandel spielt nicht mit
Dass nicht jeder Großhandel beim Thema Sortimentstiefe mithilft, ist auch für Markus Maaß, Geschäftsführer von Bio am Hafen in Greifswald, ein Problem. Er führt nach eigenen Angaben seit vielen Jahren, neben einem breiten Sortiment zur Grundversorgung, ein großes und tiefes Teesortiment mit circa 350 Sorten von zehn Herstellern. Aber „Exoten“ und die „Ränder“ des Sortiments, wie echte Arzneimitteltees, die sich mit Margen von 70 plus verkaufen ließen, könnten wegen des geringen Absatzes nicht in Großhandels-VPE -Mengen, die manchmal bis zu 40 Stück umfassten, eingekauft werden. Daher sei der Einkauf hierfür auf dafür passende Großhändler umgestellt worden.
Wenige Stück pro Tee-Sorte reichten, um für Vielfalt und Teekompetenz zu sorgen, wenn gleichzeitig das Gesamtbild – zum Beispiel lose Arzneimitteltees oder Ayurvedische Tees – mit vielen Sorten Kompetenz ausstrahle. „Nicht jeder Großhändler ist für so etwas offen, obwohl zum Beispiel Hersteller Tees in Kilo-Gebinde einzeln an den Großhandel abgeben, der diese dann als Vorbestellartikel führen könnte“, kritisiert Maaß.
Maaß habe die Erfahrung gemacht, dass Kunden besondere Tees im Fachhandel suchten. Vor allem in der Urlaubszeit sei das Interesse der Touristen an seinem Teesortiment groß, weil sie dort auch jene Teesorten und Packungen fänden, die es offensichtlich in ihren Stammläden manchmal schon lange nicht mehr gebe. Die „Klassiker“ müssten grundsätzlich stets verfügbar sein und liefen selbst ohne Eck- und Aktionspreise auch in den Großhandels-VPE-Mengen ohne Probleme, beim „Randsortiment“ habe er durch die kleinen Mengenbezüge auch kein Problem mit dem MHD.
Arzneimitteltees laufen gut
Was bei Bio am Hafen nicht laufe, seien „diese billigen funktionalen Tees – nicht die Eistees, nicht die ‚wieder Gut‘-Arzneimittelersatze“. Aber sehr gut liefen Arzneimitteltees, die als Zusatznutzen eine klare Dosieranleitung zum jeweiligen Leiden haben. Dafür hätten er und einige Teammitglieder Lehrgänge besucht, um die Erlaubnis zu bekommen, freiverkäufliche Arzneimittel zu verkaufen „Da gehen dann auch Mono- oder Teemischungen von Salus für einen guten Preis in guten Stückzahlen über den Tresen“, so der Geschäftsführer. Habe er mal wegen einer Fehllieferung Mono-Tee als Lebensmittel im Regal und wie gewohnt als Arzneimittel, dann greife ein Großteil der Kundschaft dennoch zur teureren Arznei.
Heuschrecke empfiehlt allgemein, dass die klassischen Monokräuter, die in eine Hausapotheke gehören, ohne Gesundheitsangaben angeboten werden sollten. „Nicht krampfhaft Exoten listen, sondern auf Qualität achten und Trends folgen wie Hagebutte, Moringa, Cistus und Cannabis. Dazu schöne Mischungen, aber das müsse nicht endlos sein.“
Wenn Verkostungen, dann nur stille Verkostungen, die den Kunden und auch den Mitarbeitern guttun, ohne viel Aufwand, eher als Service oder Tradition. Muss auch nicht jeden Tag sein. „Wir hatten mal einen Ladenkunden, bei dem es für die Kunden als Selbstverständlichkeit immer einen Tee gab, und er hatte einen untypisch guten Teeumsatz“, erzählt Ursula Stübner.
Weil klassische Bioläden und vor allem die Unverpacktläden weniger werden, nehme auch der Umsatz von Heuschrecke ab. Engpässe gebe es auch, zurzeit bei Matcha Tee durch Lieferlücken infolge des TikTok-Trends. Lindenblüten und weitere Produkte aus Wildsammlungen würden wegen Abdriftproblemen rar werden. „Wir sind ja nur ein kleiner Gewürz-, Kräuter- und Teespezialist – vielleicht ist das, was wir sehen, eher ein Besinnen auf Kernkompetenz, Verlässlichkeit und Qualität, und insgesamt die Freude an der Komposition des gesamten Tee- und Kräuterteeprogramms, anstatt nur einzelne Sorten zu betrachten.“ Heuschrecke hat 148 Tees im Angebot. Die Top 5 sind Hagebutten Pulver, Cistus Tee, Bergtee, Kamille ganze Blüte und Keltischer Haustee.
„Teebeutel haben immer eine mindere Qualität“
Lutz Toennis, Mitbegründer der Cha Dô Handels GmbH und wie Heuschrecke spezialisiert auf losen Tee, beklagt, dass es der Lebensmittel-Industrie gelungen sei, den Menschen klarzumachen, dass lose Tees wahnsinnig kompliziert aufzubrühen seien und der Teebeutel die leichte Art sei, Tee zu genießen. „Was kompletter Quatsch ist, aber sehr erfolgreich war“, kritisiert der Tee-Experte. Das gehe einher mit der „konstanten Reduktion von Lebensmittelqualität, um immer billigere Rohstoffe einzusetzen“.
Leider sei dies auch im Bio-Handel angekommen. „Teebeutel haben immer eine mindere Qualität, da die kleinen Blattstücke sehr viel mehr Zellulose und Bitterstoffe abgeben als hochwertige Blatttees. Außerdem verlieren die Fannings genannten Blattstücke sehr viel schneller Aroma“ erläutert Toennis. Der Rückgang im Fachhandel betreffe im Wesentlichen lose Tees. Der Trend zu funktionalen Lebensmitten, bei denen außer Genuss noch ein zusätzlicher Mehrwert angeboten werden muss, trage dazu bei.
In einem Ausblick beschreibt der Teeverband die positive Entwicklung von Cold-Brew-Teas auf dem deutschen Markt. Inzwischen hätten sie sich als kalorienarme Durstlöscher fest etabliert und seien für viele Menschen Teil ihres gesundheitsbewussten Lifestyles. Einen ähnlichen Erfolg könnten künftig auch Functional Teas feiern, die mit Beauty-, Gesundheits- und Fitness-Attributen zusätzlichen Nutzen bieten. Der Hype auf Matcha-Tee habe die Produktionszahl inzwischen um71 Prozent gesteigert.
Aber es gibt auch Grund zur Sorge: „Der Klimawandel und aktuelle politische Entwicklungen gehen auch an der Teebranche nicht spurlos vorbei. Für eine Branche, die überwiegend kleinere und mittlere Unternehmen prägen, sind stabile Rahmenbedingungen essenziell. Hohe Energiekosten, fragile Lieferketten und wachsende Bürokratie stellen zunehmend Herausforderungen dar.“
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