Der aktuelle Marktbericht des Deutschen Bauernverbands (DBV) gibt neue Einblicke in die Entwicklung des Bio-Markts. Auf Basis vorliegender Marktpanel- und Scannerdaten beziffert der DBV das Umsatzwachstum des Bio-Markts 2025 auf etwa acht Prozent.
Nachdem der Öko-Lebensmittelmarkt bereits 2024 um fast sechs Prozent auf 17 Milliarden Euro gestiegen war, sei 2025 die Marke von 18 Milliarden Euro deutlich überschritten worden, teilte der Verband mit. Nach Einschätzung des DBV sei damit die Absatzflaute bei Bio aus dem Inflationsjahr 2022 endgültig überwunden.
Das Wachstum lag damit wieder nahe früheren durchschnittlichen Zuwachsraten von sieben bis acht Prozent pro Jahr. Besonders stark entwickelte sich demnach der Absatz verpackter, länger haltbarer Bio-Waren wie Nudeln, Müslis, Gebäck und Fertigprodukte. Der DBV-Marktbericht führt dies darauf zurück, dass „die Breite des Sortiments von Ökolebensmitteln“ in den klassischen Supermärkten gewachsen ist.
Bio-Fachhandel: Stabiler Teilmarkt
Wachstumstreiber im Bio-Markt waren laut DBV die Bio-Handelsmarken. Bei den Absatzkanälen verzeichneten neben dem Lebensmitteleinzelhandel und den Drogeriemärkten auch die Bio-Fachgeschäfte wieder Zuwächse.
Laut des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) lagen die Umsätze der Bioläden von Januar bis Oktober 2025 leicht über dem Vorjahresniveau. Das Gesamtjahr 2024 hatte ein Umsatzplus von 4,4 Prozent verzeichnet; für den Zeitraum Januar bis Oktober 2025 ergibt sich ein weiterer Zuwachs von 1,9 Prozent, teilte der Verband mit. „Der Bio-Fachhandel zeigt sich 2025 stabil“, sagt BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel. Kundinnen und Kunden schätzten weiterhin Qualität, Regionalität und das differenzierte Sortiment der Bioläden und Bio-Supermärkte.
Gestützt wird diese Entwicklung durch eine leicht steigende Zahl an Kundinnen und Kunden sowie höhere durchschnittliche Warenkörbe. Gleichzeitig bleibt der Fachhandel deutlich markenorientierter als andere Vertriebskanäle. Der Handelsmarkenanteil lag 2025 im Bio-Fachhandel bei rund zwölf Prozent, während er im sonstigen Lebensmittelmarkt durchschnittlich 66,8 Prozent erreichte, so der BNN.
Wachstum im Bio-Gesamtmarkt
Auch wissenschaftliche Analysen bestätigen den Aufwärtstrend im Bio-Gesamtmarkt. Das Whitepaper „Bio-Markt 2025 – Back on Track?“ der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn kommt für 2025 auf ein Gesamtmarktvolumen von mehr als 18 Milliarden Euro. Damit untermauern die Autoren die Rückkehr des Bio-Markts auf einen klaren Wachstumspfad.
Öko-Erzeugung kommt nur langsam voran
Trotz der positiven Nachfrageentwicklung bleibt die Situation auf der Erzeugerseite angespannt. Die Umstellungsbereitschaft in der deutschen Landwirtschaft war dem Bauernverband zufolge 2025 erneut verhalten, der Flächenzuwachs im Öko-Anbau stagnierte.
Zwar stieg der Bio-Anteil an der gesamten Agrarfläche im Jahr 2024 auf 11,5 Prozent, zugleich sank jedoch die Zahl der Bio-Höfe. Bauernpräsident Joachim Rukwied verweist darauf, dass die weitere Entwicklung maßgeblich von den Marktbedingungen und dem Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher abhänge. Diese kauften demnach wieder stärker nach dem Preis.
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